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The Straight Story - Eine wahre Geschichte

Faszinierendes Roadmovie der etwas anderen Art, in der sich ein 73jähriger Mann auf seinem Rasenmäher auf eine sechswöchige Reise begibt.


The Straight Story - Eine wahre Geschichte

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Erhältlich seit:
18.12.2000

Originaltitel: The Straight Story

Drama/ Komödie

Frankreich/USA 1999
Laufzeit: 107 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Richard Farnsworth
Sissy Spacek
Jane Galloway Heitz

Regie: David Lynch
Universum Film

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The Straight Story - Eine wahre Geschichte

Auf einem sich schier endlos hinziehenden Teerband kriecht ein kleiner Rasenmäher mit einem ungewöhnlichen, selbstgebauten Anhänger im Schlepptau dahin. Gesteuert wird das Gefährt von einem alten Mann, in seinem Heimatort in Iowa als Sturschädel Alvin Straight bekannt. Sein Ziel: Ein Hunderte von Meilen entferntes Nest in Wisconsin, wo sein kranker Bruder lebt, mit dem er sich endlich auszusöhnen gedenkt. Ein grotesker Plan mit ehrenwertem Ziel, geboren aus Finanznot, Stolz und dem Starrsinn, das Unmögliche wahr machen zu wollen.

Ein uramerikanisches Thema, den klassischen Western-Topos, feiert David Lynch ("Wild at Heart", "Lost Highway") in seinem jüngsten Film. Leise, zurückgenommen, ohne einen Hauch von Pathos, Patriotismus und Sentimentalität erzählt er eine wahre Geschichte, die Amerika und seine Bewohner perfekt beschreibt. Brillant das Spiel des Oscar-nominierten Hauptdarstellers Richard Farnsworth, kongenial Sissy Spacek als dessen Tochter Rose und erlesen die Kameraarbeit von Freddie Francis. Ein 'Americana' der Extraklasse und wohltuend anders als gängige Mainstream-Ware.

The Straight Story - Eine wahre Geschichte

David Lynch hat seine Drohung wahrgemacht: In der wahren Odyssee des 73jährigen Alvin Straight, der auf seinem Rasenmäher eine sechswöchige Reise antritt, um seinen 500 Kilometer entfernt wohnenden Bruder zu besuchen, erzählt der Meister des Abseitigen tatsächlich eine straight story, eine schnurgerade, bestechend simple Geschichte. Zwar setzt Lynch all seine bekannten Stilmittel ein, doch hier zieht er dem neugierigen Blick hinter die weißen Zäune amerikanischer Familien, den gewohnten bizarren Figuren und dem sublimen Maschinengrollen des Soundtracks die Zähne, wurden in diesem "Mild At Heart" Bedrohung, Aggression und sexuelle Abgründe mit Langsamkeit, Demut und einer seltenen Reife im Geschichtenerzählen ersetzt.

Einst war dieser Alvin Straight sicherlich "Wild at Heart", ein Treibauf wie Nicolas Cages Sailor in Lynchs bekanntestem Film. Doch das Alter hat seinen Tribut gefordert, vom jugendlichen Übermut ist nur noch die Erinnerung geblieben, und Gebrechlichkeit bestimmt den Alltagsrhythmus im bescheidenen Heim in Laurens, Iowa, das sich Alvin mit seiner ältesten Tochter, der "langsamen" Rose (Sissy Spacek), teilt. Die alte Rastlosigkeit wird geweckt, als Alvin erfährt, daß sein Bruder im 500 Kilometer entfernten Mt. Zion in Wisconsin einen Schlaganfall erlitten hat. Seit einem Streit vor zehn Jahren haben die beiden kein Wort mehr gesprochen. Alvin will die Sache bereinigen, und begibt sich nach einem Fehlstart auf seinem Rasenmäher der Marke John Deere, Baujahr 1966, auf die Reise durchs amerikanische Heartland und, wie es sich für ein Roadmovie der etwas anderen Art gehört, zu sich selbst.

