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Tötet Smoochy

Rabenschwarze Mediensatire aus der bunten Welt der Kinderunterhaltung. Inszeniert von Danny De Vito.


Tötet Smoochy

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Erhältlich seit:
08.05.2003

Originaltitel: Death to Smoochy

Komödie/ Satire

USA 2002
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 16

Edward Norton
Robin Williams
Catherine Keener

Regie: Danny DeVito
Warner Home Video Germany

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Robin Williams und Ed Norton gehen sich in Danny DeVitos Mediensatire gegenseitig an die Gurgel.

Robin Williams' Rollenwechsel vom Familienkasper zum Charakterbösewicht Großansicht

Robin Williams' Rollenwechsel vom Familienkasper zum Charakterbösewicht

Rainbow Randolph (Robin Williams) ist der unbestrittene Star des Unterhaltungskonzerns Kidnet Networks. Als jedoch seine betrügerischen Ticketverkäufe bei einer FBI-Razzia auffliegen, wird er suspendiert. Nun steht der Vorstand vor der schwierigen Aufgabe, einen gleichwertigen Ersatz zu finden.

Da kommt Straßenclown Sheldon Mopes (Edward Norton) gerade recht: Als pinkfarbenes Nashorn Smoochy bereitet dieser aufrichtige Spaßmacher kranken Kindern und alten Leuten Freude, bis ihn Vizepräsidentin Nora Wells (Catherine Keener) von der Notwendigkeit überzeugt, seine positive Message dem ganzen Land zu überbringen.

Klar, dass der Geförderte auch einige Reformvorschläge für die bisher von bloßer Effizienz bestimmten Sendepoltik mitbringt. Ebenso klar ist, dass sich Vorgänger Randolph auf keinen Fall geschlagen geben wird und auf Rache sinnt. No more Mr. Nice Guy!

Robin Williams hat offensichtlich genug von seinem Mork-vom-Ork-/Mrs.-Doubtfire-Image. Nach "Insomnia" und "One Hour Photo" macht er in dieser ebenso rabiaten wie treffsicheren Medienbiz-Satire das Kinderprogramm zur Horrorshow. Stargespickter Spaß für (beinahe) die ganze Familie!

Tötet Smoochy

Wenn Komiker Danny DeVito ("Der Rosen-Krieg") inszeniert, kann man nur mit einer pechschwarzen Komödie voll boshafter Ironie rechnen. Dieses Prädikat trifft nun auch auf sein neues Projekt - eine beißende Bestandsaufnahme des moralischen Morasts bei der Produktion einer fiktiven Kinderfernsehserie - zu. Robin Williams mimt den kriminellen Starmoderator einer zuckersüßen Kiddieshow, der von einem naiven Newcomer in Gestalt von Edward Norton ersetzt wird und deswegen von rasenden Rachegefühlen zerfressen wird.

"Ich könnte sie (ihn) umbringen!" Dieses gewöhnlich rein rhetorische Wunschdenken wird von den Protagonisten in DeVitos Filmen oft wörtlich genommen und versucht, in die Tat um zu setzen. Waren es in der Krimifarce "Schmeiß' die Mama aus dem Zug" lästige Familienangehörige und in der Scheidungssatire "Der Rosen-Krieg" Ehepartner, gilt es in "Death to Smoochy" sich eines verhassten Kollegen zu entledigen. Das Drehbuch für die grelle Rachefantasie verfasste Adam Resnick, der als TV-Autor für "Late Night with David Letterman" und "The Larry Sanders Show" einschlägige Erfahrungen im Metier sammeln konnte, die sich in giftigen Insiderjokes niederschlagen. Schneidender Dialogwitz paart sich mit zynischen Gags, doch wirkt die verbissene Aggressivität und die eindimensionale Betrachtungsweise auf Dauer ein wenig angestrengt.

Rainbow Randolph (Williams) ist der größste Star des Kidnet-Senders, doch im Privatleben kann er seinem Saubermann-Image nicht annähernd gerecht werden. Als bekannt wird, dass er Schmiergeld von Eltern akzeptiert, um deren Sprösslinge in seiner Show auftreten zu lassen, ist seine Karriere am Ende. Die abgebrühte Produzentin Nora Wells (kompentent zickig: Catherine Keener aus "Being John Malkovich") findet in dem alternativen Träumer Sheldon Mopes den perfekten Ersatz. Es handelt sich um die rare Spezies eines echten Idealisten, der seine einfallsreichen Gesangsnummern im lila Rhinozeruskostüm (Barney lässt grüßen!) vorträgt und hofft, Kindern hilfreiche Inspiration bieten zu können. Als ein Mobboss ihn zwingen will, sich für miese Machenschaften einspannen zu lassen, erhält Mopes ausgerechnet vom (unglaubwürdig) geläuterten Randolph, der ihm eigentlich den Garaus machen wollte, unerwartete Hilfe. Während des großen thrillerangehauchten Finales bei der "Smoochy auf Eis"-Show machen sie dem Gangster gemeinsam einen Strich durch die Rechnung. Beim Happy End schwingt dann sogar noch eine romantische Note mit.

