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Three Kings

Sarkastische und moralisierende Golfkriegsactionkomödie in der Tradition von "Der Schatz der Sierra Madre".


Three Kings

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Erhältlich seit:
09.08.2001

Kriegsfilm/ Komödie

USA 1999
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 16

George Clooney
Mark Wahlberg
Ice Cube

Regie: David O. Russell
Warner Home Video Germany

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Three Kings

Mit ihrem bisherigen Leben unzufrieden beschließen die Reservisten Barlow, Elgin und Vig unter der Führung von Sergeant Gates, ihr Schicksal endlich in die eigenen Hände zu nehmen. "Zwischen Morgengrauen und Lunch" wollen sie Saddam Hussein um das Gold erleichtern, das er den Kuwaitis gestohlen hat. Doch was zunächst wie ein Sonntags-Spaziergang aussieht, erweist sich schnell als Alptraum, weil sich die Soldaten erstmals mit der komplexen Situation in einem Land auseinandersetzen müssen, das auch gegen die eigenen Einwohner Krieg führt.

Exzentrische, vorzügliche Mischung aus Golfkriegs-Satire, Actionfilm und Flüchtlingsthriller. Regisseur David O. Russell ("Flirting With Desaster") verbindet mit traumwandlerischer Sicherheit verschiedenste Stilelemente, wechselt blitzschnell die Genres und zeigt auch in der Schauspielführung keine Schwächen. "Mr. ER" Clooney, "Marky Mark" Wahlberg ("Boogie Nights"), Rapper Ice Cube und Jung-Regisseur Spike Jonze ("Being John Malkovich") harmonieren perfekt und funktionieren vorzüglich als Ensemble. Mit bitterbösen, anti-amerikanischen Spitzen gespicktes Wüstenabenteuer.

Three Kings

Der Krieg mag ein dreckiges Geschäft sein - für Hollywood ist er von jeher ein faszinierendes und lukratives Sujet - und immer wieder für einen Oscar gut. Konnte "Der Soldat James Ryan" letztes Jahr einen Siegeszug antreten, ist es heuer gut möglich, daß die sarkastische und moralisierende Golfkriegsactionkomödie "Three Kings", eine hochmoderne Variation von "Der Schatz der Sierra Madre", in der einen oder anderen Kategorie ans Siegespodest marschieren könnte.

Dabei ist es für Warner nicht einfach, diesen ersten ernstzunehmenden Traumfabriks-Beitrag zum Thema Operation Desert Storm schlüssig zu vermarkten. Denn die Komponenten dieser hyperenergetischen Mischung bestehen aus schwarzhumoriger Kriegssatire, agressivem Actionknaller, konventionellem Heist-Thriller und kritischem Politkommentar. Daß es sich um ein eigenwilliges und sehr schräges Projekt mit bizarrem Einschlag handelt, ist bei einem Regisseur wie David O. Russell auch nicht anders zu erwarten. Der Indiefilmer machte mit seinem kontroversen Debüt, der Inzestkomödie "Spanking The Monkey" von sich reden, um die bitterböse Familienfarce "Flirting With Disaster" nachzulegen. Mit einem Budget von 50 Mio. Dollar ausgestattet, hat Russell Gelegenheit, seine ausgefallenen Ideen (im vielleicht aufsehenerregendsten Moment des Films wird der Weg einer Kugel im Inneren eines Körpers inspiziert) mit grobkörnig-ausgeblichenen Aufnahmen (für ein Maximum an authentischer Wirkung) auf die Breitwand zu bringen. Das von Russell verfaßte Drehbuch (nach einer Idee von "U-Turn"-Autor John Ridley) nimmt seinen Ausgang im März 1991, nachdem die USA mit Saddam Hussein einen Waffenstillstand ausgehandelt hat. Die in der Wüste stationierten Infantriesoldaten fühlen sich betrogen, da sie "keine Action gesehen haben". Um so mehr freut sich Sergeant Troy Barlow (Mark Wahlberg aus "Boogie Nights" einmal mehr als gutmütiger Naivling), einen suspekten irakischen Soldaten abknallen zu können, wofür er von seinen Kumpels enthusiastisch als Held gefeiert wird. Nachdem er bei einem verwundeten Soldaten eine Karte entdeckt, die den Weg zu Saddams gestohlenen kuwaitischen Goldbarren weisen soll, schmiedet er gemeinsam mit Staff-Sergeant Chief Elgin (Rapper Ice Cube) und Gefreiten Conrad Vig (Videoclip-Regisseur Spike Jonze als Verkörperung des ignoranten Amis) Pläne für die Schatzbergung. Special-Forces-Captain Archie Gates (George Clooney nach "Out of Sight" wieder mit einer Spitzenleistung) schaltet sich ein und übernimmt resolut das Kommando. Was sie sich als Kinderspiel vorgestellt hatten, entwickelt sich zum gefährlichen Abenteuer, in dessen Verlauf sie die Bekanntschaft mit irakischen Rebellen und Soldaten machen, Zeugen von Mißhandlung und Mord an Zivilisten werden, nach einer falschen Fährte die Goldbarren finden, eine frenetische Flucht über vermintes Territorium begehen, Gefangenschaft und Folter am eigenen Leib erleben, sich mit den irakischen Soldaten Feuergefechte liefern und, als sich ihr Gewissen regt, schließlich an die 50 Irakis zur iranischen Grenze eskortieren, um sie vor dem sicheren Tod zu retten.

