VHS Leihvideo

Träume bis ans Ende der Welt

Sensibles Melodram über eine familiär traumatisierte Zehnjährige und ihre Freundschaft zu einem geistig behinderten Mann.


Träume bis ans Ende der Welt

Leihvideo

Erhältlich seit:
09.04.1999

Originaltitel: Digging to China

Drama

USA 1997
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 6

Kevin Bacon
Mary Stuart Masterson
Cathy Moriarty

Regie: Timothy Hutton
Warner Home Video Germany

Bild 1 von 17

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
Träume bis ans Ende der Welt

Harriets Mutter ist Alkoholikerin, ihre ältere Schwester Gwen eine Rumtreiberin, die wahllos mit Männern ins Bett steigt. Als die Mutter überraschend stirbt, erfährt die zehnjährige Harriet, daß diese eigentlich ihre Großmutter war und Gwen die leibliche Mutter. Verstört und verzweifelt wendet sich das Mädchen dem geistig behinderten, 30jährigen Ricky zu und findet in ihm einen wahren Freund. Die Nachbarn beginnen allerdings schon bald über diese ungewöhnliche Beziehung zu tuscheln - sie glauben, einem Skandal auf der Spur zu ein.

Das Regie-Debüt des Hollywood-Schauspielers Timothy Hutton ist eine leise, einfühlsame Hommage an die Freundschaft. Unpathetisch und elegant verwebt Hutton sein Porträt kindlicher Unschuld mit heftiger Gesellschaftskritik - selten wurde die Sensationsgier der Menschen so effektiv angeprangert. Kevin Bacon beeindruckt als Ricky mit darstellerischer Virtuosität und Neuentdeckung Evan Rachel Wood mit erstaunlicher Präsenz. Wie schon John Duigans thematisch ähnlich gelagertes Drama "Heimliche Freunde" kann auch dieses Kleinod vor allem den anspruchsvollen Zuseher ansprechen.

Träume bis ans Ende der Welt

18 Jahre nachdem Schauspieler Timothy Hutton sein Filmdebüt in Robert Redfords Regieerstling "Eine ganz normale Familie" mit Oscarehren absolvierte, tritt nun auch er, nach Praxiserfahrungen mit diversen Videoclips, hinter die Kamera eines Spielfilms. Und inszeniert ein ehrenwertes Kindheits-Melodram, das wie Redfords Debüt durch Sensibilität und gute Darsteller besticht, ohne aber dessen psychologische Komplexität und emotionale Wucht zu erreichen. Trotz guter Absichten und routinierter Realisierung sind die kommerziellen Chancen solcher Stoffe, wie unlängst schon "Heimliche Freunde" zeigte, nicht gerade rosig.

Wie John Duigans sozialsatirisches Märchen erzählt auch Karen Janszens Drehbuch die Geschichte einer in falsches Licht gerückten Freundschaft zwischen einem jungen Mädchen und einem erwachsenen Mann. Der gravierendste Unterschied ergibt sich aus der geistigen Behinderung des 30jährigen Ricky (Kevin Bacon mit ausgeprägter Körpersprache), die ihm den Zugang zur Erlebniswelt der 10jährigen Harriet (wie Duigans Mischa Barton eine Entdeckung: Evan Rachel Wood) problemlos ermöglicht. Litt Bartons Familie unter einem dramatischen Spießersyndrom, ist Woods Situation ungleich komplizierter. Ihre Mutter (Cathy Moriarty mit kurzem, aber gewohnt prägnantem Auftritt) spricht dem Alkohol, ihre Schwester Gwen (Abkehr vom zarten Schneewittchen-Image: Mary Stuart Masterson) den Männern zu. Als Moriartys Figur vom Tod aus dem Film geholt wird, und sich Gwen als wirkliche Mutter Harriets outet, flüchtet sich das entwurzelte Mädchen in die intensive Freundschaft zu Ricky. So sensibel Hutton auch die magisch-fantasievolle Zuflucht und die triste Realität seiner rebellischen Protagonistin zeichnet, leidet doch sein, sich auf Rickys Freundschaft und die Annäherung an Gwen konzentrierender Film an der mangelnden Originalität des Stoffes. Geschichten wie diese haben in der Literatur wie auch im Kino Amerikas eine solide Tradition. Und wenn sie wie hier inszenatorisch (lange Einstellungen, ruhiger Rhythmus, statische Kamera) und inhaltlich ohne größere Überraschungsmonente serviert werden, ist das Kino als Aufführungsort kein Muß, und ein anderes populäres Medium eine echte Alternative. Selbst Anjelica Hustons "Bastard out of Carolina" blieb schließlich nur die TV-Auswertung, obwohl ihr Regiedebüt im Unterschied zu Huttons nicht erzählerisch gediegen und zärtlich, sondern provokant, kompromißlos und mitreißend ausgefallen war. kob.

Darsteller:  Kevin Bacon   als Ricky Schroth
  Mary Stuart Masterson   als Gwen Frankovitz
  Cathy Moriarty   als Mrs. Frankovitz
  Evan Rachel Wood   als Harriet Frankovitz
  Marian Seldes   als Leah Schroth
 
Regie:  Timothy Hutton  
Buch:  Karen Janszen  
Musik:  Cynthia Millar  
Kamera:  Jörgen Persson  
Produzent:  Alan Mruvka  
  Marilyn Vance  
  John Davis  
  J. Todd Harris  
 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Kevin Bacon

Seine Fähigkeit, unsympathischen Charakteren freundliche Züge zu verleihen und faszinierende, von einer fixen Idee besessene Personen zu spielen...

 

Star

Evan Rachel Wood

Amerikanische Schauspielerin. Seit ihrem Durchbruch als exzessives Highschool-Girl in "Thirteen - Dreizehn" (2003) war Evan Rachel Wood...