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Thumbsucker

Skurrile und dramatische Odyssee eines Teenagers, der es nach einer Hypnosebehandlung gegen Daumenlutschen mit Drogen und Sex probiert.


Thumbsucker

Leihvideo

Erhältlich seit:
15.03.2007

Komödie/ Drama

USA 2005
Laufzeit: 91 Min.
FSK: ab 12

Lou Taylor Pucci
Tilda Swinton
Vincent D'Onofrio

Regie: Mike Mills
Splendid Film

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Skurrile und dramatische Odyssee eines Teenagers, der es nach einer Hypnosebehandlung gegen Daumenlutschen mit Drogen und Sex probiert.

Dr. Lyman weiß, wie man Justin helfen kann (Foto: Stardust) Großansicht

Dr. Lyman weiß, wie man Justin helfen kann (Foto: Stardust)

Justin Cobb (Lou Taylor Pucci) ist schon 17 Jahre alt und lutscht noch immer mit Vorliebe am Daumen. Späthippie Dr. Perry Lyman (Keanu Reeves), Kieferorthopäde und Hobbypsychologe, will ihn mittels Hypnose von seiner inakzeptablen Sucht heilen. Doch damit fangen die wahren Probleme für Justin erst so richtig an.

Erst muss das rezeptpflichtige Ritalin den Daumen ersetzen, der unbewusst für Justin nur ein Mittel gegen Verlustängste ist. Danach steigt Justin auf Marihuana um, weil das angeblich helfen soll. Und nachdem alles nicht den erwünschten Erfolg bringt, versucht er es mit Sex als Therapie.

Der Daumen ist einfach zu unwiderstehlich (Foto: Stardust) Großansicht

Der Daumen ist einfach zu unwiderstehlich (Foto: Stardust)

Ausgezeichnet skurril

Mit der skurrilen Coming-of-Age-Geschichte nach einem Bestseller von Walter Kirn gibt Clipregisseur Mike Mills sein Spielfilmdebüt.

Gut gespielt, perfekt fotografiert mit Sinn für Menschen in Möbellandschaften und als Plädoyer für Individualität erinnert "Thumbsucker" mit dem Berlinale-Preis-Bonus und den prominenten Nebendarstellern an ähnlich konzipierte Filme wie "Rushmore" oder "Moonlight Mile".

Thumbsucker

Coming-of-Age-Stories haben glücklicherweise eine riesige Spannbreite von Möglichkeiten, den schwierigen Übergang zum Erwachsenwerden zu schildern. Das Spielfilmdebüt des Musikvideo- (für Air) und Dokumentarfilmregisseurs Mike Mills konzentriert sich auf einen eigentlich harmlosen Defekt, der aber gesellschaftlich nicht akzeptiert wird: Teenager Justin lutscht mit 17 noch hingebungsvoll am Daumen, eine körpereigene Droge. Der mit dem Darstellerpreis der Berlinale ausgezeichnete Newcomer Lou Taylor Pucci spielt den aufgeweckten jungen Mann aus Oregon mit einer verletzlichen Note, die Neugier auf Sexualität, Nervosität und sensibles Registrieren seiner Umwelt einschließt, ihn aber wegen seines transparenten Gefühlshaushalts in die Mühlen der Therapie bringt.

Die freundliche Methode besorgt Justins Kieferorthopäde, den "Matrix"-Mann Keanu Reeves wunderbar ironisch als Späthippie mit 68-er Attitüde anlegt. Er versucht es mit Hypnose und erlebt, dass Justins spätere Verweigerung ihm mehr Hilfe bringt, als er dem Jungen. Die wenigen Szenen, in denen Reeves erst mit Matte, dann modischem Kurzhaar sein eigenes Leben und die Praxis verändert, sind in ihrer Kurzform der Kern des Films: Verändere dich, aber aus dir selbst heraus und lebe mit deinen Defekten. Justin muss durch die Hölle offiziell von der Schule verschriebener Pillen, wird zu Monster und Nervensäge im schulischen Debattierclub. Nach Justins little helpers steht Sex als Droge an, wo er erlebt, dass die heiß geliebte Freundin (Kelli Gamer) ihn als Versuchskaninchen missbraucht. Im Haschkonsum findet Justin vorerst den Mittelweg der Erleichterung.

