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Ulzhan - Das vergessene Licht

Melancholisch-tragisches Roadmovie um einen Franzosen, der in die kasachische Steppe zieht, um zu sterben, dort ein Mädchen und einen Schamanen trifft.


Ulzhan - Das vergessene Licht

Leihvideo

Erhältlich seit:
20.06.2008

Originaltitel: Ulzhan

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 6

Philippe Torreton
Ayanat Ksenbai
David Bennent

Regie: Volker Schlöndorff
Warner Home Video Germany

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Melancholisch-tragisches Roadmovie um einen Franzosen, der in die kasachische Steppe zieht, um zu sterben, und dort ein Mädchen und einen Schamanen trifft.

Charles will mit allem abschließen, doch Ulzhan hat andere Pläne (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Charles will mit allem abschließen, doch Ulzhan hat andere Pläne (Foto: X Verleih (Warner))

Die Weite Kasachstans. Endlos bis zum Horizont. Hier strandet der Franzose Charles (Philippe Torreton), der nach einer Familientragödie weg will von seinem einstigen Leben. Sein Ziel ist der heilige Berg Khan Tengri, wo sich einst die Schamanen in Ruhe zum Sterben zurückzogen. Der Fremde durchquert ein Land im Umbruch, bringt Tausende von Kilometern hinter sich.

Dabei begegnet er dem geheimnisvollen Schamanen Shakuni (David Bennent), der mit seltenen Worten handelt, und trifft die Nomadin Ulzhan (Ayanat Ksenbai), von der er ein Pferd kauft. Gegen seinen Willen heftet sich die junge Frau an seine Fersen, folgt dem vom Schicksal gezeichneten Mann durch karge Steppen und endlose Ölfelder, bis zum Heiligen Berg an der Grenze zu China.

Auf dem Weg zum Heiligen Berg findet Charles mehr als er gedacht hätte (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Auf dem Weg zum Heiligen Berg findet Charles mehr als er gedacht hätte (Foto: X Verleih (Warner))

Ohne Worte

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") ist ein ungewöhnlicher, sehr lyrischer Film geglückt, eine Liebesgeschichte fast ohne Worte.

Ulzhan - Das vergessene Licht

Mit einem in Kasachstan angesiedelten melancholisch-tragischem Roadmovie kehrte Volker Schlöndorff, der Gewinner der Goldenen Palme von 1979 für "Die Blechtrommel", im Jubiläumsjahr an die Croisette zurück.

Ausgangspunkt des Drehbuches von Jean-Claude Carrière war das Schicksal eines Mannes, der seine Familie bei einem Unfall verliert. Der Franzose Charles will sein früheres Leben aufgeben und beginnt eine letzte Reise - ausgerechnet in Kasachstan. Ihm werden die Papiere gestohlen, auf einem Ölfeld verhaftet man ihn als Spion und nach der Flucht aus der futuristischen Hauptstadt Astana landet er in der Steppe, möchte allein sein und sich auf den Tod vorbereiten. Aber da ist der Schamane Shakuni, der Wörter sammelt und verkauft, böse Geister aus den Jurten vertreibt und immer wieder seinen Weg kreuzt sowie die junge Nomadin Ulzhan, die ihm ein Pferd verkauft und sich aus nicht ganz rationalen Gründen an seine Fersen heftet. Zwischen ausgeprägter Todessehnsucht und leiser Lebenshoffnung oszilliert der Unglückliche im Nirgendwo. Am mystischen Berg Khan Tengri muss er sich entscheiden. Das "Wie" lässt Volker Schlöndorff offen. In einem eindrucksvollen Tableau (Ulzhan reitet davon und bindet Charles' Pferd an einen Felsen) vor der endlosen Gebirgs-Landschaft endet die Tragödie eines gebrochenen Menschen. Vielleicht entscheidet sich der in Trauer gefangene Protagonist für das Leben, vielleicht auch nicht.

