
Routiniertes US-Debüt der für ihre Visualität und Genretreue geschätzten Hongkonger Pang-Brüder ("Re-Cycle"): Ein nach allen Regeln der Kunst aufgetischter Spukhausfilm in der Tradition von "Amityville Horror".
Wieder hat der umtriebige Produzent Sam Raimi, der die US-Remakes der "Grudge"-Serie realisierte, seine Finger im Spiel. So weist der amerikanische Erstling von Danny und Oxide Pang diverse Ähnlichkeiten damit auf, bietet aber sonst erstaunlich wenig Popanz für eine klassisch aufgebaute Ghost Story.
Das Chicagoer Paar Roy und Denise (Dylan McDermott und Penelope Ann Miller) zieht mit der pubertierenden Tochter Jess (ähnelt der jungen Neve Campbell: Kristen Stewart) und dem stummen dreijährigen Sohn Ben (Evan und Theodore Turner) ins ländliche North Dakota. Sie beziehen eine alte Farm inmitten eines riesigen Sonnenblumenfeldes, was eine sehr eigene Form der American Gothic abgibt. Das alte Holzhaus könnte aus "Tideland" stammen und beherbergt Schatten, die zunächst dem Jungen Angst einjagen und bald darauf - unbemerkt von den Eltern - von Jess entdeckt werden. Das beinhaltet hartnäckige Wasserflecken an der Wand, Tiere, die an der Decke entlang krabbeln, eiskalte Geisterhändchen, die nach den Lebenden greifen - sie alle scheinen direkt aus zeitgenössischen asiatischen Geisterfilmen importiert. In dieser Beziehung können und wollen die Pangs ihre Herkunft nicht leugnen, sind sie ja auch nicht erst seit ihrem bekanntesten Film "The Eye" als Stilisten beleumundet.
Sie steuern eine angeblich mit Nachdrehs eines anderen Regisseurs versehene "Poltergeist"-Variante bei, die im Kern von einer zurückliegenden Familientragödie erzählt, deren Wiederholung nun droht. Bindeglied ist ein in bester "Shining"-Manier ausrastender Arbeiter (John Corbett), der sich als Erntegehilfe das Vertrauen der Familie erschleicht. Dazu sorgen Krähen-Attacken für einen Hauch von "Die Vögel" respektive "Das Omen 2". Es obliegt der Tochter, dem Geheimnis des Hauses auf den Grund zu gehen, das in einem bestialischen Mord besteht. Dabei ist sie auf sich allein gestellt, niemand glaubt ihr - das ist stereotyp, sagt andererseits aber auch viel über die fehlende Kommunikation zwischen ihr und den Eltern aus. Jess wird weder ernst genommen, noch als eigenständiges Individuum akzeptiert. Dennoch steht am Ende die Familien-Aussöhnung. Davor gibt es etliche für ein PG-13 optimierte Schockmomente. tk.