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The Motorcycle Diaries - Die Reise des jungen Che

Außergewöhnliches Biopic, Coming-of-Age-Drama und Roadmovie über den jungen Che Guevera und seinen abenteuerlichen Weg zum Revolutionär.


The Motorcycle Diaries - Die Reise des jungen Che

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Erhältlich seit:
14.04.2005

Originaltitel: The Motorcycle Diaries

Drama/ Abenteuer

USA/Deutschland/Argentinien/Großbritannien 2003
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 6

Gael García Bernal
Rodrigo De la Serna
Mía Maestro

Regie: Walter Salles
Highlight Communications (Deutschland)

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Shooting-Star Gael Garcia Bernal findet als Ernesto "Che" Guevara auf einem abenteuerlichen Trip seine Wurzeln.

Es geht gut los: Noch sausen Ernesto und Freund Alberto auf ihrer Norton übers Land (Foto: Constantin) Großansicht

Es geht gut los: Noch sausen Ernesto und Freund Alberto auf ihrer Norton übers Land (Foto: Constantin)

Es ist eine gewagte Reise, die der junge Ernesto "Che" Guevara 1952 mit seinem Freund Alberto Granado durch Lateinamerika unternimmt: Zuerst auf einem alten Norton-500 Motorrad, dann, als dieses seinen Geist aufgibt, zu Fuß, per Amazonas-Dampfer und auf den Ladeflächen klappriger Lastwagen.

Es soll ein Trip werden, der ihr ganzes späteres Leben bestimmt und aus dem bürgerlichen Argentinier Ernesto, der Arzt werden will, den charismatischen Kämpfer und Revolutionär "Che" macht.

Denn die fröhlichen Studenten, die sorglos in den Tag hineinleben und mit fantasievollen Abenteuergeschichten die lokalen Dorfschönheiten bezirzen, erfahren im Laufe der Reise die wahren Tragödien Lateinamerikas am eigenen Leib.

Was er auf seiner Reise sieht und erlebt, stimmt den jungen Ernesto ziemlich nachdenklich (Foto: Constantin) Großansicht

Was er auf seiner Reise sieht und erlebt, stimmt den jungen Ernesto ziemlich nachdenklich (Foto: Constantin)

Poetische Selbstfindung

Es ist eine endlose Geschichte von Armut und Reichtum, Stolz und Tradition, Temperament und Lebensfreude, Unterdrückung und Ungerechtigkeit, die sie schließlich zu nachdenklichen Männern macht, die sich ganz den Notwendigkeiten der politischen Veränderung verschreiben.

Walter Salles' ("Central Station") poetisch-intensives Road-Movie, entstanden nach Ernestos Tagebuchaufzeichnungen, trifft mitten ins Herz. Robert Redford produzierte die bereits weltweit gefeierte, unvergessliche Expedition in die Weiten Lateinamerikas und in die Seele eines Mannes, der Weltgeschichte schrieb.

The Motorcycle Diaries - Die Reise des jungen Che

Berlinale-Chef Dieter Kosslick war zurecht betrübt über Walter Salles' Entscheidung, sein Biopic über den jungen Ernesto "Che" Guevara aus dem Wettbewerb in Berlin kurzfristig zurückzuziehen und Cannes den Zuschlag zu geben: Die auf den Tagebüchern Guevaras und seines damals besten Freundes Alberto Granada beruhende Verfilmung einer acht Monate währenden Reise durch Südamerika im Jahr 1952, die sich als Wendepunkt im Leben des späteren Revolutionärs erwies, ist ein zutiefst leidenschaftliches und uneitles Coming-of-Age-Movie, festgehalten in Form einer Serie von Schnappschüssen, der mit heiteren und amüsanten Episoden beginnt. Aber mit zunehmender Dauer entwickeln sich die "Motorcycle Diaries" fast unmerklich zu einem ernsten Film über Lebensanschauungen, Entscheidungen und politische Notwendigkeiten, gespiegelt durch die Augen Guevaras, der von Gael Garcia Bernal in einer Weise gespielt wird, dass man nicht den Blick von ihm abwenden kann.

Nichts ist übrig geblieben von Salles' zwar kunstvollen, aber letztlich doch quälend künstlichen Bildkompositionen seiner nicht an kreativer Eitelkeit sparenden letzten Regiearbeit "Hinter der Sonne" aus dem Jahr 2001. An "The Motorcycle Diaries" ist nichts gefällig, bemühtes oder gar selbstverliebt. Salles, der vor sechs Jahren mit "Central Station" den Goldenen Bären gewann und zuletzt als Produzent von "City of God" auffiel, hat den Stil seiner Filmbiographie ganz dem Inhalt untergeordnet. So ist ein Film entstanden, der tatsächlich die Qualitäten eines Tagebuchs hat: Er wirkt dringlich, spontan, leidenschaftlich, stellenweise aber auch verträumt und poetisch. Ganz ungemein profitiert er davon, seine Geschichte in Form eines Road Movies zu erzählen. Das hat Sturm und Drang, macht Spaß wegen seiner unablässigen Bewegung und fördert den Ansatz, die Entwicklung von Ernesto, dem idealistischen Medizinstudenten und verliebten Frauenliebling, hin zu Che, dem charismatischen Kämpfer für eine gerechtere Welt, in einer Abfolge von Momentaufnahmen zu erzählen, ohne jemals episodisch zu wirken. Oft mit handgehaltener Kamera und bestehendem Licht vor Ort gedreht, haben die "Motorcycle Diaries" den Look and Feel eines Dogma-Films. Aber improvisiert oder gar amateurhaft wirkt hier nichts, denn Salles erweist sich als erstklassiger Romancier, dem es gelingt, eine epische Geschichte mit intimem Blick zu erzählen.