Russell schwenkt im Ton zwischen Farce und Tragödie und spart nicht an blutigen Schockmomenten. Er porträtiert den Krieg als sinnloses Debakel, in dem sich auf beiden Seiten stinknormale Menschen mit Fehlern und nicht seelenlose Feinde gegenüberstehen. Die Protagonisten werden nicht als strahlende Helden skizziert, sondern zunächst als eigennützig, geldgierig, zynisch und ignorant dargestellt, um sich in einer beachtlichen Entwicklung zu wandeln. Vor allem liegt dem Regisseur auch daran, Präsident Bushs amoralische Außenpolitk bloßzustellen, die die irakischen Rebellen nach Aufforderung zur Auflehnung im Stich gelassen hat. Stilistisch handelt es sich um eine Achterbahnfahrt, in der die Kamera keine Sekunde stillzustehen scheint. Das Bombardement der Bilder und Ereignisse mag nicht jedermanns Fall sein, doch es handelt sich um eine hypnotisch-faszinierende Geschichtsaufarbeitung, die den US-Einsatz nicht schönfärbt und nicht zuletzt deshalb aus der Rolle fällt. Der von November auf Februar nächsten Jahres verschobene Starttermin legt die Vermutung nahe, daß man die komischen Heiligen in Deutschland auf der Berlinale antreffen könnte. Das ist gut so, denn "Three Kings" ist ein Film von Format, der Aufmerksamkeit verdient hat. ara.

Darsteller:  George Clooney   als Archie Gates
  Mark Wahlberg   als Troy Barlow
  Ice Cube   als Chief Elgin
  Spike Jonze   als Conrad Vig
  Nora Dunn   als Adriana Cruz
  Jamie Kennedy   als Walter Wogaman
  Mykelti Williamson   als Colonel Horn
  Cliff Curtis   als Amir Abdulah
  Saïd Taghmaoui   als Capt. Said
  Judy Greer   als Cathy Daitch
  Liz Stauber   als Debbie Barlow
  Holt McCallany   als Kapitän Van Meter
 
Regie:  David O. Russell  
Buch:  David O. Russell  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Newton Thomas Sigel  
Produzent:  Charles Roven  
  Paul Junger Witt  
  Edward L. McDonnell  

Harrison Ford in Irakkriegs-Film

Mit den US-Kampfeinsätzen am Persischen Golf haben die Filmemacher in den USA so ihre Probleme.

Bald in Uniform: Harrison Ford (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Bald in Uniform: Harrison Ford (Foto: Kurt Krieger)

Mit dem ersten Golfkrieg von 1991 beschäftigte sich bislang nur "Three Kings", aktuell dreht der Brite Sam Mendes darüber "Jarhead". Den aktuellen Krieg am Golf - der immerhin auch schon im März 2003 begann - hat sich bis auf Michael Moore noch niemand vorgenommen. Und auch Moore konzentriert sich auf die Schicksale an der Heimatfront.

Direkt in die vorderste Linie gehen nun jedoch die Produzenten Stacey Sher und Michael Shamberg, die bereits Erfolge wie "Schnappt Shorty", "Gattaca" und "Erin Brockovich" ins Kino brachten. Sie planen die Verfilmung des noch unveröffentlichten Buches "No True Glory: The Battle for Falujah".

Stahlhelm statt Schlapphut

Der Kriegsberichterstatter Bing West beschreibt darin die erst abgebrochenen und dann Monate später mit schweren Verlusten auf beiden Seiten erkaufte US-Offensive auf die Rebellenhochburg Falludscha.

Offenbar ist auch der Hauptdarsteller bereits gefunden: Harrison Ford soll in die Rolle von General Jim Mattis schlüpfen, der den Kampfeinsatz auf der amerikanischen Seite leitete. Eigentlich war geplant, dass die Produzenten und Ford gemeinsam eine Komödie nach den Dreharbeiten zu "Indiana Jones IV" machen.

Doch die Verzögerungen bei "Indy" wirbeln nun die Terminpläne aller Beteiligten kräftig durcheinander, was Harrison Ford wiederum Zeit für diesen Film gibt. Ob er sich andererseits mit diesem thematisch noch unklaren und mit heißer Nadel gestrickten Projekt einen Gefallen tut, wird man abwarten müssen.

 

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