
Der renommierte Drehbuchautor David S. Goyer ("Dark City", "The Dark Knight") will mit seiner Regiearbeit ein paranormales Puzzlespiel liefern, verfällt dabei aber typischen Teenhorrorthriller-Konventionen.
Für seine erste Inszenierung seit dem Geisterdrama "Unsichtbar - Zwischen zwei Welten" (2006) beschäftigt sich Goyer erneut mit einer spirituellen Zwischenwelt, in der in diesem Fall ein teuflischer Dämon gefangen ist. Dieser Bösewicht in Bubengestalt möchte wiedergeboren werden und terrorisiert daher die schnuckelige Collegestudentin Casey (Odette Yustman, die sich zuletzt auf der Flucht vor dem "Cloverfield"-Monster befand) in verstörenden Träumen und Visionen. Sie beginnt auf eigene Faust Nachforschungen zu betreiben, in deren Folge sie ein dunkles Geheimnis in ihrer Familiengeschichte entdeckt. Ihre Großmutter war als Kind in Auschwitz mit ihrem Zwilling furchtbaren medizinischen Experimenten (der Standardschocker von in Augen gestochenen Riesennadeln kommt zum Teenie-Kreisch-erzeugenden Einsatz) ausgesetzt. Ein Dybbuk-Dämon ergriff damals ihren Bruder, der seither nach einem Portal in die Menschenwelt sucht. So nimmt Casey den zunehmend aggressiver werdenden Dämon in Spiegeln wahr und wird schließlich direkt von ihm angegriffen. Daraufhin sucht sie bei Rabbi Sendak Unterstützung. Das Finale ergibt sich in der baufälligen Nervenheilanstalt, in der Caseys Mutter ums Leben kam, wo Sendak gemeinsam mit einer Gruppe multireligiöser Exorzisten die Austreibung vornehmen will.
Goyers jüdische Antwort auf Friedkins Genreklassiker "Der Exorzist" ist voll und ganz auf junge Teenager zugeschnitten, die sich über die gruseligen Schockmomente und auch allerlei ungewollten Humor amüsieren werden. CGI-Effekte lassen Hunde mit umgedrehten Köpfen herumstreuen und Senioren gespenstisch schnell auf allen Vieren herumkrabbeln. Goyer, zu dessen Regiearbeiten auch "Blade Trinity" zählt, versteht es, das Geisterdrama dank seines Gefühls für visuelles Flair mit greifbarer düsterer Atmosphäre zu versehen. Allerdings kann der verworrene Plot nur bedingt mithalten. So werden erprobte Genreklischees en masse zum Einsatz gebracht, beispielsweise muss die Hauptdarstellerin wiederholt in Unterwäsche vor Tod und Teufel flüchten. Unterhaltungswert ist dem nicht abzustreiten. ara.