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The Truce - Die Atempause

KZ-Überlebende auf dem Weg nach Hause und zu einem neuen Leben. Drama nach Primo Levis Erfahrungen.


The Truce - Die Atempause

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Erhältlich seit:
09.12.2011

Originaltitel: La tregua

Drama

Italien/Frankreich/Deutschland/Schweiz 1996
Laufzeit: 109 Min.
FSK: ab 12

John Turturro
Massimo Ghini
Rade Serbedzija

Regie: Francesco Rosi
Evolution Entertainment AG

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Januar 1945. Der junge italienische Chemiker Primo und drei seiner Freunde irren, nach der Befreiung aus dem KZ Auschwitz-Birkenau, auf ihrem Heimweg durch das immer noch vom Krieg zerissene Europa. Abhängig von nur sporadisch funktionierenden Zügen, nähern sie sich auf Zick-Zack-Kurs durch Ost- und Mitteleuropa ihrer Heimat Italien. Auf der beinahe surreal anmutenden Odyssee werden sie im Gedanken immer noch vom Lagerhorror geplagt, während der Überlebenswille die Männer zu den absurdesten Taten treibt.

Primo Levi, 1987 durch Selbsmord aus dem Leben geschieden, veröffentlichte 1962 seine Erinnerungen an eine Reise voller innerer und äußerer Befreiungen. 1996, nach jahrelangen vergeblichen Versuchen, gelang es Regisseur Francesco Rosi endlich, dieses autobiographische Buch zu adaptieren. Trotz schwierigster Drehbedingungen entstand ein hoffnungsvoll dem Leben zugewandtes Werk, das vor allem durch das minimalistische, intensive Spiel John Turturros zu fesseln versteht. Ein ergreifender, nachdenklicher Film für politisch Interessierte.

Der italienische Regisseur Francesco Rosi ("Wer erschoß Salvatore G.?", "Hände über der Stadt") schließt in seinem jüngsten Film wieder an sein linkspolitisches Engagement an und widmet sich erstmals einem Holocaust-Stoff. Nach einer literarischen Vorlage, dem gleichnamigen autobiografischen Buch des Auschwitz-Überlebenden Primo Levi, ist "Die Atempause" der ungewöhnliche Versuch eines hoffnungsvoll dem Leben zugewandten Films zur KZ-Thematik. Mit John Turturro in der Levi-Rolle gelingt der Balanceakt zwischen dokumentarischem Faktenwissen und subjektiver Fiktion nicht immer nahtlos, vermag aber dennoch als eine dichte Folge unglaublich abenteuerlicher Begegnungen und Situationen zu fesseln.

Rosis Film beginnt da, wo "Schindlers Liste" aufhört. Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wir von der Roten Armee befreit. Es ist der 27. Januar 1945. Für Primo, einen jungen italienischen Chemiker, beginnt nun die exemplarische Odyssee einer Heimkehr auf absurd verschlungenen Umwegen, die das Horror-Surrealismus-Szenario des Nazi-Vernichtungslagers auf aberwitzige Weise fortsetzen. Es herrscht noch immer Krieg in Europa, und die befreiten Häftlinge, Italiener, Polen, Tschechen, Franzosen, Griechen, Deutsche, irren orientierungslos durch verwüstetes Niemandsland. Statt nach Süden und Westen bewegen sie sich in entgegengesetzter Richtung. Nach Weißrussland, in die Ukraine, über Rumänen, Ungarn, Österreich, München treibt es Primo und seinen Reisegefährten, den rauhen, aber herzlichen Griechen, seinen für Überlebens-Egoismus plädierenden Freund Cesare und den religiös empfindenden Daniele. Er ist es, der den im Lager zum Atheisten gewordenen Primo Levi dazu bewegen kann, die Erlebnisse der Häftlinge aufzuschreiben. So wird aus dem mit Vorliebe ironischen und humorbegabten distanzierten Beobachter einer der bedeutensten literarischen Chronisten des Holocaust.

Francesco Rosi, selbst Coautor des Drehbuchs, verwendet die originalen Texte von Primo Levi geschickt als erinnernden Off-Kommentar und schafft so einen Ton der Melancholie, der gut mit dem Aberwitz der abenteuerlichen Situation kontrastiert, in die Primo auf seiner Odyssee gerät. Abhängig davon, welche Eisenbahnlinien funktionieren, sind die Deportierten in einem heftigen Zickzack-Kurs unterwegs. Der wachsende Überlebenswille und der Hunger treibt Primo zu einer gespenstischen Clownsnummer als gackerndes Huhn, so daß der Bauer sich erweichen läßt, den ausgemergelten Gestalten etwas zu essen gibt. Und obwohl der Film sich Mühe gibt, nicht in falsche Sentimentalität zu gleiten, gibt es doch immer wieder Momente, in denen man sich ein gesprochenes Wort auch mal ohne die vollmundige Musik von Luis Bacalov wünscht. Und eine Szene in München, wo Primo seiner Heimatstadt Turin chon sehr nah ist, zeigt ein bei Rosi sonst höchst ungewohntes Pathos im spontanen Kniefall eines Deutschen beim Anblick von Primo in seiner KZ-Kleidung mit dem gelben Stern.

John Turturros darstellerische Leistung allerdings ist bemerkenswert minimalistisch und zurückgenommen, wodurch er dem Film eine nachdenkliche Ebene fast literarischer Stilisierung gibt. Mann möchte sofort das Buch von Primo Levi lesen und noch mehr über diese Reise vor allem auch ins Innere jener Menschen erfahren, die sich nach dem Holocaust-Horror ihren eigenen Gefühlen neu stellen müssen. "Im Angesicht der Freiheit fühlten wir uns verloren, kraftlos", schreibt Levi 20 Jahre später. An dem Film konnte er nicht mehr mitarbeiten, er hatte 1987 den Freitod gewählt. Francesco Rosi setzt ihm ein gefühlsstarkes filmisches Denkmal. fh.

Die Rote Armee befreit die letzten Überlebenden des von den Nationalsozialisten fluchtartig verlassenen Vernichtungslagers. Primo, ein junger italienischer Chemiker, gehört zu den Befreiten. Für ihn und für einige seiner Kameraden beginnt ein langer Weg zurück ins Leben, eine Monate dauernde Odysee durch das vom Krieg gezeichnete Europa. Primo ist ein ironischer, humorvoller, aber auch distanzierter Beobachter der Erlebnisse der bunt zusammengewürfelten Gruppe, die sich mit neuem Lebensmut auf eine Reise begibt, die jeden einzelnen mit den Weiten seiner vielfach malträtierten und sich nur allmählich den Erinnerungen und einem notwendigem Schmerz öffnenden Seele konfrontiert...

Quelle: Evolution Entertainment

- Fotogalerie
- Wendecover

Quelle: Evolution Entertainment

Darsteller:  John Turturro   als Primo
  Massimo Ghini   als Cesare
  Rade Serbedzija   als Der Grieche
  Stefano Dionisi   als Daniele
  Teco Celio   als Col. Rovi
  Roberto Citran   als Unverdorben
  Claudio Bisio  
  Andy Luotto  
  Agnieszka Wagner  
  Lorenza Indovina  
 
Regie:  Francesco Rosi  
Buch:  Francesco Rosi  
  Stefano Rulli  
  Sandro Petraglia  
Musik:  Luis Enrique Bacalov  
Kamera:  Pasqualino de Santis  
  Marco Pontecorvo  
Produzent:  Leo Pescarolo  
  Guido De Laurentiis  
 

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