DVD Leihvideo

Trade - Willkommen in Amerika

Realistischer Thriller über eine aus Mexiko als Sexsklavin in die USA verschleppte 13-Jährige, mit dem Marco Kreuzpaintner ("Sommersturm") sein US-Debüt gibt.


Trade - Willkommen in Amerika

Leihvideo

Erhältlich seit:
23.05.2008

Originaltitel: Trade

Drama/ Thriller

USA/Deutschland 2007
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 16

Kevin Kline
Alicja Bachleda
Paulina Gaitan

Regie: Marco Kreuzpaintner
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(1 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Der deutsche Regisseur Marco Kreuzpaintner deckt die Machenschaften des internationalen Menschenhandels auf und liefert den spektakulärsten Film des Jahres!

Die Mädchen werden einfach auf der Straße aufgesammelt (Foto: Fox) Großansicht

Die Mädchen werden einfach auf der Straße aufgesammelt (Foto: Fox)

Eine der erschütterndsten Szenen des Films spiegelt sich im Gesicht eines jungen Mädchens wider. Sie ist gerade mal 13 Jahre alt, ihre Augen drücken Panik, Ekel und pures Entsetzen aus. Als Sklavin einer skrupellosen Menschenbande gibt es keine Chance zu entkommen. Ihr Gang ins Dickicht, in dem gierige Freier auf ihre Liebesdienste warten, gleicht dem Gang zum Schafott.

Das Schicksal der jungen Mexikanerin Adriana ist nur eines von über einer Million Menschen, die jedes Jahr gegen ihren Willen über internationale Grenzen hinweg verschleppt und als Sklaven verkauft werden.

Als Adriana zu ihrem 13. Geburtstag von ihrem 17-jährigen Bruder Jorge ein Fahrrad geschenkt bekommt, kann sie es kaum erwarten, damit zu fahren.

Angst und Panik bestimmen das Leben von Veronica und Adriana (Foto: Fox) Großansicht

Angst und Panik bestimmen das Leben von Veronica und Adriana (Foto: Fox)

Verhängnisvolle Spritztour

Am nächsten Morgen schleicht sie sich heimlich aus dem Haus, um eine Spritztour durch die Straßen des mexikanischen Stadtviertels La Merced zu unternehmen. Plötzlich hält ein Auto neben ihr, zwei Männer springen heraus, packen das Mädchen und zerren sie ins Auto. Sie wird in ein Versteck verschleppt, danach mit anderen Leidensgenossinnen in einen LKW verladen und über die amerikanisch-mexikanische Grenze geschmuggelt. Ihre einzige Vertraute auf dem Weg in die USA ist die junge Polin Veronica.

Adrianas Bruder Jorge gelingt es, sich an die Fersen der Entführer zu heften und ihrer Spur zu folgen. Kurz vor der Grenze trifft er auf den texanischen Versicherungspolizisten Ray (Kevin Kline), in dem er einen Verbündeten findet. Gemeinsam stoßen sie im Internet auf eine Seite, auf der entführte Mädchen versteigert werden...

Versicherungspolizist Ray gibt sich als Kunde aus (Foto: Fox) Großansicht

Versicherungspolizist Ray gibt sich als Kunde aus (Foto: Fox)

Eine Chance für den Jungen

Eigentlich wollte Produzent Roland Emmerich das Drehbuch nach dem Tatsachenbericht des New York Times-Reporters Peter Landesman, der zum ersten Mal das verborgene Netzwerk des Kindersexhandels aufdeckte, selbst inszenieren. Doch nachdem er Regisseur Marco Kreuzpaintner ("Sommersturm") nach L.A. eingeladen hatte und dieser ihn nicht nur mit seiner Eigenwilligkeit, Leidenschaft und Sensibilität überzeugte, überließ er das Projekt dem jungen Kollegen.

Das Ergebnis: Ein Drama, das durch bemerkenswerte Kamerafahrten, hervorragende Darsteller und erschütternde Tatsachen - brillant inszeniert an Originalschauplätzen - unter die Haut geht.

Trade - Willkommen in Amerika

Von Roland Emmerich produziertes US-Debüt Marco Kreuzpaintners, der engagiert und realitätsnah den internationalen Mädchenhandel anklagt - anhand des Schicksals einer als Sexsklavin in die USA entführten 13-Jährigen. In Sundance feierte es Premiere.

