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Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

Meisterhaftes Animations-Grusical von Tim Burton um einen Helden, der versehentlich eine Leiche ehelicht.


Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

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25.05.2007

Originaltitel: Tim Burton's Corpse Bride

Trickfilm/ Fantasy

USA 2005
Laufzeit: 77 Min.
FSK: ab 6

Regie: Mike Johnson, ...
Warner Home Video Germany

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Meisterhaftes Animations-Grusical von Tim Burton um einen Helden, der versehentlich eine Leiche ehelicht.

Eigentlich sollte Victor Victoria heiraten... (Foto: Warner) Großansicht

Eigentlich sollte Victor Victoria heiraten... (Foto: Warner)

Victor soll eigentlich eine arrangierte Ehe mit Victoria eingehen, um sowohl die eigene als auch die Familie der Braut finanziell wieder auf Vordermann zu bringen. Auf dem Weg zu seiner Verlobten steckt Victor bei einer kleinen Rast ganz aus Spaß seinen Verlobungsring auf einen Stock, um vorab schon mal sein Eheversprechen zu üben.

Doch der Stock entpuppt sich plötzlich als Finger der Leiche eines Mädchens. Von nun an ist Viktor leider mit dem leblosen Körper verheiratet - eine denkbar ungünstige Ausgangssituation für eine glückliche Ehe.

...doch dann kam ihm eine Leiche dazwischen (Foto: Warner) Großansicht

...doch dann kam ihm eine Leiche dazwischen (Foto: Warner)

Der Alptraum geht weiter

Tim Burtons in Co-Regie mit Mike Johnson entstandener Stopanimation-Augenschmaus schließt formal an "The Nightmare Before Christmas" aus dem Jahr 1993 an und zeigt, wie "modern" man mit der klassischen Tricktechnik eines Ray Harryhausen arbeiten kann.

Unterhaltsam wie intelligent, detailversessen und liebevoll gestaltet, sollte dieser "untoten Braut" ein unsterbliches Kinoleben beschieden sein.

Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

Zwei Werke liefen dieses Jahr auf den Filmfestspielen von Venedig, die unbedingt in den Wettbewerb gehört hätten - mit guten Chancen auf einen Löwen: Neben Liev Schreibers "Alles ist erleuchtet" "Tim Burton's Corpse Bride". Der in Koregie mit Mike Johnson entstandene Animations-Augenschmaus schließt formal an "The Nightmare Before Christmas" an, zeigt wie "modern" man mit klassischer Stop-Motion-Technik arbeiten kann. Unterhaltsam wie intelligent, detailversessen und liebevoll gestaltet, sollte dieser "untoten Braut" ein unsterbliches Kinoleben beschieden sein.

Ins 19. Jahrhundert, ins rigide, klassenbestimmte viktorianische Zeitalter, entführt Burton diesmal. In eine an Charles Dickens erinnernde Welt, märchenhaft, skurril und gruselig, typisch für der Regisseur von "Beetlejuice", "Sleepy Hollow" und "Charlie und die Schokoladenfabrik". Er fabuliert mit Vergnügen, nimmt das Wort Traumfabrik wörtlich und ignoriert die Moderne wo er kann. Computer, CGI, Blue Screen kommen höchst dosiert, nur wenn unbedingt notwendig zum Einsatz, "altmodisches" Handwerk umso mehr. Die Stop-Motion-Technik des von den beiden Filmemachern hoch geschätzten Effektezauberers Ray Harryhausen haben sie ins 21. Jahrhundert "gerettet", während sie auf optischer Ebene ebenso lustvoll wie gekonnt klassischen Horrorfilmen und Arbeiten der britischen Hammer Studios ihre Referenz erweisen.

Die Helden sind Puppen, so minutiös ausgearbeitet, dass man nach wenigen Augenblicken ihre Künstlichkeit vergisst. Neben der titelgebenden "Corpse Bride" agieren Victor und Victoria, vielleicht ein Verweis auf Reinhold Schünzels Geschlechtertausch-Musical aus dem Jahre 1933. Mit einer schwungvollen Revuenummer beginnt denn auch das Grusical, werden die (neu)reichen Van Dorts vorgestellt, Fischhändler mit dem Drang nach oben, und die Everglots, verarmte, snobistische Adelige. Eine Heirat zwischen Victor und Victoria wird arrangiert. Die Van Dorts wollen so ihre gesellschaftliche Position ver-, die Everglots ihre leeren Kassen aufbessern. Da verschwindet Victor bei einem Waldspaziergang - und findet sich postwendend als Ehemann der Titelheldin im Land der Toten wieder.

Fortan wird gependelt, zwischen "oben" und "unten". Trist, grau, intrigant und steif geht's bei den Lebenden zu, während man in der poppig bunten Unterwelt zu feiern versteht. Es wird geschlemmt, Bacchus kräftig gehuldigt, schon mal der Mittrinker kurzerhand für ein Schlückchen Blut "angezapft", derweil Hundeskelette enthemmt tanzen und die "Corpse Bride" in schöner Regelmäßigkeit ihr rechtes Auge verliert. Mittendrin im Spektakel der verträumte Victor, dem im Original Johnny Depp seine Stimme leiht, der nicht weiß wie ihm geschieht. Sein Herz hat er längst an Victoria verloren, doch auch seiner Zwangsangetrauten gegenüber bleibt er loyal. Eine vermeintlich hoffnungslose Situation, der die Lösung dazu ist verblüffend, poetisch und zeugt von wahrem Gefühl fürs Kino.

