
Detective John Woods befragt die Friseuse Cynthia nach dem Tod von James Urbanski, dem rüden, zur Gewalt neigenden Ehemann ihrer besten Freundin Joyce. Zögernd erzählt sie die Geschichte einer Ehehölle, der Joyce erst durch Totschlag in Notwehr beim Besuch eines Jahrmarkts entfliehen konnte. Beim Vertuschen der Spuren wird die Freundschaft der beiden Frauen auf eine derart harte Probe gestellt, daß sie daran zerbricht. Detective Woods will der Story nicht so recht glauben, läßt Cynthia jedoch gehen. Kurz darauf kehrt sie zurück, um zu gestehen, daß sie James getötet hat, als er sie beim Jahrmarktbesuch, vollkommen betrunken, vergewaltigen wollte.
Auf dem ersten Blick wirkt Alan Rudolphs ("Die Liebe eines Detektivs") neuester Film wie ein konventioneller, in Rückblenden erzählter Thriller. Doch sehr schnell entpuppt sich die Erzählperspektive als spannender als die Handlung: Immer wieder läßt Rudolph den Polizisten Harvey Keitel ("Thelma & Louise") das Gezeigte oder Erzählte als Lüge entlarven, so daß die Auflösung des aus dem Leben gegriffenen Mordfalles schließlich nicht als endgültige Wahrheit akzeptiert werden kann. Das präzise Spiel der Stars Demi Moore ("Ghost"), Glenne Headley ("Dick Tracy") und vor allem Bruce Willis ("Hudson Hawk") in einer genialen Charakterrolle konnte ein mäßiges Abschneiden im Kino nicht verhindern, für eine Überraschung auf Video ist das Millionentrio allerdings immer gut.