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Undercover

Prägnante Charakterstudie eines Cops, der in die englische Hooliganszene eintaucht.


Undercover

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Erhältlich seit:
08.08.2005

Originaltitel: I.D.

Drama

Großbritannien/Deutschland 1995
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Reece Dinsdale
Richard Graham
Claire Skinner

Regie: Philip Davis
absolut MEDIEN

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Undercover

"Geil auf Gewalt" lautete der deutsche Titel von Bill Bufords aufwühlendem Standard- Tatsachenroman zum Phänomen der Hooligans, der englischen Fußballvandalen. Es wäre auch der passende Untertitel für Philip Davis' u. a. mit deutschem Geld entstandenen Polizei-Thriller aus dem Fußballfan-Milieu gewesen. Bei diesem brisanten, adrenalintreibenden Thema wurde natürlich besonderes Augenmerk auf höchstmögliche Authentizität der Geschehnisse rund um das Stadion gelegt. Und tatsächlich: Die aggressive Stimmung vor, während und nach den Spielen, die sich immer wieder in wüsten Auseinandersetzungen entlädt, wurde in beängstigend realen Bildern eingefangen. Anders als in Ricky Tognazzis tollem "Ultra" steht das Hooligantum in Philip Davis' Film nicht im Mittelpunkt. Vielmehr bildet es den explosiven Rahmen für die Charakterstudie eines Polizisten, der mit drei Kollegen in die Kreise der Hardcore-Randalen eingeschleust und mehr und mehr von ihrem Lebenswandel eingenommen wird. Schicht für Schicht läßt der Regisseur von der gutbürgerlichen Fassade seines "Helden" abblättern, bis von ihm wenig mehr als ein verrohtes Bündel nackter Aggression übrigbleibt. Es ist eine mutige Vorstellung, die Reece Dinsdale abliefert, wenn er vom ambitionierten Cop mit einer Vorliebe für den Sport Fußball zum Gewaltzombie mutiert, der schließlich alle Grenzen zu Freunden, Beruf und Zivilisation abbricht. Wenn sie nicht vollständig überzeugend ist, dann nur, weil man nicht glauben will, wie dünn die Schutzschicht sozialer Konventionen ist, hinter der stets der Mensch in Bestiengestalt lauert. Davis tat gut daran, Hooligans nicht wie sonst in den Medien üblich als hirnlose Kraftmeier abzutun. Hinter der Machofassade findet er ganz normale Typen, die vom Ge-fühl der Zusammengehörigkeit und Macht berauscht auf allwöchentlichen Feldzug gehen. Gleichzeitig entlarvt er die straff geführten Fantruppen gleichermaßen als ruppiges Familien-Surrogat, das Wärme, Zugehörigkeit und Rückhalt spendet, und organisierte Verbrecherbanden, die unter dem Deckmantel der Sportbegeisterung Drogenhandel betreiben. Davis nimmt in seinem packenden Drama Stellung ohne zu moralisieren oder zu verdammen. Entsprechend zieht er sein Thema mit grimmiger Konsequenz durch: Wenn der Held in der Schlußsequenz auf der untersten Stufe der Leiter bei den marschierenden Naziskinheads angelangt ist, dann ist nichts weiter entfernt als ein beschönigendes Happy End. ts.

Undercover

Ehrgeizig und jung - der Polizist John wird mit drei Kollegen in die Hooligan-Szene Londons eingeschleust. Das Undercover-Kommando soll die Drahtzieher der eskalierenden Schlägereien in den Stadien aufspüren. Vor allem durch die riskanten Aktionen Johns gewinnen die Agenten allmählich Anerkennung in einer Szene, in der nur das nächste Spiel, die Schlägereien mit den gegnerischen Fans und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und Stolz zählen. Als sie schließlich sogar in der berüchtigten Stammkneipe der hartgesottenen Hooligans zugelassen werden, steht John kurz davor, selbst zur Schlüsselfigur dieser Szene zu werden. Die Grenze zwischen seiner bürgerlichen Identität und der angenommenen Rolle gerät ins Wanken, die Objekte der Ausforschung werden zu Freunden. Als Johns langjährige Beziehung zur properen Polizistin Marie an diesem Widerspruch zerbricht, scheint es kein zurück mehr zu geben in sein altes Leben. John hat die Grenze überschritten...

Quelle: absolut Medien

Darsteller:  Reece Dinsdale  
  Richard Graham  
  Claire Skinner  
  Sean Pertwee  
  Saskia Reeves  
  Warren Clarke  
  Philip Glenister  
  Perry Fenwick  
 
Regie:  Philip Davis  
Buch:  Vincent O'Connell  
  James Bannon  
Musik:  Will Gregory  
Kamera:  Thomas Mauch  
Produzent:  Sally Hibbin  
 

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