
Steve Conrad, der das Drehbuch zu "Das Streben nach Glück" schrieb, dekonstruiert fröhlich den American Dream, indem er zwei Loser präsentiert, die erbittert um eine Beförderung konkurrieren.
War Will Smiths Hit "Das Streben nach Glück" von emphatischer Dramatik mit heiteren Momenten, überwiegt in Steve Conrads Regiedebüt die satirische Komik die Frustration, den American Dream zu verfehlen. Aktueller könnte das Thema kaum sein, wenn Seann William Scott ("American Pie") und John C. Reilly ("Die Stiefbrüder") sich in einem Rat Race gegenseitig den Job wegschnappen wollen. Beide Schauspieler sind vor allem durch Klamaukkomödien bekannt, in denen der grobe Unfug regiert. So überrascht Conrads erstaunlich subtile, amüsante Fasson, die sie nicht zu Karikaturen degradiert, und mit der er einen Einblick in die kleinen und großen Gemeinheiten des Mikrokosmos Arbeitsplatz gewährt.
In einem Supermarkt in Chicago bearbeitet Doug (Scott), von allen nur beim Vornamen genannt, als Angestellter u. a. auch Kundenbeschwerden. Obschon diese fundiert sind, wird sich an den Missständen den ganzen Film über nichts ändern -einer von manchen treffenden Kommentaren zur wirtschaftlichen Praxis. Nun hofft Doug auf den Managerposten in der Filiale um die Ecke, die demnächst eröffnet werden soll, und hat für sich und seine Freundin Jen (Jenna Fischer) schon mal ein Haus gekauft von dem Geld, das er als Filialleiter erhalten wird. Aus heiterem Himmel taucht Richard (Reilly) aus Kanada auf, der sich ebenfalls um den Posten bewirbt und mit Frau (Lili Taylor) und Kind anreist. Zwei Lebensträume prallen aufeinander, aber nur einer kann Wirklichkeit werden.
Unter ihnen entbrennt ein Konkurrenzkampf, der nicht zum grotesken Slapstick gerät, sondern zwei Verlierertypen zeigt, die sich gegenseitig erniedrigen und sich bei der Beförderung dennoch am ehesten selbst im Weg stehen. Conrad präsentiert diese Konfrontation vergnüglich leicht, aber ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Damit konterkariert er die durchweg realistische Situation, die von der knallharten Herzlosigkeit des Wettbewerbs handelt. In der satirischen Schärfe wie in "The Office" oder "Stromberg" steckt er allerdings zugunsten eines versöhnlichen Tonfalls zurück, wodurch die Komödie an Biss, nicht aber an Humor verliert - weshalb darüber niemand traurig sein dürfte. Vielmehr schildert Conrad schelmisch männliches Fehlverhalten, bis bei den Protagonisten die Einsicht in die eigenen charakterlichen Unzulänglichkeiten reift. Denn eine Beförderung macht einen nicht zum besseren Menschen.
tk.