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Triff die Elisabeths!

Komödie mit sozialkritischen Untertönen über eine schwarze Familie, die in Frankreich in den Skiurlaub fährt.


Triff die Elisabeths!

Leihvideo

Erhältlich seit:
28.05.2010

Originaltitel: La première étoile

Komödie/ Drama

Frankreich 2009
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

Lucien Jean-Baptiste
Anne Consigny
Firmine Richard

Regie: Lucien Jean-Baptiste
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Triff die Elisabeths!

Jean-Gabriel, Einwanderer aus den Antillen, hängt am liebsten mit seinen Kumpels in der Kneipe ab und verjubelt sein Geld mit Wetten jeder Art. Derweilen hetzt Ehefrau Suzy von einem Job zum anderen, um Essen auf den Tisch zu stellen. Schließlich kommt es in der Abendstunde zum Eklat, als Jean-Gabriel der Familie einen Winterurlaub verspricht, obwohl in der Haushaltskasse wieder einmal Ebbe herrscht. Die Gattin stellt dem Ehemann ein Ultimatum: Entweder er schafft es, mit den Kindern auf Skiurlaub zu fahren, oder sie reicht die Scheidung ein.

Was rein inhaltlich nach Sozialdrama um Ausgrenzung und Rassismus, um Arbeitslosigkeit und Geldmangel, um Mischehe und Klassenschranken klingt, entpuppt sich als warmherziger Familienspaß, der aus Perspektive einer ethnischen Minderheit erzählt wird. Der aus Martinique stammende Schauspieler und Ex-Werbefachmann Lucien Jean-Baptiste gibt hier sein Regiedebüt und weiß Klischees und Kalauer "typischer" Urlaubskomödien zu vermeiden. Das (etwas zu) getragene Tempo machen die sympathischen Schauspieler wett.

Triff die Elisabeths!

Fünf Schwarze im Schnee. Was nach derb-vorhersehbarem Urlaubsklamauk klingt, entpuppt sich bei Regiedebütant Lucien Jean-Baptiste als warmherziger Familienspaß mit durchaus sozialkritischen Untertönen.

Karibisch entspannt ist die Lebenseinstellung von Jean-Gabriel. Am liebsten steht er, vor Jahrzehnten aus den Antillen eingewandert, mit seinen Kumpels am Kneipentresen in der Pariser Vorstadt Créteil, schwadroniert über Gott und die Welt und verjubelt sein weniges Geld mit Wetten jeder Art. Darüber vergisst es schon mal, den Jüngsten von der Schule abzuholen, während Ehefrau Suzy von einem Job zum anderen hetzt, um Essen auf den Tisch zu stellen. Da kommt es eines Abends zum Eklat, vollmundig verspricht er der Familie einen Winterurlaub, obwohl in der Haushaltskasse Ebbe herrscht. "Schau diesmal zu, wie du ohne mich zurecht kommst!", wettert die Gattin. Und sie droht sogar, Jean-Gabriel zu verlassen, wenn die versprochenen Skiferien nicht stattfinden.

Viel hat sich der aus Martinique stammende Schauspieler und Ex-Werbefachmann Lucien Jean-Baptiste für sein Regiedebüt vorgenommen, eine Familienkomödie, erzählt aus der Sicht einer ethnischen Minderheit. Um Ausgrenzung und (latenten) Rassismus, um schwierige Arbeitssuche und ewigen Geldmangel, um Mischehe (Suzy ist weiße Französin) und Klassenschranken geht es in "Triff die Elisabeths!". Die Zeichen stehen auf Sozialdrama à la Ken Loach, was der Filmemacher nach eigenem Drehbuch (Koautorin: Marie-Castille Mention-Schaar) jedoch geschickt vermeidet - mit Erfolg, wovon die Publikumspreise in Hamburg respektive auf dem Festival des komischen Films in Alpe d'Huez zeugen.

So landen die Elisabeths, Fremde im eigenen Land, im Schatten des Mont Blanc, des weißen Berges, wo sie (zunächst) wie Exoten wirken. Im geborgten Mercedes, der in bester Slapstick-Manier allmählich zum Totalschaden mutiert, reisen sie an, der Papa, die drei Kinder nebst Oma. Die Bonne Maman, das (Comedy-)Schwergewicht Firmine Richard, soll Jean-Gabriel mit den Kids und in der Küche helfen, ihr steht der Sinn jedoch nach Scrabble mit dem Vermieter - Schwindeln beim Wortbau inklusive. Derweil übt sich der kleine Ludo im Skifahren, strebt nach dem "La première etoile" (so der Originaltitel), dem Skiabzeichen gleichen Namens, bräunt (!) sich die zehnjährige Manon mit Mädchen ihres Alters, und knüpft Teenager Yann, eher Surfbrett- denn Snowboard-Typ, zarte Bande mit der süßen Juliette.

Gelassen und (manchmal fast zu) ruhig erzählt Jean-Baptiste seine Geschichte, nimmt sich Zeit für die Charaktere und lässt sie nie zur Karikatur verkommen. Weit weg von typischen Urlaubskomödien, wie Patrice Lecontes "Sonne, Sex und Schneegestöber" mit ihren Klischees und Kalauern, siedelt er seine Figuren in der Realität an. Deren Weltsicht reicht von kindlich naiv bis erschöpft und ernüchtert, wobei Realistin Suzy (Anne Consigny) für letztgenannte Position steht. Sie erträgt die Träumereien ihres Mannes nicht mehr, zwingt ihn zum Handeln, zur Stellungsnahme und so letztlich zur Integration in die Gesellschaft. Das kling ein wenig didaktisch und ist es vielleicht auch. Doch die liebenswerten Figuren machen diesen moralischen Zeigefinger wett - und der Ausflug in den Schnee wird zum vollen Erfolg. geh.

Darsteller:  Lucien Jean-Baptiste   als Jean-Gabriel
  Anne Consigny   als Suzy
  Firmine Richard   als Marie-Thé
  Jimmy Woha-Woha   als Yann
  Loreyna Colombo   als Manon
  Ludovic François   als Ludo
  Bernadette Lafont   als Madame Morgeot
  Michel Jonasz   als Monsieur Morgeot
  Astrid Berges-Frisbey   als Juliette
  Jacques Frantz   als René
  Edouard Montoute   als Jojo
  Gilles Benizio   als Mechaniker/Moderator
 
Regie:  Lucien Jean-Baptiste  
Buch:  Lucien Jean-Baptiste  
  Marie-Castille Mention-Schaar  
Musik:  Erwann Kermorvant  
Kamera:  Myriam Vinocour  
Produzent:  Marie-Castille Mention-Schaar  
  Pierre Kubel  
 

Triff die Elisabeths! in der Fotoshow

 

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Anne Consigny

Französische Schauspielerin. Nach zwanzig Jahren Theaterarbeit auf Pariser Bühnen und kurz vor dem Entschluss, aufzugeben und Jura zu...