VHS Leihvideo

The Truth about Charlie

Remake des Stanley-Donen-Klassikers "Charade" von 1963 mit Thandie Newton und Mark Wahlberg.


The Truth about Charlie

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.09.2003

Originaltitel: The Truth about Charlie

Thriller

USA 2002
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 12

Mark Wahlberg
Thandie Newton
Tim Robbins

Regie: Jonathan Demme
Universal Pictures Germany

Bild 1 von 21

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
The Truth about Charlie

Wer ist eigentlich Charlie, fragt sich auch seine Ehefrau Regina, als sie aus dem Urlaub nach Paris zurückkehrt, die Wohnung leer vorfindet, und durch die Polizei von der Ermordung ihres Angetrauten erfährt. Fortan hat sie keine ruhige Minute mehr: Sie wird in ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit Personen hineingezogen, die sie nie zuvor in ihrem Leben gesehen hat. Alle haben sie eine Rechnung zu begleichen mit dem Verstorbenen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Gesucht wird Charlies Vermögen, schlappe sechs Mio. Dollar.

Das von Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") inszenierte Remake von Stanley Donens Klassiker "Charade" mit Cary Grant und Audrey Hepburn von 1963 kommt zwar nicht an das Original heran, glänzt dennoch als leichtfüßige, romantische Krimikomödie mit einer recht prominenten Besetzung, als da wären Mark Wahlberg, Thandie Newton und Tim Robbins. Die temporeiche Kamera und der fetzige Soundtrack machen die Wahrheitsfindung quer durch Paris zu einem echten Vergnügen.

The Truth about Charlie

Aus alt mach neu - dieses beliebte Hollywodmotto hat sich jetzt auch Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") zu Herzen genommen hat. Der Oscarpreisträger wählte Stanley Donens romantischen Thrillerklassiker "Charade" von 1963 zur Modernisierung aus, wobei er in Zusammenarbeit mit Peter Joshua (dabei soll es sich um den Originalautoren Peter Stone handeln), Steve Schmidt und Jessica Bendinger ("Girls United") auch das Drehbuch adaptierte. Mit Gary Grant und Audrey Hepburn wies das makellose Original zwei unvergessliche Kinolegenden auf, mit deren geballtem Charme und Charisma sich ihre Nachfolger Mark Wahlberg und Thandie Newton kaum messen können.

Die Amerikanerin Regina Lambert (Newton als optisch faszinierender Augenfang) kehrt von einem Karibikurlaub in ihre Wahlheimat Paris zurück, wo sie sich von ihrem wohlhabenden Mann Charlie scheiden lasse will. Doch der befindet sich im Leichenschauhaus, und Kommissarin Dominique (Christine Boisson) bedrängt Regina mit diversen Fragen. Ob sie wusste, dass Charlie über mehrere Ausweise mit verschiedenen Namen verfügte? Weshalb ihre gemeinsame Wohnung leergeräumt sei? Dass Charlie sechs Mio. Dollar unterschlagen hatte? Regina fällt aus allen Wolken und in die Arme des hilfreichen Fremden Joshua Peters (ein fehlbesetzter Wahlberg vermittelt Unbehagen ). Bald darauf macht sie Bekanntschaft mit drei unlauteren Gestalten (Lisa Gay Hamilton, Ted Levine und Joong-Hoon Park), die das verschwundene Geld von ihr fordern. In einer Abweichung vom Original beschloss Demme die Bedrohlichkeit der Bösewichte mit Humor zu entschärfen, wohl auch, weil er erklärtermaßen keine Schwarzweiß gezeichneten Übeltäter ausstehen kann. Im Fall von Mr. Hannibal Lecter mag dies zur Komplexität des Charakters beigetragen haben, in diesem Fall wird jedoch in erster Linie die Spannung untergraben. Als nächster tritt US-Regierungsagent Bartholomew (Tim Robbins passabel in der Walter-Matthau-Rolle), der es ebenfalls auf die Millionen abgesehen hat, in die nimmer enden wollende Charade ein. Ein bunt schillerndes Karussell von Lug und Trug, falschen Identitäten, Geldgier und Mord beginnt sich um die verwirrte Witwe zu drehen. Und auch ihr einziger Retter Joshua scheint nicht derjenige zu sein, der er vorgibt. Beim Finale kommt es zum 'Mexican Standoff', bei dem der Oberbösewicht schließlich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit auftischt.

