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25.05.2007
Originaltitel: Tim Burton's Corpse Bride
USA 2005
Laufzeit: 77 Min.
FSK: ab 6
Regie: Mike Johnson, ...
Warner Home Video Germany

Zwei Werke liefen dieses Jahr auf den Filmfestspielen von Venedig, die unbedingt in den Wettbewerb gehört hätten - mit guten Chancen auf einen Löwen: Neben Liev Schreibers "Alles ist erleuchtet" "Tim Burton's Corpse Bride". Der in Koregie mit Mike Johnson entstandene Animations-Augenschmaus schließt formal an "The Nightmare Before Christmas" an, zeigt wie "modern" man mit klassischer Stop-Motion-Technik arbeiten kann. Unterhaltsam wie intelligent, detailversessen und liebevoll gestaltet, sollte dieser "untoten Braut" ein unsterbliches Kinoleben beschieden sein.
Ins 19. Jahrhundert, ins rigide, klassenbestimmte viktorianische Zeitalter, entführt Burton diesmal. In eine an Charles Dickens erinnernde Welt, märchenhaft, skurril und gruselig, typisch für der Regisseur von "Beetlejuice", "Sleepy Hollow" und "Charlie und die Schokoladenfabrik". Er fabuliert mit Vergnügen, nimmt das Wort Traumfabrik wörtlich und ignoriert die Moderne wo er kann. Computer, CGI, Blue Screen kommen höchst dosiert, nur wenn unbedingt notwendig zum Einsatz, "altmodisches" Handwerk umso mehr. Die Stop-Motion-Technik des von den beiden Filmemachern hoch geschätzten Effektezauberers Ray Harryhausen haben sie ins 21. Jahrhundert "gerettet", während sie auf optischer Ebene ebenso lustvoll wie gekonnt klassischen Horrorfilmen und Arbeiten der britischen Hammer Studios ihre Referenz erweisen.
Die Helden sind Puppen, so minutiös ausgearbeitet, dass man nach wenigen Augenblicken ihre Künstlichkeit vergisst. Neben der titelgebenden "Corpse Bride" agieren Victor und Victoria, vielleicht ein Verweis auf Reinhold Schünzels Geschlechtertausch-Musical aus dem Jahre 1933. Mit einer schwungvollen Revuenummer beginnt denn auch das Grusical, werden die (neu)reichen Van Dorts vorgestellt, Fischhändler mit dem Drang nach oben, und die Everglots, verarmte, snobistische Adelige. Eine Heirat zwischen Victor und Victoria wird arrangiert. Die Van Dorts wollen so ihre gesellschaftliche Position ver-, die Everglots ihre leeren Kassen aufbessern. Da verschwindet Victor bei einem Waldspaziergang - und findet sich postwendend als Ehemann der Titelheldin im Land der Toten wieder.
Fortan wird gependelt, zwischen "oben" und "unten". Trist, grau, intrigant und steif geht's bei den Lebenden zu, während man in der poppig bunten Unterwelt zu feiern versteht. Es wird geschlemmt, Bacchus kräftig gehuldigt, schon mal der Mittrinker kurzerhand für ein Schlückchen Blut "angezapft", derweil Hundeskelette enthemmt tanzen und die "Corpse Bride" in schöner Regelmäßigkeit ihr rechtes Auge verliert. Mittendrin im Spektakel der verträumte Victor, dem im Original Johnny Depp seine Stimme leiht, der nicht weiß wie ihm geschieht. Sein Herz hat er längst an Victoria verloren, doch auch seiner Zwangsangetrauten gegenüber bleibt er loyal. Eine vermeintlich hoffnungslose Situation, der die Lösung dazu ist verblüffend, poetisch und zeugt von wahrem Gefühl fürs Kino.
Genial auch das Setdesign von Alex McDowell und Nelson Lowry, wunderbar auf die Figuren abgestimmt, entfesselt, gerade zu schwerelos die Kameraarbeit von Pete Kozachik, perfekt passend die Originalstimmen, unter anderem Helena Bonham Carter, Emily Watson, Christopher Lee und Albert Finney - was freilich eine riesige Herausforderung an die deutsche Synchronisation darstellt. Nicht zu vergessen die diversen Filmzitate, darunter auch der als süperbe Pointe eingesetzte Satz aus "Vom Winde verweht": "Frankly my dear, I don't give a damn!". Worauf man nur antworten kann: "Play it again, Tim!". geh.
Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche ist das neue Meisterwerk des Kult-Regisseurs, welches die düster-romantische Tradition seiner Fantasy-Klassiker Sleepy Hollow und The Nightmare before Christmas erfolgreich fortsetzt. Im viktorianischen Zeitalter des 19. Jahrhunderts steht der schüchterne Victor Van Dort kurz vor der Vermählung mit der reichen und anmutigen Victoria Everglot. Als er jedoch durch Zufall eine geheimnisvolle Leichenbraut zum Leben erweckt und diese sich prompt in ihn verliebt, steht Victor vor einer schweren Wahl. Entweder ein Leben in der grauen und tristen Welt der Lebenden oder ein Dasein voller Spaß und Frohsinn im unerwartet bunten Totenreich. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Victoria und seiner Treue zur modrigen Leichenbraut Emily, muss Victor letztendlich eine Entscheidung treffen... Ein in perfekter Stop-Motion-Technik animiertes Grusel-Märchen voll schwarzem Humor und skurril-schaurigen Figuren - "Ein echter Tim Burton eben" (TV Today).
Quelle: Warner Home Video
Dokumentationen: "Zwischen den Welten" / "Danny Elfmans Interpretation der zwei Welten" / "Die Animatoren" / "Tim Burton: Hell vs. Dunkel" / "Stimmen aus der Unterwelt" / "Wie die Puppen zum Leben erweckt wurden" / "Die Stimmen der Puppen"
Fotogalerie: Produktionsfotos
Music Only Track:
US-Kinotrailer:
Quelle: Warner Home Video
| Sprecher: | Johnny Depp | als Victor Van Dort | |
|---|---|---|---|
| Helena Bonham Carter | als The Corpse Bride | ||
| Emily Watson | als Victoria Everglot | ||
| Tracey Ullman | als Nell Van Dort/Hildegarde | ||
| Paul Whitehouse | als William Van Dort/Mayhew | ||
| Joanna Lumley | als Maudeline Everglot | ||
| Albert Finney | als Finis Everglot | ||
| Richard E. Grant | als Barkis Bittern | ||
| Christopher Lee | als Pastor Galswells | ||
| Michael Gough | als Elder Gutknecht | ||
| Jane Horrocks | als Black Widow Spider/Mrs. Plum | ||
| Enn Reitel | als Maggot/Town Crier | ||
| Deep Roy | als General Bonesapart | ||
| Danny Elfman | als Bonejangles | ||
| Stephen Ballantyne | als Emil | ||
| Lisa Kay | als Solemn Village Boy | ||
| Regie: | Mike Johnson | ||
| Tim Burton | |||
| Buch: | John August | ||
| Caroline Thompson | |||
| Pamela Pettler | |||
| Musik: | Danny Elfman | ||
| Kamera: | Pete Kozachik | ||
| Produzent: | Tim Burton | ||
| Allison Abbate | |||
Tim Burton's Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD EX 5.1, Englisch DD EX 5.1, Französisch DD EX 5.1, Italienisch DD EX 5.1
Tonformat: Dolby Digital EX 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Dänisch, Dt. f. Hörg., Engl. f. Hörg., Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Bildformat: 1:1,85/16:9
Extras: Hörfilmfassung für Blinde - Englisch (DD 2.0), Dokumentationen, Bildergalerie, Music Only Track, US-Kinotrailer
Dokumentationen: "Zwischen den Welten" / "Danny Elfmans Interpretation der zwei Welten" / "Die Animatoren" / "Tim Burton: Hell vs. Dunkel" / "Stimmen aus der Unterwelt" / "Wie die Puppen zum Leben erweckt wurden" / "Die Stimmen der Puppen"
Fotogalerie: Produktionsfotos
Music Only Track:
US-Kinotrailer:
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