Genial auch das Setdesign von Alex McDowell und Nelson Lowry, wunderbar auf die Figuren abgestimmt, entfesselt, gerade zu schwerelos die Kameraarbeit von Pete Kozachik, perfekt passend die Originalstimmen, unter anderem Helena Bonham Carter, Emily Watson, Christopher Lee und Albert Finney - was freilich eine riesige Herausforderung an die deutsche Synchronisation darstellt. Nicht zu vergessen die diversen Filmzitate, darunter auch der als süperbe Pointe eingesetzte Satz aus "Vom Winde verweht": "Frankly my dear, I don't give a damn!". Worauf man nur antworten kann: "Play it again, Tim!". geh.

Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche ist das neue Meisterwerk des Kult-Regisseurs, welches die düster-romantische Tradition seiner Fantasy-Klassiker Sleepy Hollow und The Nightmare before Christmas erfolgreich fortsetzt. Im viktorianischen Zeitalter des 19. Jahrhunderts steht der schüchterne Victor Van Dort kurz vor der Vermählung mit der reichen und anmutigen Victoria Everglot. Als er jedoch durch Zufall eine geheimnisvolle Leichenbraut zum Leben erweckt und diese sich prompt in ihn verliebt, steht Victor vor einer schweren Wahl. Entweder ein Leben in der grauen und tristen Welt der Lebenden oder ein Dasein voller Spaß und Frohsinn im unerwartet bunten Totenreich. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Victoria und seiner Treue zur modrigen Leichenbraut Emily, muss Victor letztendlich eine Entscheidung treffen... Ein in perfekter Stop-Motion-Technik animiertes Grusel-Märchen voll schwarzem Humor und skurril-schaurigen Figuren - "Ein echter Tim Burton eben" (TV Today).

Quelle: Warner Home Video

Dokumentationen: "Zwischen den Welten" / "Danny Elfmans Interpretation der zwei Welten" / "Die Animatoren" / "Tim Burton: Hell vs. Dunkel" / "Stimmen aus der Unterwelt" / "Wie die Puppen zum Leben erweckt wurden" / "Die Stimmen der Puppen"
Fotogalerie: Produktionsfotos
Music Only Track:
US-Kinotrailer:

Quelle: Warner Home Video

Sprecher:  Johnny Depp   als Victor Van Dort
  Helena Bonham Carter   als The Corpse Bride
  Emily Watson   als Victoria Everglot
  Tracey Ullman   als Nell Van Dort/Hildegarde
  Paul Whitehouse   als William Van Dort/Mayhew
  Joanna Lumley   als Maudeline Everglot
  Albert Finney   als Finis Everglot
  Richard E. Grant   als Barkis Bittern
  Christopher Lee   als Pastor Galswells
  Michael Gough   als Elder Gutknecht
  Jane Horrocks   als Black Widow Spider/Mrs. Plum
  Enn Reitel   als Maggot/Town Crier
  Deep Roy   als General Bonesapart
  Danny Elfman   als Bonejangles
  Stephen Ballantyne   als Emil
  Lisa Kay   als Solemn Village Boy
 
Regie:  Mike Johnson  
  Tim Burton  
Buch:  John August  
  Caroline Thompson  
  Pamela Pettler  
Musik:  Danny Elfman  
Kamera:  Pete Kozachik  
Produzent:  Tim Burton  
  Allison Abbate  

Burton reanimiert Addams Family

Kaum geht sein Hochglanzspektakel "Alice im Wunderland" in den Kinos wie geschnitten Brot, schon plant Tim Burton das nächste Projekt - typischerweise in eine komplett andere Richtung.

Passt zur Addams Family wie hineingeboren: Tim Burton (re.) (Foto: Columbia Tristar/Kurt Krieger) Großansicht

Passt zur Addams Family wie hineingeboren: Tim Burton (re.) (Foto: Columbia Tristar/Kurt Krieger)

Der Regisseur mit dem Händchen fürs gepflegte Kuriosum will offenbar die Addams Family reanimieren - und dabei innovative Technik mit Oldschool-Filmemachen kombinieren. Seine Vision der dysfunktionalen Kultfamilie spielt komplett in 3D - aber nichts desto weniger im nostalgischen Stop-Motion-Style. Dieser erlebt zur Zeit per se eine Renaissance - nicht umsonst waren das Parallelwelt-Abenteuer "Coraline" und Wes Andersons "fantastischer Mr. Fox" für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert.

Hinzu kommt, dass Burton ja bereits zwei Mal erfolgreich die Puppen hat tanzen lassen: Bei "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" saß er im Regiestuhl und produzierte Henry Selicks Stop-Motion-Klassiker "The Nightmare Before Christmas".

"They're creepy and their kooky..."

Bei seiner geplanten Familiengeschichte der monströsen Art will sich Burton aber weniger an der Verfilmung von Barry Sonnenfeld aus dem Jahr 1991 orientieren, sondern eher den Original-Cartoons von Charles Addams folgen. Düsteres Setting, morbider Humor, schräge Vorlage - eigentlich alle Zutaten für einen echten Burton.

Bleibt nur noch die Frage, wie er Johnny Depp und Helena Bonham Carter in der Puppenstube unterbringt, die seine Werke ja anscheinend erst komplettieren. Und ob er wenigstens die legendäre Titelmusik wieder aufnimmt - Sie wissen: vier aufsteigende Töne, doppeltes Fingerschnippsen - ohne die eine Verfilmung der "Addams Family" an Blasphemie grenzen würde. Welche andererseits ja wieder in bester Tradition von Gomez, Morticia, Fester & Co. stünde.

 

Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche in der Fotoshow

 

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