Senkrechtstarter Kreuzpaintner fand mit "Sommersturm" international Beachtung, was ihm die Unterstützung von Roland Emmerich einbrachte, der die mit teilweise deutschem Filmteam realisierte US-Produktion finanzierte. Globalisierung pervers ist das geradewegs aus Zeitungsartikeln entnommene Thema des 30-jährigen Filmemachers, der mit aufklärerischem Gestus und dem frenetischen Stil von "Traffic" in die Straßen Mexiko Citys taucht, wo niemand etwas sieht oder hört.

Der 17-jährige Jorge (Cesar Ramos) lebt hier, lockt Sextouristen in Fallen und raubt sie mit seinen Kumpels aus. Seine Schwester Adriana (Paulina Gaitan) wird kurz nach ihrem 13. Geburtstag von Menschenhändlern entführt und zu der gleichaltrigen Polin Veronika (Alicja Bachleda) gesperrt. In einem Land, wo die Dons regieren und korrupte Polizisten gemeinsame Sache mit schmierigen Entführern machen, ist Jorge auf sich alleingestellt. Im Rotlichtviertel findet er die Spur seiner Schwester, die wie andere Leidensgenossinnen geschlagen, vergewaltigt und verhöhnt wird.

Mit dem Angeberwagen, den er seinen feigen Freunden klaut, verfolgt er den Transporter bis zur US-Grenze. Dort trifft er auf den texanischen Cop Ray (Kevin Kline), der seit Jahren nach seiner ebenfalls verschwundenen Tochter sucht. Als Einzigen kann Jorge ihn überzeugen, ihm bei seiner verzweifelten Suche zu helfen. Adrianas Odyssee in der Gewalt des verwerflichen Abschaums, der noch Kinder heroinabhängig spritzt, dauert derweil an und führt über Freilichtbordelle bis zu einer finalen Internetauktion.

Mit Herzblut am Werk, weichen Kreuzpaintner und sein Drehbuchautor José Rivera der Realität nicht aus. Adrianas Situation wird unmittelbar geschildert, das Schicksal ihrer Gefährtin Veronika ist nachgerade schockierend. In einer Szene voll bitterer Ironie reicht ein ahnungsloses Mädchen Adriana durch den Zaun des Grenzkäfigs eine Illustrierte, ohne zu begreifen, dass sie entführt wurde. Schlimmer noch reagieren die von den Flüchtlingsfluten abgestumpften US-Grenzwächter. Das schlägt aufs Gemüt, weshalb Buddy-Elemente für Auflockerung sorgen. Die aufgekratzten Dialoge zwischen dem halbwüchsigen Jorge und dem desillusionierten Ray verschießen einige Pfeile in Richtung des überheblichen Verhältnisses der USA zum Rest Amerikas.

Naive "Ein Mann sieht rot"-Vigilanten sucht man vergeblich, Kreuzpaintner erzählt abgeklärt, doch dramaturgisch hollywoodisiert, wagt den Spagat zwischen Mainstream und Anspruch, versucht Klischees zu umschiffen, aber nicht auf Spannung zu verzichten - ein nicht immer leichter Weg. Aber ein eigener, der auf den grimmigen Schmerz von "Lilja 4-ever", erst recht die kalte Wut von "The Lost Son" verzichtet. Ein nachdrückliches Anfilmen gegen die Ignoranz, mit nur einem Hoffnungsschimmer: Der Glaube an Gott.

tk.

Darsteller:  Kevin Kline   als Ray Sheridan
  Alicja Bachleda   als Veronica
  Paulina Gaitan   als Adriana
  Cesar Ramos   als Jorge
  Marco Perez   als Manuelo
  Linda Emond   als Patty Sheridan
  Zack Ward   als Alex Green
  Kate Del Castillo   als Laura
  Tim Reid   als Hank Jefferson
  Pasha D. Lychnikoff   als Vadim Yochenko
 
Regie:  Marco Kreuzpaintner  
Buch:  José Rivera  
  Peter Landesman  
Musik:  Jacobo Lieberman  
  Leonardo Heiblum  
Kamera:  Daniel Gottschalk  
Produzent:  Roland Emmerich  
  Rosilyn Heller  
 

Trade - Willkommen in Amerika in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Weitere Videos

Hoch Runter
 

Star

Kevin Kline

Er pendelt erfolgreich zwischen Theater und Film, wechselt ernste mit komischen Rollen ab und hat seit 1983 ("Der große Frust") fünf Mal für...