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Hebamme Anna stellt Nachforschungen an (Foto: Tobis)
Hebamme Anna stellt Nachforschungen an (Foto: Tobis)
David Cronenberg ist ein Naturtalent. Während die meisten Regisseure mit fortschreitendem Alter an Energie einbüßen, übertrifft sich der 64-Jährige mit jedem seiner Werke selbst. Mit "Tödliche Versprechen" gelingt ihm jetzt ein Meisterstück, das zu den besten Filmen des Jahres gerechnet werden darf.
Die ideale Vorlage liefert das Drehbuch von Steve Knight: Es entspinnt eine ebenso akribisch recherchierte wie brillant aufgebaute Thriller-Handlung im Milieu der russischen Mafia in London.
Auslöser des wendungsreichen Plots ist eine Zwangsprostituierte, die bei der Geburt ihres Kindes stirbt und ein Tagebuch voll kompromittierender Ausführungen hinterlässt. Als die Hebamme Anna (Naomi Watts) nach dem Vater zu forschen beginnt, entdeckt sie hinter der bürgerlichen Fassade eines russischen Restaurants eine Welt ungeahnter Brutalität, die bald ihre Fühler nach ihr ausstreckt.
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Nikolai wird von den obersten Mitgliedern des Clans einer Prüfung unterzogen (Foto: Tobis)
Nikolai wird von den obersten Mitgliedern des Clans einer Prüfung unterzogen (Foto: Tobis)
Viggo in Action
Aber "Tödliche Versprechen" ist nicht einfach ein packender 'Mädchen in Gefahr'-Thriller, sondern verzahnt auch zwei Familiendramen, und das wahre Zentrum der Geschichte ist nicht die gutmütige Heldin, sondern der undurchsichtige Mafioso Nikolai. In dieser Rolle zeigt Viggo Mortensen eine derartige Mischung aus Stoizismus und Intensität, wie sie derzeit kaum ein anderer Hollywood-Star bieten kann - ganz zu schweigen von der gewagtesten Actionszene des Jahres.
Von diesen Darstellern bis hin zum Timing, von der Dramaturgie bis zur Atmosphäre, "Tödliche Versprechen" ist ein Film, in dem alles stimmt.