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The Wind That Shakes the Barley

Ken Loachs Gewinner der Goldenen Palme 2006 erzählt anhand des Schicksals zweier Brüder exemplarisch von den Anfängen des irischen Widerstands.


The Wind That Shakes the Barley

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Erhältlich seit:
17.08.2007

Originaltitel: The Wind That Shakes the Barley

Drama

Irland/Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2006
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 12

Cillian Murphy
Padraic Delaney
Liam Cunningham

Regie: Ken Loach
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Ausgezeichnet mit der "Goldenen Palme" von Cannes: Ken Loachs Meisterwerk über den irischen Unabhängigkeits-Kampf.

Damien kämpft - nicht zuletzt mit sich selbst (Foto: Neue Visionen) Großansicht

Damien kämpft - nicht zuletzt mit sich selbst (Foto: Neue Visionen)

Irland, Anfang der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts: Englische Truppen regieren mit Grausamkeit, randalieren und unterdrücken die Bevölkerung. Deswegen schließt sich der junge, idealistische Arzt Damien seinem militanten Bruder Teddy und der Widerstandgruppe Irish Republican Army (IRA) an, um gegen die Besatzer zu kämpfen.

Doch als Damien im Zuge der Guerilla-Einsätze seinen ältesten Freund als Verräter hinrichten muss, ist der Wendepunkt erreicht: Er durchbricht die Spirale der Gewalt und stellt sich gegen seinen Bruder.

Mit dem Griff zu den Waffen nimmt ein jahrzehntelanges Verhängnis seinen Lauf (Foto: Neue Visionen) Großansicht

Mit dem Griff zu den Waffen nimmt ein jahrzehntelanges Verhängnis seinen Lauf (Foto: Neue Visionen)

Geschichte wird von Menschen gemacht

Voller Emotion und Spannung erzählt Regisseur Ken Loach vom Bürger- und Bruderkrieg, dessen Folgen bis in die Gegenwart reichen. Mit seinen sorgfältig komponierten Bildern entführt das Drama auf einen packenden Trip in die Geschichte und liefert ein erkenntnisreiches Gleichnis über die Entzweiung Irlands.

Einfach großartig ist in der Hauptrolle Cillian Murphy, der sich zuvor in "Batman Begins" als Scarecrow auch schon ums Blockbuster-Kino verdient gemacht hat. Für "The Wind that Shakes the Barley" gab es in Cannes verdientermaßen die "Goldene Palme".

The Wind That Shakes the Barley

Zum ersten Mal seit "Land and Freedom" kehrt Ken Loach, Britanniens ewiger Kämpfer wider soziale Ungerechtigkeit, in die Vergangenheit zurück. Sein eindringliches Drama über zwei Brüder in den Wirren des irischen Befreiungskampfes wurde überraschend, aber nicht unverdient mit der Goldenen Palme beim 59. Festival de Cannes prämiert.

69 Jahre und kein bisschen leise: Nach der versöhnlichen Liebesgeschichte "Just a Kiss" (2004 im Wettbewerb der Berlinale) schultert Ken Loach in seiner 21. Kinoregiearbeit wieder ein gewichtiges Thema: Mit Hilfe eines Drehbuchs seines langjährigen Mitstreiters Paul Laverty verfolgt er die Anfänge des irischen Widerstands gegen die britische Besatzung in den 20er Jahren und spiegelt dessen Entwicklung am Schicksal zweier Brüder, die sich bis zum tragischen Ende in konträre Richtungen bewegen. Damien O'Donovan ist ein aufstrebender Arzt, der sein Irland verlassen will, um in London in einem Krankenhaus als Arzt Menschen zu helfen. Ihm gegenüber steht sein älterer Bruder, der hitzköpfige Teddy, der längst als Mitglied der Irish Republican Army im Untergrund zur Gegenwehr gegen die Besatzer vorgegangen ist. Damien wechselt auf Teddys Seite, nachdem er in kurzem Abstand Zeuge von zwei gewalttätigen Konfrontationen mit britischen Soldaten wurde. Der bewaffnete Kampf in einer Guerillagruppe fordert einen hohen Preis: Als der zuvor so apolitische Damien gezwungen wird, seinen ältesten Jugendfreund als Verräter hinzurichten, ist für ihn der Punkt gekommen, an dem es kein Zurück mehr gibt. Erbitterte Streitigkeiten innerhalb der IRA nach der Unterzeichnung des Anglo-Irish Peace Agreement lassen ihn schließlich zum Todfeind seines Bruders werden. Loach nutzt die ebenso simple wie effektive Geschichte, um einerseits die Ursprünge jenes Konflikts zu illuminieren, der Irland auch heute noch nicht zu einem friedlichen Miteinander kommen lässt, andererseits ist der ruhige, in Braun- und Grüntönen gehaltene Film aber auch als exemplarisches Fallbeispiel über Freiheitskampf und die Entzweiung eines Landes zu lesen, wobei sich der Vergleich mit der aktuellen Situation im Irak aufdrängt - und von Loach nach eigenen Angaben auch gewollt ist. All das wäre graue Theorie, eine leblose Geschichtsstunde, wenn der Regisseur nicht ein Gespür dafür hätte, die einfache Bevölkerung mit wenigen Strichen zu zeichnen: Politik hat hier nichts mit Theorie zu tun, sondern mit menschlichen Bedürfnissen und Empfindungen und ist deshalb nachvollzieh- und erfahrbar. Was nicht zuletzt dem umwerfend wandelbaren Cillian Murphy ("Red Eye") in der Hauptrolle zu verdanken ist. Dank seiner Performance verliert "The Wind That Shakes the Barley" - Titel eines irischen Volksliedes - auch dann nicht an Intensität, wenn im letzten Drittel das Wort lauter spricht als die Aktion. Es wird endlos über das richtige Verhalten nach Abschluss des Friedensabkommens diskutiert - das aber wenigstens in Englisch und nicht Spanisch wie in "Land and Freedom", wenngleich der Film in Cannes ob des kantigen irischen Dialekts mit französischen und englischen Untertiteln gezeigt wurde. ts.

Darsteller:  Cillian Murphy   als Damien O'Donovan
  Padraic Delaney   als Teddy O'Donovan
  Liam Cunningham   als Dan
  Orla Fitzgerald   als Sinead
  Mary Riordan   als Peggy
  Mary Murphy   als Bernadette
  Lawrence Barry   als Micheail
 
Regie:  Ken Loach  
Buch:  Paul Laverty  
Musik:  George Fenton  
Kamera:  Barry Ackroyd  
Produzent:  Rebecca O'Brien  
 

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