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Kaufvideo
Erhältlich seit:
17.09.2008
Frankreich/Großbritannien/Belgien 1995
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12
Leonardo DiCaprio
David Thewlis
Romane Bohringer
Regie: Agnieszka Holland
Concorde Home Entertainment

Ein Biopic über die französischen Dichter des 19. Jahrhunderts, Paul Verlaine und Arthur Rimbaud, ist dieser etwas sperrige, aber auf seine krude obsessive Art faszinierende Film nicht eine einzige Sekunde. Das gibt er auch nie vor zu sein. Wer sich also eine Poeten-Biographie im klassischen Sinne erwartet, dürfte ziemlich ratlos vor der Leinwand sitzen, vielleicht sogar verärgert sein. Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland ("Hitlerjunge Salomon") hat Christopher Hamptons Theaterstück verfilmt, das dieser 1967 im rebellischen Alter von 18 Jahren geschrieben hat. Hampton war damals etwa genauso jung wie der berühmte Rimbaud, der sein gesamtes Îuvre vor seinem 20. Lebensjahr schrieb und dann nur noch in der Welt unterwegs war auf der Suche nach Abenteuern. Der frühvollendete Dichter, von Leonardo DiCaprio mit verblüffend kindlicher Wildheit gespielt, begibt sich in das Abenteuer, den zehn Jahre älteren Kollegen Paul Verlaine kennenzulernen. Als junger Wilder vom Lande dringt er in das nahezu bürgerlich geordnete Pariser Leben Verlaines und dessen schwangerer Frau Mathilde (lustvoll voluminös: Romane Bohringer) ein. Verlaine, von dem nervös-sensiblen David Thewlis bemerkenswert gespielt, ist von dem unverschämt jungen, idealistischen und sich selbst als Genie bezeichnenden Rimbaud auf Anhieb fasziniert. Die beiden werden schon bald ein Liebespaar, wobei der exzentrische, aggressive Jüngere den Älteren nicht selten demütigt. Eine immer bösartiger werdende leidenschaftliche "Amour fou" bringt die beiden Männer in eine destruktive und auch heftig selbstzerstörerische gegenseitige Abhängigkeit. Agnieszka Holland inszeniert Hamptons Stück und Drehbuch wie eine Reminiszenz an die 60er und 68er Jahre, aus deren Geist heraus es ganz offensichtlich ja auch geschrieben wurde. Sie räumt der sexuellen Beziehung - in Verlaines Ehe, zwischen den beiden Dichtern und schließlich auch im Dreier mit Mathilde - viele im erotischen Flair nicht immer ganz geglückte Szenen ein. Diese Sex-Betonung mag heute merkwürdig vorkommen, aber sie erklärt sich aus der 68er Zeit. Und Hamptons subjektive Sicht auf dieses Dichterverhältnis hat etwas erfrischend Junges und gleichzeitig etwas so abgrundtief Böses, Zynisches, daß es wiederum haargenau in unsere Zeit paßt. Holland spart die Entstehung poetischer Werkbeispiele der legendären Scribenten gänzlich aus. "Total Eclipse" funktioniert einfach nicht wie ein populärwissenschaftliches TV-Programm oder eine Hollywood-Soap-Opera. Und das ist auch gut so. Denn Agnieszka Holland schafft es immerhin, zwei Figuren auf die Leinwand zu bringen, deren ungewöhnlich wilde und existentiell bedrohliche Beziehung neugierig macht, die Werke der beiden gerade jetzt (noch einmal) zu Lesen und vielleicht auf Spuren dieses Lebens zu überprüfen. Man muß sich einlassen auf diesen Film und von ihm nicht nur die Befriedigung vorgefaßter Erwartungen verlangen - dann hat man 110 Minuten ungewöhnliches Kino. fh.
Anhand der Werke und des Briefwechsels zwischen dem großen französischen Lyriker Paul Verlaine und dem jungen Dichtergenie Arthur Rimbaud entwickelt Drehbuchautor Christopher Hampton ("Gefährliche Liebschaften") die Geschichte einer ebenso außergewöhnlichen, großen und inspirierenden wie verbotenen und zerstörerischen Liebe - brillant besetzt mit Leonardo DiCaprio und David Thewlis.
Frankreich, 1871. Dem bekannten Dichter Paul Verlaine gehen einige Gedichte des jungen Arthur Rimbaud zu. Verlaine ist von den Zeilen so ergriffen, dass er den unbekannten Kollegen zu sich nach Paris einlädt. Er spürt, dass die Verse und die Sprache des jugendlichen Poeten die Literatur verändern werden, dass es ihnen gelingen würde, die Dichtkunst zu revolutionieren. Kurz darauf trifft der erst 16-jährige Rimbaud in dem großbürgerlichen Heim Verlaines ein.
