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Tierra

Reflektion über die Liebe, das Leben und den Tod anhand des Porträts eines schizophrenen Kammerjägers in der paradiesischen Idylle eines spanischen Dorfes.


Tierra

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Erhältlich seit:
29.09.2006

Drama

Spanien 1996
Laufzeit: 118 Min.
FSK: ab 12

Carmelo Gómez
Emma Suárez
Karra Elejalde

Regie: Julio Medem
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Reflektion über die Liebe, das Leben und den Tod anhand des Porträts eines schizophrenen Kammerjägers in der paradiesischen Idylle eines spanischen Dorfes.

Ángel macht den Asseln das Leben schwer (Foto: flax film) Großansicht

Ángel macht den Asseln das Leben schwer (Foto: flax film)

Ángel (Carmelo Gómez) hält sich - nomen est omen - für ein Halbwesen aus Engel und Mensch. Erst kürzlich wurde er aus der Psychiatrie entlassen, nun soll er auf dem Land mit Pestiziden eine Asselsorte ausräuchern, die dem Wein einen erdigen Geschmack verleiht.

Auf seinem Weg begegnet er einem vom Blitz getroffenen Schafhirten. Bevor der Mann stirbt, spricht er noch einmal zu Ángel, der ihm den Weg aus dem irdischen Dasein erleichtert. Doch das ist nicht das letzte seltsame Erlebnis, das dem vermeintlich Schizophrenen in den folgenden Wochen widerfährt.

Ángela ist nur eine von Ángels Frauen (Foto: flax film) Großansicht

Ángela ist nur eine von Ángels Frauen (Foto: flax film)

Gegensätze ziehen sich an

Als sich seine beiden Persönlichkeiten in zwei vollkommen konträre Frauen, die laszive Mari (Silke) und die spröde Ángela (Emma Suárez) verlieben, macht er sich Feinde im Dorf.

Der spanische Autor und Regisseur Julio Medem reflektiert mit seinem sinnlichen, filmischen Experiment aus dem Jahr 1995 auf meisterhafte Weise die Dualität des Daseins und das Nebeneinander von Leben und Tod, Himmel und Erde, Liebe und Sex: "Tierra" stellt philosophische Betrachtungen an, die das alltägliche Dasein an einem sonnigen, fast menschenleeren und paradiesischen Stück Erde durchdringen.

Tierra

Mehr als sieben Jahre nach Fertigstellung kommt Julio Medems transzendentes Liebesdrama "Tierra" nun auch in die deutschen Kinos. Schön bebildert und handwerklich sauber umgesetzt, in Ellipsen erzählt, zwischen poetischen Dialogen, fesselnden Aufnahmen sowie irrationalen Aktionen pendelnd und mit (hierzulande) kaum bekannten Darstellern besetzt, zielt das Werk eher aufs Arthouse-Publikum.

Mit seinen preisgekrönten "Vacas" entführte Julio Medem 1992 das internationale Publikum erstmals in seine Zauberwelt voller seltsamer Zufälle, ironischer Schicksalsschläge und unentwirrbarer Gefühlsstrudel. Damals kommentierten die titelgebenden Kühe das Geschehen um sie herum, bevor "Das rote Eichhörnchen" den Filmemacher 1993 unter anderem einen Publikumspreis in Cannes sowie einen Ehrenplatz unter Stanley Kubricks Lieblingsfilmen einbrachte. Bei "Tierra" gibt es zwar kein Tier im Titel, doch Krebstiere - und Wildschweine - sind es hier, die der Handlung als Katalysator dienen.

Der erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassene Ángel (Carmelo Gómez) soll auf dem Land mittels Pestiziden eine Asselsorte ausräuchern, die dem Wein (s)einen erdigen Geschmack verleiht. Auf seinem Weg begegnet er einem vom Blitz getroffenen Schafhirten. Bevor der Mann stirbt, spricht er noch einmal zu Ángel, der sich - nomen est omen - für ein Halbwesen aus Engel und Mensch hält, und der ihm den Weg aus dem irdischen Dasein erleichtert. Nicht das letzte Seltsame, das dem vermeintlich Schizophrenen in den folgenden Wochen passiert. Als sich seine beiden Persönlichkeiten nämlich in zwei vollkommen konträre Frauen, die laszive Mari (Silke) und die spröde Ángela (Medems damalige Lebensgefährtin Emma Suárez) verlieben, macht er sich Feinde im Dorf...

Heimatstolz charakterisiert die Filme des Basken Medem, und so spiegelt sich die Landschaft auch in seinen Figuren wider. Es sind keine lebensfrohen Klischee-Südländer, sondern hart arbeitende, nicht zu Späßen aufgelegte Menschen, die man wie die herbe Gegend kennen muss, um sie lieben zu können. Die kargen Felder kontrastiert der Regisseur mit Traumsequenzen, mächtigen Gefühlsausbrüchen und den betörenden Bildern von Javier Aguirresarobe ("Sprich mit ihr - Hable con ella").

Bei Extravaganzen wie den für Medem typischen Moped-Fahrern, inzestuösen Andeutungen und männlichen Protagonisten mit Kopfverletzungen erweist es sich als hilfreich, dass sich der Filmemacher auf seine Darsteller - die fünf Hauptakteure hatten allesamt schon zuvor mit ihm gearbeitet - verlassen kann, auch wenn er ihnen so manch pathetischen Dialog auferlegt. Insbesondere die beiden Hauptdarstellerinnen, Emma Sánchez als spröde Mimose und Silke als lebenslustiges Luder, gilt es da hervorzuheben. Sie bringen Julio Medems vergeistigte Handlung immer wieder auf die Erde zurück und sorgen für einen menschlichen Touch. geh.

Darsteller:  Carmelo Gómez   als Ángel Bengoelxeo
  Emma Suárez   als Ángela
  Karra Elejalde   als Patricio
  Silke   als Mari
  Nancho Novo   als Alberto
  Txema Blasco  
  Ane Sánchez  
 
Regie:  Julio Medem  
Buch:  Julio Medem  
Musik:  Alberto Iglesias  
Kamera:  Javier Aguirresarobe  
Produzent:  Fernando de Garcillán  
 

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