Williams, der nach sentimentalen Filmen wie "Patch Adams" und "Der 200-Jahre-Mann" einen Kurswechsel nötig hatte, fühlt sich sichtlich wohl in der Rolle des doppelgesichtigen Widerlings. Seine obszönen Dialoge lässt er wie Maschinengewehrfeuer vom Stapel, was an seine manische Vortragsweise in "Good Morning, Vietnam" erinnert. Norton hingegen hält sich zurück, wirkt eher unscheinbar, womit Mopes politische Korrektheit in Kontrast zur Korrumpiertheit Randolphs gestellt wird. Als Verkörperung des unschuldigen Narren, der vom System in Versuchung geführt wird und ebenfalls seine Lebenslektionen zu lernen hat, fungiert er als einfache Gag-Zielscheibe. Eine Riege von markanten Nebendarstellern sorgt für zusätzlichen komödiantischen Punch der visuell aufwändig produzierten Farce. ara.

Darsteller:  Edward Norton   als Sheldon Mopes
  Robin Williams   als Rainbow Randolph
  Catherine Keener   als Nora Wells
  Danny DeVito   als Burke Bennett
  Jon Stewart   als Marion Frank Stokes
  Pam Ferris   als Tommy Cotter
  Harvey Fierstein   als Merv Green
  Michael Rispoli   als Spinner Dunn
  Danny Woodburn   als Angelo Pike
  Vincent Schiavelli   als Buggy Ding Dong
  Glen Cross  
 
Regie:  Danny DeVito  
Buch:  Adam Resnick  
Musik:  David Newman  
Kamera:  Anastas Michos  
Produzent:  Andrew Lazar  
  Peter MacGregor-Scott  

Robin Williams' dunkle Seite

Robin Williams ("König der Fischer") ist ein ausgezeichneter Filmdarsteller und ein exzellenter Standup-Komiker. Doch vor allem war er in den vergangenen Jahren immer wieder der gute Mensch vom Dienst.

War stets der gute Mensch: Robin Williams in "Jakob, der Lügner"

War stets der gute Mensch: Robin Williams in "Jakob, der Lügner"

In Filmen wie "Jakob, der Lügner", "Patch Adams", "Good Will Hunting" oder "Ein Vater zuviel" konnte man darauf wetten, dass Williams in seinen Rollen Verständnis für alle und jeden entwickelte und irgendwann ungeheuer auf die Trändendrüsen drückte.

Damit soll es nun (vorerst) ein Ende haben. Der inzwischen 49jährige Schauspieler möchte in düsteren Rollen bekannt werden, in die er die dunkleren Seiten der Menschen einbringen will. "Ich wollte meine Reichweite als Darsteller ausdehnen, damit ich andersartige Drehbücher angeboten bekomme, nicht die von der Sorte - Heh, das ist genau dieser nette, süße Typ", sagt Williams.

Und daher sehen wir ihn demnächst in drei neuen Filmen: In der schwarzen Komödie "Death to Smoochy" (Regie: Danny DeVito) spielt er den debilen Host einer TV-Show für Kinder. In dem Action-Thriller "Insomnia" (Regie: Christopher Nolan) ist er ein Serienmörder. Und in dem Thriller "One Hour Photo" (Regie: Mark Romanek) verkörpert er einen verstörten Einzelgänger.

Dazu geht Williams zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder auf eine Bühnen-Tour. Laut Williams gibt es da eine Stunde und 45 Minuten Lustiges und weniger Lustiges zu sehen und zu hören. "Es geht um all die Dinge, die seit dem 11. September geschehen sind - Sicherheitskontrollen, Reaktionen auf den Krieg in Afghanistan, eben alles", so der Komiker. "Nichts ist tabu." Auch Präsident Bush nicht. "Wenn der Präsident Stevie Wonder einen Gruß zuwinkt, dann muss man darüber reden", meint Williams.

Die Ereignisse in New York waren für Williams der Auslöser, wieder auf die Bühnen zu gehen. "Meine Karriere begann als Komiker auf kleinen Bühnen in New Yorks Village, und ich habe mich entschlossen, wieder loszuziehen und es einfach zu machen."

Foto: Columbia

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