Der Trip ins Herz der Verzweiflung besticht durch surreale Atmosphäre und durch Gegensätze - die Einsamkeit in der Weite ohne Horizont, die ultra-moderne Kapitale mit ihrer westlichen Dekadenz, die "Idylle" von Ulzhans Dorf, die geheimnisvolle Welt der Schamanen, die zerstörte innere Welt der Hauptfigur. Alles ist möglich. Zwar mutet es etwas seltsam an, dass selbst in der größten Einöde die Einwohner französisch sprechen und der Franzose justament in der kleinen Schule ankommt, als die Kinder ein französisches Lied intonieren und sogar "Schamane" David Bennent die gallische Sprache fließend beherrscht, aber all das tritt hinter der starken Emotionalität zurück. Das große Plus in diesem schweigsamen Kampf zwischen einem desillusionierten Mann und einer mutigen Frau sind die faszinierenden Cinemascope-Bilder von Kameramann Thomas Fährmann, der sich den Versuchungen des dokumentarischen gegenüber resistent zeigt. Das Resultat: Eine poetische Odyssee in seelische Zwischenbereiche. mk.

Ulzhan - Das vergessene Licht

Die Weite Kasachstans. Endlos bis zum Horizont. Hier strandet der Franzose Charles (Philippe Torreton), der nach einer Familientragödie weg will von seinem einstigen Leben, rigoros den Schlussstrich zieht. Sein Ziel ist der heilige Berg Khan Tengri, wo sich einst die Schamanen in Ruhe zum Sterben zurückzogen. Der Fremde durchquert ein Land im Umbruch per Flugzeug, Auto und zu Fuß, bringt Tausende von Kilometern hinter sich. Dabei begegnet er auch eines Tages einer geheimnisvollen Gestalt, einem Schamanen namens Shakuni (David Bennent), der mit seltenen Worten handelt. Zufällig landet Charles in einem Dorf, wo er auf die junge Nomadin Ulzhan (Ayanat Ksenbai) trifft, von der er ein Pferd kauft, um seinen Weg fortzusetzen. Gegen seinen Willen heftet sich die junge Frau an seine Fersen, folgt dem vom Schicksal gezeichneten Mann durch karge Steppe, nuklear verseuchtes Atomtestgebiet, endlose Ölfelder, in denen Bohrtürme wie Menetekel gen Himmel ragen, bis zum Heiligen Berg an der Grenze zu China. Im Gebirge angekommen, bittet Charles seine Begleiterin ein letztes Mal darum, ihn endgültig allein zu lassen. Bevor Ulzhan ohne einen Blick zurück ins Tal reitet, bindet sie vorher noch sein Pferd an einen Felsen, in der Hoffnung, dass Charles wiederkommen wird...

Es ist ein sehr lyrischer Film, eine Liebesgeschichte fast ohne Worte. Zur Abwechslung mal keine Literatur, keine Politik, auch keine Vergangenheitsbewältigung, sondern reine Kür, eine Hymne auf das Leben.
Volker Schlöndorff

Das Leben. Die Liebe. Der Tod. Ein Mann. Eine Frau. Ein Schamane. In den endlosen Weiten Kasachstans führt sie die Bestimmung zusammen. Den Franzosen, der alles verloren hat, die bedingungslos liebende Nomadin, den fröhlichen Händler der Worte. Ein dramatischer und spiritueller Schicksalsreigen, der sich im majestätischen Felsgestein des mystischen Berges Khan Tengri entscheidet.

Nach dem Drehbuch von Jean-Claude Carrière erzählt Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (DIE BLECHTROMMEL) von einem nahezu schweigsamen Kampf zwischen einem Mann, der sich nach einem schweren Verlust aufgeben will und einer Frau, die ihn wie ein Engel schützt und entschlossen ist, ihn zu retten. Durch die superbe Kamera von Tom Fährmann entwickelt einer der letzten weißen Plätze auf der Landkarte eine sensationelle und suggestive Bildkraft - eine erhabene Hymne auf das Leben, eine Meditation.

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Philippe Torreton   als Charles
  Ayanat Ksenbai   als Ulzhan
  David Bennent   als Shakuni
 
Regie:  Volker Schlöndorff  
Buch:  Jean-Claude Carrière  
Musik:  Bruno Coulais  
  Kuat Shildebaev  
Kamera:  Tom Fährmann  
Produzent:  Volker Schlöndorff  
  Regis Ghezelbash  
  Sergey Azimov  
  Gilbert Hus  
 

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