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True Grit

Knüppelharter Western der Coen-Brüder im Stil von "No Country for Old Men", in dem ein 14-jähriges Mädchen einen alten Haudegen anheuert, mit dem sie den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringen will. Remake bzw. Neuinterpretation des Westernklassikers aus dem Jahr 1968.


True Grit

Leihvideo

Erhältlich seit:
24.06.2011

Western

USA 2010
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Jeff Bridges
Matt Damon
Hailee Steinfeld

Regie: Ethan Coen, ...
Paramount Home Entertainment

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True Grit

Frank Ross wurde in einem kleinen Kaff wegen einer Lappalie von dem Feigling Tom Chaney kaltblütig erschossen. Seine 14-jährige Tochter Mattie reist an, um den Leichnam abzuholen. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, den Mörder zur Strecke zu bringen. Dafür heuert sie den kantigen Haudegen Rooster Cogburn an, der widerwillig einschlägt. Die Spur von Chaney führt mitten ins Indianergebiet, wo nicht nur das Mädchen und der alte Mann seine Fährte aufnehmen, sondern auch der Texas Ranger La Boeuf.

Die Coen-Brüder begeben sich nach "No Country for Old Men" wieder in gesetzloses Brachland, um eine düstere Moritat aus dem Westen, diesmal tatsächlich dem Wilden, in denkwürdige Bilder zu bannen. Charles Portis' Roman diente bereits als Vorlage für "Der Marshal" von 1969 mit John Wayne. Hier übernimmt der frischgebackene Oscar-Gewinner Jeff Bridges in seinem ersten Auftritt für die Coens seit "The Big Lebowski" die Rolle des bärbeißigen Rooster. Unterstützt wird er von Matt Damon, Josh Brolin und der Entdeckung Hailee Steinfeld.

True Grit

Die Coen-Brüder liefern mit der phänomenalen Neuadaption des John-Wayne-Westernklassikers "Der Marschall" (1969) - dem Titel entsprechend draufgängerisch - ihren bislang kommerziellsten Film.

Dabei orientieren sich die Coens für ihren nach "No Country For Old Men" zweiten Abstecher ins Westerngenre nicht nur an Henry Hathaways Inszenierung, sondern vor allem an Charles Portis' Romanvorlage "Die mutige Mattie" aus dem Jahr 1968. Darin erinnert sich eine alte Jungfer wie sie in den Pioniertagen des Wilden Westens als eigensinnige Vierzehnjährige zwei Kopfgeldjäger anheuerte und begleitete, um den Mörder ihres Vaters dingfest zu machen. In dieser Rolle des unbeirrbaren jungen Mädchens, das sich in einer rauen Männerwelt nicht unterkriegen lässt, erweist sich Neuentdeckung Hailee Steinfeld als Perfektbesetzung. Sie kann sich durchaus gegenüber ihren hochkalibrigen Kostars Jeff Bridges, in der Wayne-Rolle des knorrigen Marschalls Rooster Cogburn, und Matt Damon, im Glenn-Campbell-Part als eitler Texas Ranger La Boeuf, behaupten. Bridges verpasst Cogburn seinen eigenen unverkennbaren Stempel, womit er Wayne (der für die Verkörperung dieser ikonischen Figur seinen einzigen Oscar erhielt) zwar nicht das Wasser abgräbt, aber auch nicht in dessen Schatten bleibt. Ausgerüstet mit Augenklappe und Whiskey-getränkter Reibeisenstimme, die seinen Dialog oftmals unverständlich macht, kreiert "The Dude" Bridges ein uriges Unikum, dessen harte Schale einen weichen Kern verdeckt.

Nur widerwillig geht Cogburn einen Deal mit der hartnäckigen Mattie ein, Tom Chaney (Josh Brolin), den feigen Killer ihres Vaters Frank Ross zur Verantwortung zu ziehen. Dafür gilt es sich in gefährliches Indianerterritorium zu begeben, wo sich zudem noch andere Outlaws tummeln. Zu Matties Unbill macht Cogburn mit Texas Ranger La Boeuf gemeinsame Sache, den sie als lächerlichen Rodeo-Clown abkanzelt. Zu dritt reiten sie durch die karge weitläufige Winterlandschaft und werden alsbald mit allerhand Problemen inklusive lebensgefährlichen Shootout konfrontiert. Die emotionale Dynamik des Trios wandelt sich allmählich und gegenseitiger Respekt und selbst leise Anklänge von väterlicher und romantischer Liebe lassen sich ausmachen. Nach langer Odyssee laufen sie schließlich Chaney und seiner Gang über den Weg und es kommt zum tragischen Showdown.

