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Tsotsi

Kompromissloses südafrikanisches Drama im Stil von "City of God", in dem ein junger Straßengangster in Johannesburg sich des Babys einer Frau annimmt, die er getötet hat.


Tsotsi

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Erhältlich seit:
12.10.2007

Drama

Südafrika/Großbritannien 2005
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 12

Presley Chweneyagae
Terry Pheto
Kenneth Nkosi

Regie: Gavin Hood
STUDIOCANAL Home Entertainment Germany

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In den Townships ist Tsotsi berüchtigt, verschafft sich mit Gewalt Respekt. Doch was tun, wenn im geklauten Auto ein Baby liegt?

Tsotsi ist ganz auf sich allein gestellt (Foto: Kinowelt) Großansicht

Tsotsi ist ganz auf sich allein gestellt (Foto: Kinowelt)

Rush-Hour in der U-Bahn. Junge Schwarze steigen ein, schauen sich um und stechen zu. Ohne Skrupel, ohne Zögern. Das Opfer - ein Schwarzer wie sie. Die Beute - eine halbleere Geldbörse. Alltag in den Townships von Johannesburg, das heißt Kriminalität und Survival of the Fittest. Ein Mord als Auftakt für eine starke Story aus Südafrika, ausgezeichnet mit dem Oscar als Bester ausländischer Film.

Gavin Hoods unbestechlicher Blick auf den jungen Ganoven Tsotsi, Anführer einer brutalen Gang, kennt keine Beschönigung und keine Moral. Der 19-Jährige, seit dem Tod der Eltern auf sich allein gestellt, kennt nur Gewalt, die verschafft ihm Macht und Ansehen.

Was tun, wenn man plötzlich ein Baby hat? (Foto: Kinowelt) Großansicht

Was tun, wenn man plötzlich ein Baby hat? (Foto: Kinowelt)

Gut gemeint

Als er eines Nachts ein Auto klaut, entdeckt er ein friedlich schlafendes Baby auf dem Rücksitz. Und plötzlich fühlt der Bad Boy so was wie Verantwortung. Vor seinen Kumpels versteckt er das Kind, zwingt die Nachbarin mit Waffengewalt zum Stillen und schleppt auch schon mal Pampers an. Hier tobt nicht der übliche Rassenkampf, sondern der Kampf gegen die eigenen Dämonen, die Wut gegen soziale Ungerechtigkeit, die Flucht ins Außenseitertum.

Du hast keine Chance, aber nutze sie. Mit einem überraschenden Ende entlässt uns das Drama in die Wirklichkeit - und einem klitzekleinen Schimmer Hoffnung. Denn die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Tsotsi

Ein junger Ganove aus den Townships von Johannesburg in Südafrika wandelt sich vom skrupellosen Schläger zum verantwortungsbewussten Mann. Die starke Story war der Academy den Auslandsoscar wert.

Erinnerungen an "City of God" kommen auf. Wie in dem brasilianischen Film geht es auch in Gavin Hoods authentisch und brillant inszeniertem Drama ums Überleben, regiert in den Barackensiedlungen Johannesburgs das darwinistische Prinzip des Stärkeren. Diesen Grundsatz beherrscht der 19jährige Tsotsi aus dem FF. Der gefürchtete Anführer einer Bande von sozial Ausgestoßenen, dessen Eltern an Aids starben als er noch ein Kind war, holt sich das, was er braucht mit Gewalt. Nachdem er angetrunken einen Kumpel fast tot geschlagen hat, stiehlt er ein Auto und braust davon. Auf dem Rücksitz schläft friedlich das Baby der von ihm angeschossenen Besitzerin, einer schwarzen Mittelschichtsfrau. Anstatt das Kind auszusetzen, packt er es einem diffusen Impuls folgend in eine braune Einkaufstüte und nimmt es mit nach Hause. Mit der Knarre in der Hand zwingt er eine Nachbarin, dem Baby die Brust zu geben, bringt ihr die nächsten Tage Nahrungsmittel und langsam setzt er sich mit der neuen Verantwortung auseinander, erkennt, dass er sein Leben so nicht weiterführen kann.

In seinem dritten Film zeichnet der weiße Südafrikaner Hood sein Land nach der Apartheid, die gesetzlosen Townships, soziale Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit. Schon eine der ersten Szenen schockt: Ohne ein Wort wird ein Mann in der U-Bahn mit einem Eispickel abgestochen, die Beute - eine halbleere Geldbörse. Es herrscht Krieg, nicht zwischen Schwarz und Weiß, sondern zwischen Arm und Reich. Und reich ist jeder, der etwas mehr als der andere hat, egal welcher Hautfarbe. Aus der Romanvorlage von Athol Fugard aus dem Jahre 1980 macht Hood, der an Originalschauplätzen drehte, eine glaubwürdige Geschichte über die Wandlung eines Menschen, der letztendlich nach einem inneren Kreuzweg Erlösung findet, eine psychologisch spannende Reise durch Erinnerungsfetzen und subjektive Wahrnehmung. Im Gegensatz zur literarischen Vorlage spielt die Handlung in der Gegenwart, wo ein Menschenleben immer noch nicht viel zählt. Gelungen das überraschende Ende (ohne Blutbad), das dem Klischee widerspricht, eine Entdeckung Presley Chweneyagae in seiner ersten Rolle. Der Soundtrack mit Kwaito Musik, der vibrierenden und wütenden Stimme aus den Townships, verdichtet die urbane Atmosphäre aus Provokation, Kampfesmut und Lebensbejahung, ein elektrisierender Rhythmus am Puls der Zeit. "Tsotsi" ist nicht eine Sekunde ideologisch verbrämt, sondern ganz einfach menschlich, fordert eine Auseinandersetzung mit der südafrikanischen Wirklichkeit heraus. Pures Kino. mk.

Tsotsi

In einem Johannesburger Township schlägt sich der 19-jährige Tsotsi als Anführer einer Gang durch. Bei einem Autodiebstahl bemerkt er zu spät, dass sich ein Baby im Wagen befindet. Erstmals muss der brutale Tsotsi Verantwortung übernehmen ...
In Tsotsi-Taal, dem Slang der südafrikanischen Townships, gedreht und mit dem typischen Kwaito-Sound unterlegt, strahlt Gavin Hoods Ghettodrama eine intensive Authentizität und Glaubwürdigkeit aus. Bewegend erzählt der Regisseur vom moralischen Reifungsprozess seiner Hauptfigur. Ausgezeichnet mit einem Oscar[r] als Bester fremdsprachiger Film sowie den Publikumspreisen des Toronto Film Festivals und des Edinburgh Film Festivals.

Quelle: Studiocanal

Darsteller:  Presley Chweneyagae   als Tsotsi
  Terry Pheto   als Miriam
  Kenneth Nkosi   als Aap
  Mothusi Magano   als Boston
  Zenzo Ngqobe   als Butcher
  Zola   als Fela Ndlovu
  Rapulana Seiphemo   als John
  Nambitha Mpumlwana   als Pumla
  Israel Makoe   als Tsotsis Vater
  Percy Matsemela   als Sergeant Zuma
  Jerry Mofokeng   als Morris
  Benny Moshe   als Tsotsi als Junge
 
Regie:  Gavin Hood  
Buch:  Gavin Hood  
Musik:  Zola  
  Vusi Mahlasela  
  Mark Kilian  
  Paul Hepker  
Kamera:  Lance Gewer  
Produzent:  Peter Fudakowski  
 

Tsotsi in der Fotoshow

 

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