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Underdogs - Schwere Jungs haben's echt nicht leicht

Dichte und glaubhafte Milieustudie in der ein Häftling bei der Ausbildung von Blindenhunden hilft.


Underdogs - Schwere Jungs haben's echt nicht leicht

Leihvideo

Erhältlich seit:
26.02.2009

Originaltitel: Underdogs

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6

Thomas Sarbacher
Clelia Sarto
Prof. Hark Bohm

Regie: Jan Hinrik Drevs
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Auf den Hund kommen die Insassen einer Justizvollzugsanstalt, als sie plötzlich Blindenführhunde ausbilden sollen.

Die Liebe zum Hund heilt alte Wunden (Foto: Farbfilm (Barnsteiner)) Großansicht

Die Liebe zum Hund heilt alte Wunden (Foto: Farbfilm (Barnsteiner))

Mosk (Idealbesetzung: Thomas Sarbacher) sitzt im Gefängnis. Der gewaltbereite Einzelgänger hat ein Ziel: die gefängnisinternen Meisterschaften im Gewichtheben. Damit ist es aus, als er zur Teilnahme an einem ungewöhnlichen Experiment verdonnert wird. Auf Geheiß der Gefängnisdirektorin sollen sechs Labradorwelpen durch die Häftlinge zu Blindenhunden ausgebildet werden ... Mosk kämpft tapfer darum, den niedlichen Vierbeinern nicht auf den Leim zu gehen.

Als Regisseur und Hundeliebhaber Jan Hinrik Drevs davon erfuhr, dass in den USA Schwerverbrecher durch die Arbeit mit Blindenhunden ihre Emotionalität entdecken sollen, war das Thema seines bewegenden, aber auch humorvollen Films gefunden.

Mosk hat seinen neuen Freund schon fast ins Herz geschlossen (Foto: Farbfilm (Barnsteiner)) Großansicht

Mosk hat seinen neuen Freund schon fast ins Herz geschlossen (Foto: Farbfilm (Barnsteiner))

Harte Schale, weicher Kern

Liebevoll und überraschend umschifft er souverän Klischees sowie Kitsch und erzählt herrlich komisch, wie die kauzigen Knastbrüder zu weichen Typen werden. Eine Komödie der ganz anderen Art - und absolut nicht nur für Hundeliebhaber!

Underdogs - Schwere Jungs haben's echt nicht leicht

2001 hat Jan Hinrik Drevs einen Film des dokumentarischen ARD-Dreiteilers "Dogsworld" gedreht. Es ging bei ihm um ein US-amerikanisches Programm namens "Puppies behind bars" - "Welpen hinter Gittern" -, bei dem Schwerverbrecher im Hochsicherheitstrakt eines New Yorker Gefängnisses Blindenhunde ausbilden und dabei ihre Emotionalität entdecken. Die positive Wechselwirkung zwischen Tier und Mensch - "Das letzte Wort über die Wunder des Hundes ist noch nicht geschrieben", notierte einst Jack London -hat den leidenschaftlichen Hundebesitzer und Regisseur Drevs veranlasst, diese Erfahrung in einem Drehbuch zu einem Knastfilm der etwas anderen Art festzuhalten.

(Anti-)Held ist ein "typischer" Knacki, maulfaul, introvertiert und gewaltbereit: Mosk (ideal besetzt: Thomas Sarbacher aus "Die Welle"), ein Einzelgänger, der nichts anderes im Sinn hat, als die gefängnisinternen Meisterschaften im Gewichtheben zu gewinnen. So weit nichts Neues. Doch dann kommt der "Alcatraz-Effekt". Nicht in Form eines Vogels, sondern von sechs niedlichen Labradorwelpen, die die neue Gefängnisdirektorin (überaus wandlungsfähig: Clelia Sarto, die Daniela Schmitz aus der "Lindenstraße") unter Anleitung eines externen Hundetrainers (knorrig-minimalistisch: Kino-Urgestein Hark Bohm) zu Blindenhunden ausbilden lassen möchte. Freiwillige werden für das Experiment gesucht. Dutzende melden sich, aber ausgerechnet der widerwillige Mosk muss an dem innovativen Projekt teilnehmen.

Wer jetzt ein modernes (TV-)Märchen erwartet, vom bösen Buben mit dem goldenen Herzen, wird von dieser stimmigen Wüste-Film-Produktion ("Emmas Glück", "Gegen die Wand") eines Besseren belehrt. Mosk ist ein harter Hund, einer, der seinen Welpen kurzerhand aus dem Bett wirft und sich auch nicht durch Drohungen zur Räson bringen lässt. Genauso wenig wie der ihm zugeteilte Vierbeiner, den er in "Der Mann, den sie Pferd nannten"-Manier schlicht "Hund" tauft, macht er "Männchen", und "Pfötchen" gibt er schon gar nicht. Er, der sich mit Ohrstöpseln von der Außenwelt abkapselt, muss erst lernen, über den Knast hinauszudenken, zu verbalisieren und kommunizieren. Perfekt fangen Peter Przybylskis ("FC Venus") farblos-atmosphärische Bilder den trostlosen Gefängnisalltag ein, gut harmoniert das geschickt zusammengestellte Ensemble, dem als Häftlinge unter anderem Ingo Naujoks (der WG-Genosse von "Tatort"-Kommissarin Maria Furtwängler) als wieseliger Opportunist und Kida Ramadan ("Kebab Connection") als eine Art comic relief angehören. Fazit: Vitale, dichte Milieustudie und gleichzeitig spannendes, ambitioniertes Resozialisierungsdrama ohne erhobenen Zeigefinger. geh.

Darsteller:  Thomas Sarbacher   als Mosk
  Clelia Sarto   als Gloria
  Prof. Hark Bohm   als Wache
  Ingo Naujoks   als Prell
  Kida Ramadan   als Döner
  Thorsten Merten   als Forster
  Wladimir Tarasjanz   als Kiriakov
  Patrycia Ziolkowska   als Famke
  Philipp Baltus   als Tom
  Peter Jordan   als Staatssekretär Büchner
  Christoph Grunert   als Blume
  Henning Schimke   als Dethloff
  Karsten Kretschmer   als Seger
  Luca Maric   als Paco
  Marc Zwinz   als Seger
 
Regie:  Jan Hinrik Drevs  
Buch:  Jan Hinrik Drevs  
Kamera:  Peter Przybylski  
Produzent:  Stefan Schubert  
  Ralph Schwingel  
 

Underdogs - Schwere Jungs haben's echt nicht leicht in der Fotoshow

 

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