Um Justin arrangiert Mills eine dysfunktionale Familie, deren Probleme wie die Marotten des Teenagers verständlich sind. Der Vater findet keinen rechten Zugang zum Sohn, die Krankenschwester-Mutter (Tilda Swinton als Schutzengel in einer Drogenklinik) flüchtet in Schwärmerei für einen TV-Soap-Star, den Benjamin Bratt als gut gelaunter Abhängiger ("Es gibt keine Droge, die nicht mein Freund ist") zu einer ebenso witzigen Nebenrolle wie Reeves formt. Gut gespielt, perfekt fotografiert mit Sinn für Menschen in Möbellandschaften und als Plädoyer für Individualität sollte "Thumbsucker" mit dem Berlinale-Preis-Bonus und den prominenten Nebendarstellern das Publikum von Filmen wie "Rushmore" oder "Moonlight Mile" finden. ger.

Darsteller:  Lou Taylor Pucci   als Justin Cobb
  Tilda Swinton   als Audrey Cobb
  Vincent D'Onofrio   als Mike Cobb
  Vince Vaughn   als Mr. Geary
  Keanu Reeves   als Dr. Perry Lyman
  Benjamin Bratt   als Matt Schraam
  Kelli Garner   als Rebecca
  Chase Offerle   als Joel Cobb
  Arvin v. Entena   als Lymans Assistent
  Ted Beckman   als Kiffer
  Tyler Gannon   als Kifferin
  Allen Go   als Biolehrer
  Dakota Goldhor   als Mädchen im Flugzeug
  Kit Koenig   als Schuldirektor
  Walter Kirn   als Jury-Mitglied
  Bob Stephenson   als Debatten-Leiter
  Sarah Lucht   als Englischlehrerin
  Eric Normington   als Rezeptionist
  Lanette Prazeau   als Krankenschwester
  Colton Tanner   als Justin Cobbs (10 Jahre)
 
Regie:  Mike Mills  
Buch:  Mike Mills  
Musik:  Tim DeLaughter  
Kamera:  Joaquin Baca-Asay  
Produzent:  Anthony Bregman  
  Robert Stephenson  
  Anne Carey  

Die Filme im Berlinale-Wettbewerb

Im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin werden 21 Filme um die Goldenen und Silbernen Bären konkurrieren. Darunter sind fünf Spielfilmdebüts und insgesamt 16 Weltpremieren. Vervollständigt wird das Programm durch fünf Produktionen, die außer Konkurrenz präsentiert werden.

Vergangenheitsbewältigung in Ruanda: "Sometimes in April" (Foto: HBO Films) Großansicht

Vergangenheitsbewältigung in Ruanda: "Sometimes in April" (Foto: HBO Films)

Von den bereits gemeldeten Filmen wurden jetzt folgende Titel offiziell bestätigt: "Sometimes in April" von Raoul Peck (USA), der sich ebenso wie "Hotel Rwanda" mit dem Bürgerkrieg in Ruanda beschäftigt.

Weitere Filme sind: die New Yorker Liebesgeschichte "Heights", das Debüt von Chris Terrio (USA / Großbritannien, außer Konkurrenz); das Familiendrama "Provincia meccanica" von Stefano Mordini (Italien); "Angeklagt", das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Jacob Thuesen (Dänemark); der Episodenfilm "Tickets" (Italien, Großbritannien, außer Konkurrenz), mit Beiträgen von Ermanno Olmi, Abbas Kiarostami und Ken Loach, die alle in einem Zug nach Rom spielen.

Chaos garantiert: Stefano Accorsi und Ivan Franek in "Provincia Meccanica" (Foto: Medusa Film) Großansicht

Chaos garantiert: Stefano Accorsi und Ivan Franek in "Provincia Meccanica" (Foto: Medusa Film)

Der Kampf im Visier

Die französischen Beiträge werden komplettiert von der Familiengeschichte "Les mots bleus" von Alain Corneau und "De battre mon coeur s'est arrêté" von Jacques Audiard.

Der Nahostkonflikt ist Thema in "Paradise Now" von Hany Abu Assad (Niederlande, Deutschland, Frankreich). Der renommierte russische Regisseur Alexander Sokurow präsentiert "Solnze" (Russland, Italien, Frankreich), den dritten Teil einer Trilogie über die Psychologie der Macht. Tsai Ming-Liang, zuletzt mit "Der Fluss" im Wettbewerb der Berlinale, kehrt mit der taiwanesisch-chinesisch-französischen Koproduktion "Tian bian yi duo yun" ("The Wayward Cloud") nach Berlin zurück. Aus Japan kommt die Samuraigeschichte "Kakushi ken: oni no tsume" ("The Hidden Blade") von Yoji Yamada, der vor zwei Jahren mit "The Twighlight Samurai" in Berlin war.

Der renommierte US-Videoclipregisseur Mike Mills zeigt sein Spielfilmdebüt "Thumbsucker", mit Keanu Reeves, Vincent D'Onofrio und Tilda Swinton. Aus den USA wird außerdem Paul Weitz mit "In Good Company" vertreten sein, mit Dennis Quaid und Scarlett Johansson.

 

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