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The Virgin Suicides

Beunruhigender Teenagerfilm über vier jugendliche Schwestern, die den kollektiven Selbstmord planen.


The Virgin Suicides (Special Edition, 2 DVDs inkl. Hörbuch)

Kaufvideo

Erhältlich seit:
03.11.2006

Originaltitel: The Virgin Suicides

Drama/ Komödie

USA 1999
Laufzeit: 93 Min.
FSK: ab 12

James Woods
Kathleen Turner
Kirsten Dunst

Regie: Sofia Coppola
Capelight Pictures

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The Virgin Suicides (Special Edition, 2 DVDs inkl. Hörbuch)

In einem US-amerikanischen Vorort wachsen während der 70er Jahre fünf bildhübsche Schwestern auf. Die Töchter eines Lehrers und dessen ultra-religiöser Frau im Alter zwischen dreizehn und siebzehn verkümmern im elterlichen Elfenbeinturm, während die Jungs der Nachbarschaft sich nach ihnen verzehren. Als Lux, die Älteste, nach einem Tanzabend an der Schule ihre Unschuld verliert, nimmt das Unglück seinen Lauf. Nach und nach scheiden alle Geschwister aus unerfindlichen Gründen freiwillig aus dem Leben...

Francis Ford Coppolas Tochter Sofia entführt die Zuschauer in ihrem überzeugenden Regie-Debüt in das Herz der Mittelstands-Finsternis. Das auf dem gleichnamigen Bestseller des Nachwuchsautors Jeffrey Eugenides basierende Werk ist Thriller, Mysterienspiel, Tragödie und Komödie zugleich. Aus der Sicht eines mittlerweile erwachsenen Nachbarsjungen erzählt, besticht der Trip in die Vergangenheit durch seine hochkarätige Besetzung, den "Air"-Soundtrack und die stimmige Milieuzeichnung. Ein Arthaus-Tipp für eingefleischte Cineasten.

The Virgin Suicides (Special Edition, 2 DVDs inkl. Hörbuch)

Mit ihrem Regiedebut gibt Francis Fords 28jährige Tochter Sofia Coppola einen bemerkenswerten Einstand als unkonventionelle und sensibel intelligente Filmemacherin. Sie setzt der Welle der Teenie-Komödien und High-School-Feel-Good-Movies eine beunruhigende, psychologisch und gesellschaftskritisch hinterfragende Version entgegen. Es fehlt nicht an schwarzem Humor in dieser Geschichte von fünf Schwestern zwischen 13 und 17 Jahren, die in den 70er Jahren in einer Kleinstadt in Michigan aus dem Leben scheiden. Die Darstellerinnen dieser Mädchen sind authentisch im Alter ihrer Rollen und geben dem Film ein spannendes Flair, das nicht nur jugendliche Zuschauer faszinieren dürfte.

"Offensichtlich waren Sie nie ein 13jähriges Mädchen", bemerkt Cecilia (Hannah Hall) mit entwaffnend logischem Scharfblick, als der Arzt (Danny De Vito) ihr nach ihrem mißglückten Selbstmordversuch Vorhaltungen macht. Sie und ihre Schwestern wachsen im bourgeoisen amerikanischen Provinzmilieu mit einem Mathematiklehrer-Vater (James Woods) und einer sehr religiösen Mutter (Kathleen Turner) in einer scheinbar heilen Familie auf. Doch ein geheimnisvoller Suspense, der erfreulicherweise auch am Ende des Films keine beruhigende Patentlösung findet, begleitet die Geschichte von Anfang an. Erzählt wird sie als Erinnerung aus der heutigen Gegenwart von einem der Jungen aus der Nachbarschaft der Mädchen. Und so fällt schon ziemlich schnell der unheimliche Satz: "Cecilia ging als erste."

Die schönen blonden Schwestern erregen die Aufmerksamkeit und Neugier der gleichaltrigen Jungs, die bei sich erstmals bisher unbekannte Gefühle des Verlangens entdecken. Trip (Josh Hartnett), der Beau der Schule, verknallt sich in Lux (Kirsten Dunst) auf den ersten Blick und gibt sich auf rührende Weise Mühe, ihren Vater von der Ernsthaftigkeit seiner Absichten zu überzeugen. Und schließlich dürfen die Mädchen nach häufigen und heftigen Diskussionen mit den konservativen Eltern auf eine Tanzveranstaltung gehen. In dieser Nacht finden Lux und Trip den Mut und die Gelegenheit, sich zu lieben. Sofia Coppola und ihr Kameramann Edward Lachman finden verstörende Bilder für Lux' Einsamkeit danach.

