DVD Kaufvideo

The Man Who Wasn't There

Von den Coen-Brüdern inszenierter Noir-Krimi in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik.


The Man Who Wasn't There

Kaufvideo

Erhältlich seit:
07.10.2010

Originaltitel: The Man Who Wasn't There

Thriller/ Komödie

USA 2001
Laufzeit: 111 Min.
FSK: ab 12

Billy Bob Thornton
Frances McDormand
Michael Badalucco

Regie: Joel Coen
Highlight Communications (Deutschland)

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
The Man Who Wasn't There

Eine kalifornische Kleinstadt in den 40er Jahren. Um in das lukrative Trockenreinigungs-Geschäft einsteigen zu können, versucht der schweigsame Friseur Ed, den Unternehmer Big Dave, den Liebhaber seiner Frau, zu erpressen. Der findet heraus, wer ihn erpresst, stirbt aber in dem folgenden Handgemenge. Der Mord wird Eds Frau angelastet und der Friseur versucht, sie vor dem Gefängnis zu bewahren. Darauf kommt es zu einer Serie von Verwicklungen, bei der zwei weitere Tote zu beklagen sind und ein UFO-Besuch nicht das Seltsamste ist...

Auch nach "O Brother, Where Art Thou" beschäftigen sich Joel und Ethan Coen wieder mit der amerikanischen Geschichte. Aus der ausgezeichneten Besetzung sticht Billy Bob Thornton ("Monster's Ball"), der den Ed mit stoischem Minimalismus gibt, hervor. Der brillant fotografierte Schwarz-Weiß-Film ist prall gefüllt mit jenen absurd-amüsanten Ideen, die die Coens seit jeher auszeichnen. Der Jury in Cannes war ihre Hommage an den Film noir 2001 der Regiepreis wert. Freunde des genialen Brüderpaares werden wie immer begeistert sein.

The Man Who Wasn't There

Das Genre des Film Noir haben die Coen-Brüder mittlerweile fast für sich alleine: Wie unendlich schief die Dinge laufen können, wenn ein amerikanischer Jedermann nur einen kleinen Augenblick lang schwach und gierig wird und die falsche Entscheidung trifft, arbeiteten sie zuletzt in "Fargo" auf - nun gerät Billy Bob Thornton als schweigsamer Friseur in den Strudel einer Mordgeschichte. Fans der Brüder werden sich auch für "The Man Who Wasn't There" begeistern, nicht zuletzt wegen seiner brillanten Schwarzweiß-Fotografie und seiner absurd-komischen Momente, während andere zu ihren typischen Coen-kritischen Argumenten greifen werden, der Film strahle Herzenskälte und Distanz aus. Die Jury in Cannes zählte offenbar zu ersteren und verlieh dem Film, ex aequo mit David Lynch, den Regiepreis.

