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The Million Dollar Hotel

Poetische, komisch-melancholische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines verzwickten Kriminalfalls.


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Erhältlich seit:
14.02.2001

Originaltitel: The Million Dollar Hotel

Thriller/ Drama

Deutschland/USA 2000
Laufzeit: 117 Min.
FSK: ab 12

Jeremy Davies
Milla Jovovich
Mel Gibson

Regie: Wim Wenders
Concorde Home Entertainment

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The Million Dollar Hotel

Das Million Dollar Hotel in Los Angeles dient Außenseitern unterschiedlichster Couleur als Zufluchstort. Dazu gehören nicht nur Tom Tom, der sich unsterblich in das Straßenmädchen Eloise verliebt hat, sondern auch der Junkie Izzy. Als dieser unter mysteriösen Umständen das Zeitliche segnet, ruft dies nicht nur die Medien, sondern auch den FBI-Agenten Skinner auf den Plan. Für diesen sind alle Bewohner verdächtig, doch Wirklichkeit und Illusion lassen sich zuweilen schwer trennen.

Seine 20. Regie-Arbeit inszenierte Wim Wenders als poetische, komisch-melancholische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines verzwickten Kriminalfalls. Die Idee hierzu stammt von U2-Frontmann Bono, der auch einige Songs zum Soundtrack beisteuerte. Auch wenn das Drehbuch einige Ecken und Kanten aufweist und sich konventionelle Erzählstrukturen verweigert, sollte die Starbesetzung um Mel Gibson, Milla Jovovich ("Das fünfte Element") und Jeremy Davies für Aufmerksamkeit sorgen.

The Million Dollar Hotel

Wim Wenders 20. Film in seiner 30jährigen Regie-Karriere eröffnet die 50. Berlinale. Ein guter Griff von Moritz de Hadeln, nicht nur wegen der schönen Jubiläumszahlen. Denn dieser Trip in die skurrile Welt von Downtown Los Angeles im Jahre 2001 ist atemberaubendes Kino, besticht durch Bildgewalt, Atmosphäre und stimmige Besetzung. Und Mel Gibson als cooler Cop mit seelischen Blessuren zeigt sich von einer ganz neuen Seite.

Es war ein weiter Weg von Paris, Texas bis zum Million Dollar Hotel und dem blauen Himmel über Los Angeles. Aber er hat sich gelohnt, gelingt es Wenders nach seinem Kassenknüller "Buena Vista Social Club" erneut, nicht nur Kopf, sondern auch Gefühle anzusprechen. Als Ort des Geschehens dient die frühere Luxusherberge an der Ecke Main Street und Fifth Street, die inzwischen "Frontier Hotel" heißt, ein Unterschlupf für Spinner, Drogendealer, Crack-Abhängige und Kleinkriminelle. Um die Gegend macht man lieber einen Bogen, besonders nachts. Die Stadt der Engel zeigt ihre dunkle Seite, hier treffen sich die Outcasts, die nichts mehr zu verlieren haben als sich selbst, Hollywood mit seinen Schönen, Reichen und Berühmten ist in weiter Ferne, so nah. In der heruntergekommenen Absteige haust ein verschworenes Häuflein Freaks, "crazy people" eben. Als einer von ihnen, Junkie Izzy vom Dach stürzt, gerät der chaotisch-geordnete Mikrokosmos aus den Fugen. Normalerweise juckt so ein Todesfall niemanden, schließlich hantiert man hier nicht mit Samthandschuhen. Aber der Süchtige entpuppt sich als Sohn eines milliardenschweren Medienmoguls, da steht die Presse auf der Matte und bald auch Skinner, ein harter Cop, der rausfinden will, ob es Mord, Unfall oder Suizid war. Jeder Bewohner des Narrenschiffs scheint verdächtig.