Verlaines Frau, die 18-jährige Mathilde, hat von Anfang an kein gutes Gefühl. Die Situation ist ohnehin kompliziert genug. Paul Verlaine steckt seit längerem in einer Schaffenskrise, er hat schon seit Jahren kein Werk mehr veröffentlicht. Das Paar wird von den überaus wohlhabenden Eltern Mathildes unterstützt, in deren Haus die Beiden auch leben. Doch nicht nur die Wohnsituation, auch Pauls Alkoholproblem belastet die Beziehung der Eheleute. In betrunkenem Zustand wird der Dichter launenhaft und unberechenbar, mal zerfließt er in Selbstmitleid, mal schlägt er seine junge Frau windelweich, um sich anschließend vor Scham wieder sinnlos betrinken zu müssen.
Verlaine ist fasziniert von Rimbaud und dessen ungestümer und rebellischer Art. Als er seinen jugendlichen Gast in die Dichterzirkel der französischen Hauptstadt einführen will, kommt es zu einem Eklat. Rimbaud beschimpft die anderen Anwesenden unflätig, beleidigt die Werke bekannter Autoren und uriniert schließlich vor den Augen aller auf den Tisch. Das respektlose Verhalten, das schier grenzenlose Selbstbewusstsein und die ausdrucksstarke Lyrik Rimbauds, aber auch die jugendliche Schönheit des jungen Mannes ziehen Verlaine geradezu magisch an. Schon bald verbringt er mehr Zeit mit Arthur Rimbaud als mit seiner Frau, daran kann auch die Geburt des gemeinsamen Sohnes nichts ändern. Die intensive Freundschaft der beiden Dichter entwickelt sich schnell zu einem leidenschaftlichen Liebesverhältnis.
Hin- und hergerissen zwischen seiner Frau, die er vor allem körperlich begehrt und Rimbaud, der ihn auch kreativ und intellektuell anspricht, stürzt Verlaine sich in den Alkohol. Mathilde leidet unter der Situation ebenso wie Rimbaud. Er fleht Verlaine an, Paris mit ihm zu verlassen um gemeinsam nach Belgien zu reisen und schlägt ihm ein Abkommen vor: Er ist bereit, den älteren Freund bei der Überwindung seiner kreativen Blockade zu helfen, wenn dieser ihn im Gegenzug finanziell unterstützt. Nach einigem Zögern stimmt Verlaine zu. Wie schon in Paris experimentieren sie auch in Brüssel mit bewusstseinserweiternden Drogen wie Opium und Absinth; ein unstetes Leben zwischen Leidenschaft und Eifersucht, Rausch und kreativem Schaffen. Verlaine versöhnt sich kurzzeitig mit seiner Frau Mathilde, kehrt aber nicht mit ihr zusammen nach Paris zurück.
Nach einem längeren Aufenthalt in London zieht es Verlaine und Rimbaud wieder nach Brüssel. Immer häufiger kommt es zu Auseinandersetzungen. Rimbaud verausgabt sich in seinen Werken, Verlaine klammert sich nach der Scheidung von seiner Frau verzweifelt an den Geliebten und bewacht eifer-süchtig jeden Schritt Rimbauds. Verlaine beschließt, seinem unglücklichen Leben ein Ende zu setzen und kauft sich eine Pistole, doch statt sich selbst zu richten, bedroht er Rimbaud und schießt ihm in die Hand. Es kommt zum Gerichtsprozess, Verlaine wird zu zwei Jahren Haft wegen seiner unmoralischen Lebensweise verurteilt. Nachdem er wieder frei ist, strebt er eine Versöhnung mit Arthur Rimbaud an, doch Rimbaud trennt sich endgültig. Bei seiner Familie in Roche verfasst er sein bedeutendstes Werk "Une saison en enfer/ Eine Zeit in der Hölle", anschließend bereist er Europa und Afrika.
Als er mit nur 37 Jahren an Knochenkrebs stirbt, trifft sich seine Schwester Isabelle mit dem ehemaligen Geliebten und bittet ihn um die Herausgabe einiger Manuskripte ihres Bruders ...
Ich müsste eine Hölle haben für meinen Zorn, eine Hölle für meinen Stolz - und die Hölle der Zärtlichkeit. Ein Konzert von Höllen. (Arthur Rimbaud, "Nacht der Hölle/ Nuit de l'enfer")
Quelle: Concorde
| Darsteller: | Leonardo DiCaprio | als Arthur Rimbaud | |
|---|---|---|---|
| David Thewlis | als Paul Verlaine | ||
| Romane Bohringer | als Mathilde Maute | ||
| Dominique Blanc | als Isabelle Rimbaud | ||
| Nita Klein | als Rimbauds Mutter | ||
| James Thiérrée | als Frederic | ||
| Denise Chalem | als Mrs. Maute De Fleurville | ||
| Andrzej Seweryn | als Mr. Maute De Fleurville | ||
| Christopher Thompson | als Carjat | ||
| Regie: | Agnieszka Holland | ||
| Buch: | Christopher Hampton | ||
| Musik: | Jan A.P. Kaczmarek | ||
| Kamera: | Yorgos Arvanitis | ||
| Produzent: | Ramsay Levi | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:1,78/16:9
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