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The Woodsman

Ein wegen Pädophilie Verurteilter kehrt nach zwölf Jahren im Gefängnis in seine Heimatstadt zurück und versucht, ein neues Leben zu beginnen.


The Woodsman

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.11.2005

Originaltitel: The Woodsman

Drama

USA 2004
Laufzeit: 84 Min.
FSK: ab 12

Kevin Bacon
Kyra Sedgwick
Mos Def

Regie: Nicole Kassell
Universum Film

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Ein wegen Kindesmissbrauchs Verurteilter kehrt nach zwölf Jahren Gefängnis in seine Heimatstadt zurück und versucht, ein neues Leben zu beginnen.

Walter sucht den Weg zurück in die Gesellschaft (Foto: Tobis) Großansicht

Walter sucht den Weg zurück in die Gesellschaft (Foto: Tobis)

Nach zwölf Jahren Gefängnis kehrt Walter (Kevin Bacon) in seine Heimatstadt zurück. Das Verbrechen, für das er lange gebüßt hat, heißt Pädophilie. Er ist ein gebrandmarkter Mann. Seine eigene Familie hält Walter für ein Monster, abgesehen von seinem Schwager, der Walter eine Wohnung und einen Job in einer Holzfabrik verschafft.

Dort lernt er Vickie (Kyra Sedgwick) kennen, die die Einzige zu sein scheint, die über seine Vergangenheit hinwegsehen kann. Sie verlieben sich. Doch der Blick auf den Spielplatz gegenüber der Wohnung droht Walter zum Verhängnis zu werden.

Die Versuchung ist groß (Foto: Tobis) Großansicht

Die Versuchung ist groß (Foto: Tobis)

Unbequem und düster

Nicole Kassell inszenierte mit Kyra Sedgwick und Ehemann Kevin Bacon in den Hauptrollen ein schockierendes und berührendes Drama in der Tradition von "Sling Blade" über einen Mann, der auf eine zweite Chance hofft.

Die Low-Budget-Produktion basiert auf dem Theaterstück von Ko-Autor Steven Fechter: ein unbequemer Stoff, mit dem Bacon nach dem thematisch ähnlich düsteren "Mystic River" erneut eine schauspielerische Glanzleistung liefert. So gelingt es diesem stillen Film, bei einem großen Tabu-Thema mit sorgsam komponierten Bildern auf dem schmalen Grat zwischen Mitgefühl und Entsetzen zu wandeln.

The Woodsman

Nicole Kassell, Absolventin der New Yorker Tisch School of the Arts, greift in ihrem beachtlichen, emotional aufwühlenden Regiedebüt ein Tabu-Thema auf: Wegen Pädophilie verurteilt, versucht der von Kevin Bacon gespielte Titelheld nach zwölf Jahren Gefängnis wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Das 2001 mit dem Drehbuchpreis in Sundance ausgezeichnete Drama überzeugte als einer des stärksten Beiträge der diesjährigen Quinzaine des Réalisateurs in Cannes.

Nach "Monsters Ball" zeigt Produzent Lee Daniels mit der Themenwahl erneut Mut zum Risiko. Kevin Bacons grandiose Darstellerleistung sollte das Interesse eines breiteren Publikum wecken, denn Aufmerksamkeit ist dem düsteren, gleichwohl packenden Film jenseits der Festival-Schiene zu wünschen. Die große Leistung der Filmemacher - das Drehbuch schrieben Kassell und Steven Fechter nach dessen Theaterstück - ist ihr Blickwinkel: zu keiner Zeit wird um die Sympathie des Publikums für den zerrissenen "Helden" geworben, dennoch gelingt es, eine Atmosphäre zu erzeugen, die Verständnis für dessen innere Konflikte, seinen Kampf mit sich selbst, weckt.

Nach zwölf Jahren im Gefängnis wird der verurteilte Kinderschänder Walter (Bacon) entlassen. In seiner Heimatstadt in Philadelphia findet er einen Job in einem Holzlager und eine kleine Wohnung gegenüber der Schule - der einzige Platz, der ihm vermietet wird. In seiner Suche nach Normalität lebt er zurückgezogen, was ihm von der Sekretärin Mary-Kay (Eve) als Arroganz ausgelegt wird. Sie beginnt in seiner Vergangenheit herumzuschnüffeln und ihn bei den Kollegen zu denunzieren. Walter absolviert seine wöchentlichen Therapiesitzungen und wird hin und wieder von seinem Schwager (Benjamin Bratt) besucht, der findet, er habe eine zweite Chance verdient, während Walters Schwester den Kontakt ablehnt. Die einzige Person, die zu ihm durchdringt, ist seine Arbeitskollegin Vickie (Bacons Ehefrau Kyra Sedgwick). Sie trägt selbst Wunden aus der Vergangenheit, hat sich aber Menschlichkeit und Optimismus bewahrt, der die langsam wachsende Beziehung auch durch schwere Zeiten trägt. Die beginnen, als Walter in einem Park ein zwölfjähriges Mädchen kennen lernt und sich mit der Frage konfrontiert sieht, ob die Dämonen seiner Vergangenheit auch seine Gegenwart und Zukunft im Griff haben. In einer herzzerreißenden Szene, in der das Mädchen Walter ihr schlimmstes Geheimnis anvertraut, gelingt es ihm, sein eigenes Verlangen zu besiegen. Ihr Schmerz öffnet ihm den Käfig, in dem er gefangen war.

Mit diesem optimistischen Ausblick findet der gänzlich ohne didaktische Bemühungen auskommende Film ein hoffnungsvolles, gleich weg unsentimentales Ende. Durchweg überragend sind die Darstellerleistungen: Bacon, gern als Bösewicht besetzt, gibt die vielleicht überzeugendste Performance seiner Laufbahn als Opfer und Täter zugleich, Kyra Sedgwick verleiht ihrer Vickie eine Verletzlichkeit, die ihre schwere Vergangenheit in sich trägt, und auch die Hip-Hop-Künstler Eve als Sekretärin und Mos Def als Cop, der nur darauf wartet, Walter wieder überführen zu können, gelingen intensive Charakterzeichnungen. Sicherlich ist, wegen der heiklen Thematik und der dunklen Grundstimmung, kein Massenpublikum für dieses packende psychologische Drama zu gewinnen. Das Arthouse-Publikum aber wird mit dem seltenen "So soll Kino sein"-Gefühl belohnt. boe.

Darsteller:  Kevin Bacon   als Walter
  Kyra Sedgwick   als Vickie
  Mos Def   als Sgt. Lucas
  Benjamin Bratt   als Carlos
  David Alan Grier   als Bob
  Eve   als Mary-Kay
  Michael Shannon   als Rosen
  Hannah Pilkes   als Robin
  Kevin Rice   als Candy
  Jessica Nagle   als Annette
  Joey Hazinsky   als Cherub
  Carlos Leon   als Pedro
  Gina Philips   als Nicole Walker
 
Regie:  Nicole Kassell  
Buch:  Steven Fechter  
  Nicole Kassell  
Musik:  Nathan Larson  
Kamera:  Xavier Pérez Grobet  
Produzent:  Daniels Lee  
 

The Woodsman in der Fotoshow

 

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Features

 

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Kevin Bacon

Seine Fähigkeit, unsympathischen Charakteren freundliche Züge zu verleihen und faszinierende, von einer fixen Idee besessene Personen zu spielen...

 

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