Nachdem vor kurzem bereits Steven Soderbergh mit "Full Frontal" eine kaum verhohlene experimentelle Hommage an die Nouvelle Vague realisierte, schwimmt Demme nun auf ähnlicher Wellenlänge. So sind es die Regie-Ikonen Jean-Luc Godard und François Truffaut, die er in seiner cineastischen Liebeserklärung an die französische (Film)Kultur assimiliert hat. Handgehaltene Kamera, schräge Blickwinkel, einfallsreiche Schnellschnitte, surreal anmutende Musikeinlagen (Charles Aznavour singt im Hintergarten und Godard-Dauerbrennerin Anna Karina liefert eine kuriose Kabaretteinlage zum Tangotanz), ein Cameoauftritt von Kultregisseurin Agnes Varda und selbst ein Clip von Truffauts "Schiessen Sie auf den Pianisten" sind unübersehbare Indizien für Demmes filmische Frankomanie. Hinreißend ist dabei das fantastisch von Kameramann Tak Fujimoto eingefangene Parisporträt, während der eklektische Soundtrack ein passend espritvolles Ambiente heraufbeschwört. Doch außer von Filmstudenten und eingefleischten Genrefanatikern könnten viele dieser eingestreuten Stilspielereien nicht die nötige Wertschätzung erfahren. Zudem ist der Ton des Remakes zu unentschieden - sprunghaft wird zwischen Komödie, Suspense und Romanze gependelt, ohne eine Balance zu finden. Die Wahrheit ist, dass sich der Erfolg vom sehr entfernt ähnlichen Thriller "The Bourne Identität" auf keinen Fall wiederholen lassen wird - und dass Stanley Donens Original vielleicht konventioneller, aber auch packender und stringenter war. ara.

Darsteller:  Mark Wahlberg   als Joshua Peters
  Thandie Newton   als Regina Lampert
  Tim Robbins   als Mr. Bartholomew
  Park Joong-hoon   als Il-Sang Lee
  Ted Levine   als Emil Zadapec
  Lisa Gay Hamilton   als Lola Jansco
  Christine Boisson   als Commandant Dominique
  Stephen Dillane   als Charlie
  Simon Abkarian   als Lt. Dessalines
  Frédérique Meininger   als Madame du Lac
  Charles Aznavour   als Charles Aznavour
  Anna Karina   als Karina
  Magali Noël   als mysteriöse Frau in Schwarz
  Sakina Jaffrey   als Sylvia
  Olga Sekulic   als junge Offizierin
  Pierre Carre   als Sänger Bistro
  Wilfred Benaïche   als Spielwarenhändler
  Sotigui Kouyaté   als Dealer
  Agnès Varda   als die Witwe Hyppolite
  Françoise Bertin   als Frau im Zug
  Saian Supa Crew   als Saian Supa Crew
 
Regie:  Jonathan Demme  
Buch:  Jonathan Demme  
  Steve Schmidt  
  Peter Joshua  
  Jessica Bendinger  
Musik:  Rachel Portman  
Kamera:  Tak Fujimoto  
Produzent:  Jonathan Demme  
  Edward Saxon  
  Peter Saraf  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Mark Wahlberg

Mit Buddy George Clooney steht er gern vor der Kamera, als Rapper wurde er bekannt, für Wolfgang Petersen ging er in einem Jahrhundertsturm...

 

Star

Thandie Newton

Die Trance-Frau. In ihren Augen ist immer Nacht. Die zarte dunkelhäutige Schönheit mit Ahnungen von Abgründen und Trauer im feinziselierten...