Im Mittelpunkt steht der naive und leicht debil wirkende Tom Tom, der sein Herz an das Straßenmädchen Eloise verloren hat, die wie ein Schatten lebt und sich hinter anderen Menschen versteckt. Um sie herum bewegt sich ein Panoptikum von ausgeflippten Stammgästen, u.a. ein Typ, der glaubt, ein verkanntes Mitglied der Beatles zu sein, ein versoffener Ex-Hollywoodagent, der sich an die Insignien vergangener Größe klammert, eine vitale 80-Jährige, ein schräger Prophet über Leben und Tod, ein durchtriebener "Künstler", der auf Kosten des Verstorbenen mit seinen Bildern ein Geschäft machen will, eine abgetakelte Lady, die sich einbildet, Izzys Verlobte gewesen zu sein. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn verschwimmen, zwischen Vertrauen und Verrat, zwischen Opfern und Tätern.

Nach einer Idee von U2-Sänger Bono entwirft Wenders ein Tollhaus verrückter Typen. Dieser Ensemblefilm ist bis in die kleinste Nebenrolle optimal besetzt, gut austariert das Dreieck Detective und Liebende: Jeremy Davies als scheinbar tumber Tor Tom Tom rührt in seiner Unschuld und Verletzbarkeit, Milla Jovovich strahlt als Eloise Trauer und tragische Würde aus, Mel Gibson mimt manisch den skrupellosen FBI-Agenten, der realisiert, dass ihn mit den Außenseitern viel mehr verbindet als er sich eingesteht. In einem High-Tech-Stützkorsett eingezwängt symbolisiert er rigides Verhalten und Unflexibilität. während sich seine Kontraparts flexibel wie Fische im Wasser bewegen. "The Million Dollar Hotel" ist mehr als nur ein Krimi aus L.A., ist gleichzeitig bewegender Liebesfilm und schmerzhafte comédie humaine. Die Fabel über die Macht der Liebe spiegelt auch ein immer wiederkehrendes Wenders-Motiv wieder, die Unfähigkeit, Liebe zu geben und zu empfangen. Der 55-Jährige erzählt von rückhaltloser Liebe, von der Sehnsucht nach Glück und vom Verlust des "american dream". Seine Helden sind im Lauf der Zeit an der Realität zerbrochen, lassen sich aber nicht auspunkten, sondern stehen irgendwann taumelnd wieder auf, der Kampf geht weiter. Der Alptraum Leben hindert sie nicht am Träumen. In größter Hoffnungslosigkeit schafft Wendes poetische Momente. Kameramann Phedon Papamichael, der mit ihm schon an einigen Werbespots arbeitete, verführt mit suggestiver Bildkraft, schon die ersten Einstellungen - die Kamera kreist im Morgengrauen um Wolkenkratzer, der Moloch L.A. erwacht langsam, auf dem Dach des Hotels fällt ein junger Mann eine einsame Entscheidung - läßt keinen Zweifel an dem Willen zum großen Kino. "The Million Dollar Hotel" ist der beste Wenders seit "Paris, Texas". Für dieses Meisterwerk sollten nicht nur Cineasten bis ans Ende der Welt gehen. mk.

Darsteller:  Jeremy Davies   als Tom Tom
  Milla Jovovich   als Eloise
  Mel Gibson   als Skinner
  Jimmy Smits   als Geronimo
  Peter Stormare   als Dixie
  Amanda Plummer   als Vivien
  Gloria Stuart   als Jessica
  Tom Bower   als Hector
  Donal Logue   als Best
  Bud Cort   als Shorty
  Julian Sands   als Terence Scopey
  Harris Yulin   als Stanley Goldkiss
  Richard Edson   als Joe
  Charlayne Woodard   als Jean Swift
  Conrad Roberts   als Stix
  Tim Roth   als Izzy Goldkiss
  Ezra Buzzington   als Reporter
  Wim Wenders  
 
Regie:  Wim Wenders  
Buch:  Nicholas Klein  
Musik:  Jon Hassel  
  Bono  
  Daniel Lanois  
  Brian Eno  
Kamera:  Phedon Papamichael  
Produzent:  Deepak Nayar  
  Bono  
  Nicholas Klein  
  Bruce Davey  
  Wim Wenders  
 

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Milla Jovovich wurde 1975 in Kiew geboren und verbrachte ihre Kindheit in der Ukraine. Sie siedelte mit ihrer Familie nach Los Angeles um,...

 

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Internationaler Filmstar, Regisseur und Produzent. Geboren in Peekskill, New York (australische Staatsbürgerschaft). Familie: seit 1980 verheiratet...