Die Coens durchleuchten einmal mehr einen mit exzentrischen Figuren bevölkerten Kosmos, der nicht nur aufgrund des PG13-Ratings einer breiteren Publikumsschicht zugänglich ist. Sie verzichten auf extreme Gewalteruptionen, an dramatischer Spannung mangelt es dennoch nicht. Nach dem Oscar für "No Country For Old Men" setzen die Brüder ihren kreativem Höhenflug fort. "True Grit" erscheint als eine weitere absolut mühelos elegante Fingerübung. Alles fügt sich nahtlos zu einer erstklassigen Inszenierung zusammen: eine packende Story um Rache und Kameradschaft, bildgewaltige Kompositionen erhaben von Coen-Regular Roger Deakins in Texas und New Mexico gefilmt, großartige schauspielerische Leistungen und ein relativ konventioneller Score von Carter Burwell (als Ode an unverwüstliche Mädchen im Kampf gegen das Böse würde der Song "Leaning on Everlasting Arms" aus "Night Of The Hunter" untergebracht). Führwahr eine wahre Filmfreude. ara.

Darsteller:  Jeff Bridges   als Rooster Cogburn
  Matt Damon   als La Boeuf
  Hailee Steinfeld   als Mattie Ross
  Josh Brolin   als Tom Chaney
  Barry Pepper   als 'Lucky' Ned Pepper
  Bruce Green   als Harold Parmalee
  Dakin Matthews   als Col. Stonehill
  Paul Rae   als Emmett Quincy
  Ed Corbin   als Bear Grit
 
Regie:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Buch:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Roger Deakins  
Produzent:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
  Scott Rudin  
  Steven Spielberg  

Jeff Bridges ist bereit für Oscar Nummer 2

Obwohl er Konkurrent Colin Firth in "The King's Speech" bewundert - den Oscar will Jeff Bridges auch in diesem Jahr selbst abräumen.

Jeff Bridges: Dem Oscar für "Crazy Heart" soll noch einer für "True Grit" folgen. (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Jeff Bridges: Dem Oscar für "Crazy Heart" soll noch einer für "True Grit" folgen. (Foto: Kurt Krieger)

Im letzten Jahr triumphierte Jeff Bridges mit "Crazy Heart" bei den Oscars über Colin Firth, der für "A Single Man" nominiert war. Die Geschichte soll sich Ende des Monats wiederholen, zumindest, wenn es nach Bridges geht.

Er ist für seine Leistung als schieß- und trinkfreudiger Marshal in "True Grit" nominiert und Colin Firth, weil er "The King's Speech" so grandios gehalten hat. Und wenn es tatsächlich schon wieder "And the Oscar goes to ... Jeff Bridges" heißt? "Dann werde ich mich kaum schuldig fühlen", lacht der 61-jährige. Man hat ja auch was davon: "Der Gewinn des Oscars war in ganz anderer Richtung hilfreich", erzählt Bridges, "Ich nehme gerade ein Album mit T-Bone Burnett auf. Das hat sich direkt aus dem Erfolg von "Crazy Heart" ergeben.

Jeff Bridges: "Ich bin ein Jahrmarktschreier"

Wenn der Oscar für "Crazy Heart" bei einer Extra-Karriere als Sänger hilft - was um Himmels Willen plant Jeff Bridges dann mit einem für "True Grit"? Nun, es könnte ja auch gut sein, dass der lachende Dritte oder Vierte das Rennen macht, während alle auf Bridges und Firth schauen. Javier Bardem für "Biutiful" ist ebenso ein heißer Kandidat und James Franco für "127 Hours" sowieso.

Aber Trommeln gehört zum Geschäft. "Ein Teil meines Berufes ist es, ein Jahrmarktschreier zu sein", sagt Jeff Bridges. "Wenn du soviel Kraft in einen Film gesteckt hast, dann willst du ja auch, dass ihn die Leute ansehen." An den zahlreichen Promotion- und Werbeterminen stört ihn nur eines: "Es tut mir sehr leid, dass mir so viele Filme entgehen. Aber die, die ich gesehen haben, waren fantastisch. "The King's Speech" beispielsweise ist wundervoll!" Faire Geste.

Die Verleihung der Oscars 2011 findet am 27. Februar im Kodak Theatre in Los Angeles statt.

 

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