Mehr und mehr verstörend sind auch die Wendungen der Geschichte, die Sofia Coppola ungewöhnlich konsequent aus der Rückblick-Perspektive der Jungs mit leicht nostalgischer Melancholie erzählt. Hier wird deutlich, daß die Vorlage ein Roman ist, Jeffrey Eugenides' 1991 erschienener "The Virgin Suicides" - die leicht distanziert fabulierende Haltung ist eindeutig literarisch. Da hat die Drehbuchautorin Sofia Coppola vielleicht noch ein bißchen zu sehr am Original festgehalten. Andererseits aber gibt diese filmische Stilisierung dem weiteren Handlungsverlauf auch eine gute Portion Ambiguität und Spannung, die das Ungewisse und Mysteriöse der "jungfräulichen Selbstmorde" alptraumhaft spürbar macht. Wenn die bigotte Mutter, die nach Cecilias zweitem und erfolgreichen Anlauf zum Selbstmord die verbliebenen vier Töchter von der Schule nimmt und zu Hause einsperrt, ist die Eskalation der Schrecken nicht mehr aufzuhalten. Die Jungs geben nicht auf und erfinden mit den Mädchen einen heimlich praktizierten Austausch von Mitteilungen. Die tragische Entwicklung zur unaufhaltsamen Katastrophe bleibt in ihrer Motivation bewußt unerklärt, wie so vieles im wirklichen Leben. So geht der Film wie ein Puzzle-Spiel im Kopf der Zuschauer weiter und macht neugierig auf den nächsten Film von Sofia Coppola. fh.

komplettes Hörbuch DIE SELBSTMORD-SCHWESTERN (420 min), Making-of
von Eleanor Coppola, Musikvideo von AIR, Fotogalerie, Soundtrack-Highlights,
Kinotrailer

Quelle: Capelight

Darsteller:  James Woods   als Mr. Lisbon
  Kathleen Turner   als Mrs. Lisbon
  Kirsten Dunst   als Lux
  Josh Hartnett   als Trip Fontaine
  Hanna R. Hall   als Cecilia
  Chelse Swain   als Bonnie
  A.J. Cook   als Mary
  Leslie Hayman   als Therese
  Danny DeVito   als Dr. Hornicker
  Scott Glenn   als Vater Moody
  Jonathan Tucker   als Tim
  Anthony DeSimone   als Chase
  Giovanni Ribisi   als Erzähler
  Hayden Christensen   als Jake Hill Conley
 
Regie:  Sofia Coppola  
Buch:  Sofia Coppola  
Musik:  Air  
Kamera:  Ed Lachman  
Produzent:  Francis Ford Coppola  
  Julie Costanzo  
  Chris Hanley  
  Dan Halsted  

Sofia Coppola dreht in Tokio

Kirsten Dunst ließ sich in "The Vigin Suicides" von der Coppola-Tochter in Szene setzen

Kirsten Dunst ließ sich in "The Vigin Suicides" von der Coppola-Tochter in Szene setzen

Der Tochter des großen Francis Ford fehlen in Tokio die Worte: Sofia Coppola ist "Lost in Translation" ("Verloren in der Übersetzung"). So lautet zumindest der Titel ihres neuen Films mit Bill Murray (zuletzt in "Die Royal Tenenbaums") und Scarlett Johansson ("The Man Who Wasn't There").

Sofia wird dabei nicht nur im Regiestuhl Platz nehmen, sie schrieb auch das Drehbuch selbst: Es erzählt die Geschichte zweier verlorener Seelen - ein Schauspieler und eine verlassene Frau - die gemeinsam eine Woche in der japanischen Metropole verbringen.

Ihr Regiedebut gab Sofia 1999 mit "The Virgin Suicides", einem sensiblen und dabei durchaus schwarzhumorigen Film über vier Schwestern, die einen gemeinsamen Selbstmord planen.

Als Darstellerin war sie schon im zarten Alter von 12 Monaten auf der Leinwand zu sehen: In Daddys großartigem "Der Pate" war sie der Täufling. Ihren letzten Auftritt vor der Kamera hatte sie in "Star Wars: Episode 1": Sie spielte Sache, die Zofe von Prinzessin Amidala.

 

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