Schon in "O Brother, Where Art Thou?", ihrem letzten und kommerziell erfolgreichsten Film, experimentierten die Coens mit monochromer Bildkomposition. Der logische nächste Schritt war es, nun einen Schwarzweiß-Film zu drehen, und das Ergebnis ist technisch beeindruckend. Die Sauberkeit, Tiefe und Schärfe der Bilder, die ihr langjähriger Kameramann Roger Deakins für "The Man Who Wasn't There" findet (der auf Farbmaterial gedreht hat) sucht ihresgleichen. Gleichzeitig stimmt von der ersten Einstellung an die Atmosphäre für die sich langsam entfaltende Geschichte: In einer kalifornischen Kleinstadt Ende der vierziger Jahre hadert der schweigsame Barbier Ed Crane (Billy Bob Thornton) mit der Monotonie seines Lebens. Unzufrieden mit Job und Ehe, scheint sich ihm die große Gelegenheit zu bieten, als ein Kunde vom Segen der Trockenreinigung erzählt und anbietet, mit 10.000 Dollar Geschäftspartner seines florierenden Unternehmens zu werden. Ed beschließt, das Geld von Kaufhausbesitzer Big Dave (James Gandolfini, den die Coens in einer Drehpause seiner Erfolgsserie "The Sopranos" besetzten) zu erpressen, von dem er weiß, dass er mit seiner Frau (Frances McDormand) ein Verhältnis hat. Big Dave wiederum bekommt heraus, dass Ed der anonyme Erpresser ist, und verwickelt ihn in ein Handgemenge, das Big Dave nicht überlebt. Der Geschäftsmann verschwindet gleichzeitig spurlos mit dem Geld, und Eds Frau wird des Mordes an Big Dave angeklagt, weil sie für ihn die Bilanzen frisierte. Ed heuert einen sündteuren und extravaganten Anwalt an, der sie aus dem Gefängnis holen soll, doch da sind wir erst bei der Hälfte des Films, und bis das Drehbuch alle Beteiligten ihrem (mehr oder weniger) gerechten Schicksal zugeführt hat, stehen noch zwei weitere Tote, ein Autounfall und ein Ufobesuch an. Erstaunlich dabei ist, dass die Coens ihre Geschichte größtenteils durch den lakonischen Monolog von Ed aus dem Off erzählen und viele elementare Handlungselemente entweder gar nicht oder nur in ihren Folgeerscheinungen zeigen. Damit brechen sie mit dem genretypischen Muster und geben dem Off-Monolog praktisch das gesamte erzählerische Gewicht, während ihnen stimmungsvolle Arrangements und mit vielsagenden Pausen inszenierte Dialoge als atmosphärische Duftlampen genügen. Das gelingt, einerseits, hervorragend, weil allein der Look des Films schon die Noir-Welten von James M. Cain ("Frau ohne Gewissen") oder Raymond Chandler wach ruft - andererseits ist der vollkommen passiv bleibende Ed eine nicht gerade mitreißende Hauptfigur, auch wenn Billy Bob Thornton, aufgemacht wie Montgomery Clift, eine Glanzleistung in schauspielerischem Minimalismus liefert. So bleibt man bis zum Schluss fasziniert von einem kettenrauchenden Hauptdarsteller, einer präzise das Hardboiled-Kino der vierziger Jahre erweckenden Ausstattung und jener Coen-typischen Gelassenheit, mit der die haarsträubendsten Ereignisse präsentiert werden. Emotional aber will der Film einem nicht recht nahe gehen. evo.

Darsteller:  Billy Bob Thornton   als Ed Crane
  Frances McDormand   als Doris Crane
  Michael Badalucco   als Frank Raffo
  James Gandolfini   als Big Dave Brewster
  Katherine Borowitz   als Ann Nirdlinger
  Jon Polito   als Creighton Tolliver
  Scarlett Johansson   als Birdy Abundas
  Richard Jenkins   als Walter Abundas
  Tony Shalhoub   als Freddy Riedenschneider
  Adam Alexi-Malle   als Jacques Carcanogues
  Nicholas Lanier   als Tony
  Ted Raimi   als Boven
 
Regie:  Joel Coen  
Buch:  Joel Coen  
  Ethan Coen  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Roger Deakins  
Produzent:  Ethan Coen  

Tom Hanks als "Ladykiller"

Noch Berufsmörder, bald Ladykiller: Tom Hanks

Noch Berufsmörder, bald Ladykiller: Tom Hanks

Tom Hanks scheint Gefallen an der Rolle des Killers gefunden zu haben: der zweifache Oscargewinner wird nach "Road To Perdition" schon bald in einem weiteren Gangsterfilm zu sehen sein.

Allerdings handelt es sich im Gegensatz zu Sam Mendes' Mafiosi-Meisterstück diesmal um eine Kriminalkomödie - Hanks wird nämlich einen Part in der Neuauflage von "Ladykillers" übernehmen, die von Joel und Ethan Coen ("The Man Who Wasn't There") inszeniert wird.

Das Original von 1955, in dem eine Ganovenbande mit Hilfe einer nichtsahnenden alten Dame einen großen Geldraub abzuwickeln versucht, genießt mittlerweile Kultstatus. Damals in den Hauptrollen: Alec Guinness und Peter Sellers.

Bevor Hanks aber wieder ins Gangster-Outfit schlüpft, steht für ihn "Polar Express", eine weitere Zusammenarbeit mit Robert Zemeckis ("Forrest Gump", "Cast Away"), auf dem Programm.

 

The Man Who Wasn't There in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Weitere Videos

Hoch Runter
 

Star

Billy Bob Thornton

Als sanfter Killer mit schwerer Zunge war er in "Sling Blade" für den Oscar nominiert, wurde dann aber für sein Drehbuch zu dem von...

 

Star

Frances McDormand

Hochschwanger und in ihre Uniform gezwängt, stapfte sie als Sheriff des Provinzkaffs Brainerd durch den Schnee und löste mit einer...