Ausgang der Reise ist das tief empfundene und jugendlich naive Bedürfnis des 23-jährigen Argentiniers Ernesto aus der oberen Mittelklasse, mit seinem Kumpan Alberto von Buenos Aires aus den eigenen Kontinent zu entdecken. Durch Chile, Peru und Venezuela soll der Trip auf der schrottreifen '39er Norton 500, Spitzname "Die Mächtige", führen, um am 30. Geburtstag des lebenslustigen Alberto zu enden. Zuvor will man noch einen Zwischenstopp in dem exklusiven Miramar einlegen, wo Ernesto seine Freundin bei ihrer wohlhabenden Familie besuchen will. Es ist ein enttäuschendes Erlebnis - und der letzte Blick auf Reichtum und Luxus. Diese Welt lassen Ernesto und Alberto hinter sich, als sie sich durch Natur und Berge kämpfen, immer wieder unbequem und unfreiwillig von ihrer Norton absteigen und in komischen Episoden, Land, Leute und vor allem interessierte Chicas kennen lernen - ganz kurz lässt "Y tu mama tambien" grüßen. Als das Motorrad endgültig seinen Geist aufgibt, geht die zunehmend beschwerlichere Reise zu Fuß weiter. Zu diesem Zeitpunkt wandelt sich der Ton des Films: Raste er bisher wie im Rausch dahin, bleibt nun Zeit für Konflikte und die genaue Betrachtung dessen, was um die beiden jungen Männer vorgeht. Wie sie kann sich Salles nicht satt sehen an den Menschen der Gegend, die er immer wieder in schwarzweißen Schnappschüssen festhält, stolz und ungebrochen, aufrecht und schön. Sie - ihre Nöte, ihre Kämpfe und ihr Bedürfnis nach Organisation und Selbsthilfe - geben Ernestos vagen politischem Idealismus einen realistischen Fokus, der den Asthmatiker verändert, was sich in der abschließenden Episode in einer Lepraklinik in Venezuela niederschlägt.

So ist "The Motorcycle Diaries" natürlich ein politischer, aber nie ein didaktischer Film. Er stellt keine Thesen auf und sucht danach passende Bilder dafür, sondern zeigt Umstände und Situationen und veranschaulicht deutlich, wie sie einen Menschen beeinflussen. Vor allem geht es Salles aber um Menschen, ihre Gefühle und Bedürfnisse - und das mit einer Aufrichtigkeit, bei der man die Waffen strecken muss. Gewiss, er mag Guevara idealisieren und in späten Momenten des Films gar messianische Züge verleihen. Aber er macht auch klar, warum er so nachhaltig das Vertrauen und die Zuneigung der Menschen gewinnen und zum meist romantisierten Revoluzzer-Helden des letzten Jahrhunderts werden konnte. Letzten Endes ist diese wilde und zärtliche Ballade aus dem Herzen Südamerikas ein Film über Hoffnung und Zuversicht. Und genau deshalb werden ihn die Menschen lieben, wie sie Che Guevara geliebt haben. ts.

Darsteller:  Gael García Bernal   als Ernesto Guevara de la Serna
  Rodrigo De la Serna   als Alberto Granado
  Mía Maestro   als Chichina Ferreira
  Mercedes Morán   als Celia de la Serna
  Jean Pierre Noher   als Ernesto Guevara Lynch
  Lucas Oro   als Roberto Guevara
  Susana Lanteri   als Tante Rosana
  Gustavo Bueno   als Dr. Hugo Pesce
  Jorge Chiarella   als Dr. Bresciani
  Ulises Dumont  
 
Regie:  Walter Salles  
Buch:  José Rivera  
Musik:  Gustavo Santaolalla  
  Jorge Drexler  
Kamera:  Eric Gautier  
Produzent:  Michael Nozik  
  Edgar Tenenbaum  
  Karen Tenkhoff  

Paramounts April-Neuheiten

Paramount hat seine Verleih-Neuheiten für den Monat April bekannt gegeben, darunter die französische Komödie "Schau mich an!" und das Biopic "Die Reise des jungen Che".

Gael García Bernal als Che Guevara Großansicht

Gael García Bernal als Che Guevara

"Die Reise des jungen Che" vom "Central Station"-Regisseur Walter Salles zog immerhin knapp 383.000 Besucher in die deutschen Kinos. Die auf den Tagebüchern Che Guevaras und seines damals besten Freundes Alberto Granada beruhende Verfilmung einer acht Monate langen Reise durch Südamerika im Jahr 1952 ist ein wunderbar fotografiertes Coming-of-Age-Movie, für das man alle mal den Gang in die Videothek bzw. in den DVD-Store antreten sollte. Paramount veröffentlicht "Die Reise des jungen Che" am 14. April zunächst als Verleih-DVD.

Eine Woche später, am 21. April, erscheint die französische Komödie "Schau mich an!", die in bester spitzzüngiger Tradition an "Lust auf Anderes" anknüpft, dem Debütfilm von Agnès Jaoui. Jaoui vereint auch in "Schau mich an!" sowohl Drehbuch, Regie und Darstellkunst. Für die delikat gesponnene Geschichte um ein molliges Mädchen auf der Suche nach Identität erhielt Jaoui in Cannes eine Palme für das Beste Drehbuch.

Außerdem hat Paramount mit "Fünf mal Zwei", dem letzten Film von François Ozon, am 28. April weitere Qualitätsware aus Frankreich in petto.

 

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