Die Zeitreise von der Vergangenheit in die Gegenwart unterstreicht den Image-Wandel, aber auch die stets gleich hoch gebliebene Bedeutung von U2.
Auch wenn U2 in den 80ern, der MTV-Ära und dem Zeitalter des Videoclips groß wurden, war die irische Band im Grunde nie eine richtige Video-Band. Sie definierte sich über ihre Musik und ihre politischen wie gesellschaftlichen Einstellungen. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Videos, die U2 natürlich trotzdem in großer Zahl gedreht haben. Denn hier bekommt man die Ideologie der Band ( wie man im Falle von U2 wohl sagen muss) wie auf dem Präsentierteller dargeboten. Wie sehen, wie sich das Quartett um Bono Vox als mythische Musiker-Krieger 1982 in den verschneiten schwedischen Wäldern präsentierte - pathetisch und ernsthaft. Das andere Extrem ist dann im Cinéma Vérité-Stil gedrehte Clips zu "Where The Streets Have No Name", in dem man das Verkehrschaos sieht, als die Band 1987 in bester Beatles-Traditon ein Konzert auf einem Hausdach in Los Angeles gab. U2 ließen sich in ihrer visuellen Ästhetik nie festlegen. Mal ließen sie Anton Corbijn für "One" oder Jonas Akerlund für "Walk On" höchst poetische Bilder drehen, mal inszenierten sie sich inmitten der Neonwelt von Las Vegas für "I Still Haven't Foud What I'm Looking For". Jeder Clip will dabei aber zugleich Aussage sein - entweder in einer expliziten politischen Stellungnahme oder als Gegenteil davon, wenn sich die Band auf eine selbstreferentielle Ästhetitizität zurückzieht. Deswegen sei die DVD empfohlen für alle, die sich mit der Band näher befassen wollen. Im Vergleich mit der gleichnamigen CD fehlt zwar leider der aktuelle Clip zum neuen Song "Window In The Skies", dafür finden sich auf der DVD mehrere Alternativ-Versionen (etwa von "Stuck In A Moment You Can't Get Out Of", "Walk On" oder "One"), ein Making Of zum "Vertigo"-Clip, eine Dokumenation zu den verschiedenen "One"-Videos und einige Live-Songs.
Quelle: musikwoche.de