Zur stimmigen Countrymusik von Angelo Badalamenti fährt er auf dem lost highway, vorbei an Maisfeldern und Kornfeldern, Ortschaften und Fabriken, und wenn die Kamera sich den Luxus leistet, in den Himmel zu schwenken, ein paar Momente in den Wolken zu verharren und wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren, dann hat Alvins Rasenmäher nur wenige Meter mehr zurückgelegt. Das ist komisch, zutiefst anrührend und gehorcht einer ganz eigenen Poesie, in der das Gewöhnliche plötzlich ungeahnte Bedeutung gewinnt. Wenn Alvin von einem Lastwagen überholt und sein Hut weggefegt wird, ist das schon ein richtiges Abenteuer. Wenn ihn Hunderte von Rennradlern passieren, macht Lynch ein surreales, desorientierendes Erlebnis daraus. Eines Abends gesellt sich eine Ausreißerin an Alvins Lagerfeuer, und er erzählt von seiner Familie, so wie er später vom Älterwerden und von seinen Kriegserlebnissen berichten wird. Eine Autofahrerin überfährt vor seinen Augen auf offener Strecke ein Reh - und gesteht aufgelöst, daß ihr das seit Wochen täglich passiert. Als Alvin bei einer Abfahrt die Bremsen versagen und der Rasenmäher auf Tempo 50 beschleunigt, ist das eine Action-Sensation, als würde Michael Bay gleich zehn todbringende Asteroiden auf die Erde schleudern. Nach der Reparatur - ein komischer Höhepunkt - stehen dem Ziel seiner Reise nur noch die Überquerung des Mississippi und die zwei bewegendsten Begegnungen des Filmes im Weg. Zusammengehalten werden die Episoden von bisweilen minutenlangen Kameraschwenks über die Kornkammer Amerikas. Doch "The Straight Story" ist nicht "Der Pferdeflüsterer" und der Effekt nicht romantisierend oder verklärend. Dafür sorgen nicht zuletzt die zahllosen Zitate aus verstörenderen Lynch-Filmen: die brennende Hütte und Kamerafahrt über den Highway-Mittelstreifen aus "Lost Highway", der Autounfall aus "Wild at Heart", die weißen Zäune aus "Blue Velvet", die konstanten Hintergrundgeräusche aus "Eraserhead" - ganz als wollte der Regisseur seine Motive rückwirkend dem Reich des Fantastischen entreißen und in einem wahrhaftigen Kontext ansiedeln, die für ein angenehmes Brodeln unter der versöhnlichen Oberfläche des Films sorgen: Die Welt seiner Alptraumbildern ist real, sagt Lynch, aber es ist auch eine Welt, in der Platz ist für Figuren wie Alvin Straight, einen echten amerikanischen Helden, von Richard Farnsworth in seiner besten Rolle seit "Eine Farm in Montana" ohne Hast und darstellerische Gimmicks auf den Punkt gebracht wird: Sein faltiges, müdes, gescheites Gesicht ist die wahre Attraktion von David Lynchs bestem, kommerziellsten Film, seit er Willem Dafoe die Schädeldecke wegblies: Es ist unmöglich, nicht von dieser geradlinigen, aber niemals glatten Ode an Langsamkeit und Demut ergriffen zu sein. ts.

Darsteller:  Richard Farnsworth   als Alvin Straight
  Sissy Spacek   als Rose
  Jane Galloway Heitz   als Dorothy
  Everett McGill   als Tom, der Dealer
  Jennifer Edwards   als Brenda
  Barbara Robertson   als Derr Woman
  John Farley   als Thorvald
  John Lordan   als Priester
  Harry Dean Stanton   als Lyle
  Kevin P. Farley   als Harald
 
Regie:  David Lynch  
Buch:  Mary Sweeney  
  John Roach  
Musik:  Angelo Badalamenti  
Kamera:  Freddie Francis  
Produzent:  Mary Sweeney  
  Neal Edelstein  
  Alain Sarde  
 

The Straight Story - Eine wahre Geschichte in der Fotoshow

 

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Features

 

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Richard Farnsworth

Die große Reise seines Lebens trat er beinahe als Methusalem an, als er 1999 in "The Straight Story" von David Lynch einen 74-...

 

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Sissy Spacek

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