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Leihvideo
Erhältlich seit:
23.03.2006
Originaltitel: Unkenrufe
Deutschland/Polen/Großbritannien 2005
Laufzeit: 94 Min.
FSK: ab 6
Matthias Habich
Krystyna Janda
Dorothea Walda
Regie: Robert Glinski
EuroVideo Bildprogramm

13 Jahre nach Erscheinen von Günter Grass' Erzählung "Unkenrufe", verfilmt der Pole Robert Glinski in dieser deutsch-polnischen Koproduktion die heiter-melancholische Liebesgeschichte zwischen einem Deutschen und einer Polin, die einen "Versöhnungsfriedhof" im ehemaligen Danzig gründen und an der ungeahnten Kraft des Kapitalismus scheitern. Kurz nach der Wende siegt die harte deutsche Mark über Idealismus.
Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass zeigte 1992 in seiner Novelle mit gepflegter Selbstironie die feinen Risse unter der Haut von Menschen, die ihre Heimat und ihre Wurzeln verloren haben. Der Kunsthistoriker Alexander Reschke aus Bochum trifft 1989 bei einem Besuch in Danzig, der Stadt seiner Kindheit, zufällig auf dem Markt die polnische Restauratorin Aleksandra Piatowska. Auch sie musste in früher Jugend den Ort verlassen, an dem sie geboren wurde - das litauische Wilna. Nach Zoff kommt Zärtlichkeit, die beiden (beste Chemie zwischen Krystyna Janda und Matthias Habich) nähern sich einander an und entwickeln eine grandiose Idee. Warum nicht eine Stiftung gründen, die einen Friedhof für Deutsche in Danzig und Polen in Wilna möglich macht? Die Mitkämpfer sind bald überzeugt, leider alles andere als Idealisten - vom deutschen Business-Mann über eine Vertriebenen-Vertreterin und einen merkantil kalkulierenden Priester bis zu polnischen Honoratioren mit DM-Zeichen in den Augen ist alles vertreten, da kann auch die bodenständige Marktfrau aus der Gegend kein Gegengewicht im Stiftungs-Vorstand bilden. Nach den ersten Bestattungen geht das Gefeilsche los, bald boomt das Geschäft mit Toten und deutschstämmigen Alten, die in frisch gebauten Seniorenheimen dem Sterben entgegentanzen und - singen, zum letzten Mal den Golfschläger schwingen. Angewidert ziehen sich Alexander und Aleksandra zurück, retten ihre Liebe, die in einer Kurve beim Italienbesuch tragisch endet. Sehr gut vermittelt diese Literaturverfilmung das perfektionierte Chaos, in dem die Menschen vergeblich versuchen, eine Linie zu finden.
Wie in der Vorlage spielt Glinski die Wirklichkeit gegen den Wahnsinn aus, wobei der Wahnsinn eigentlich die Wirklichkeit ist. Wenn die Geldgier jegliche Pietätsschranken durchbricht, nur noch materielle Werte zählen und plötzlich mitten in Polen Nostalgiker-Gruppen deutsches Liedgut schmettern, das trägt schon absurde Züge. Durch kurze und immer wiederkehrende Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonisten, wird der Bogen zur Gegenwart gezogen, das Heute und Gestern miteinander verknüpft. Schmunzeln macht die Konterkarierung der üblichen Vorurteile (Arrogante Deutsche kaufen alles, Polen klauen alles). "Unkenrufe" ist keine Mainstream-Ware zum schnellen Konsum, sondern verlangt Zuhören und Zusehen. Das sollte einem erwachsenen Publikum bei dieser Mischung aus Geschichts-Rekurs, bissiger Satire und bewegender Love-Story nicht schwerfallen. mk.
| Darsteller: | Matthias Habich | als Alexander Reschke | |
|---|---|---|---|
| Krystyna Janda | als Aleksandra Piatkowska | ||
| Dorothea Walda | als Erna Brakup | ||
| Udo Samel | als Vielbrand | ||
| Mareike Carrière | als Johanna Dettlaff | ||
| Joachim Król | als Karau | ||
| Zbigniew Zamachowski | als Bieronski | ||
| Marek Kondrat | als Marczak | ||
| Krzysztof Globisz | als Wróbel | ||
| Aleksandra Kisio | als Iwonka | ||
| Krzysztof Ogloza | als Witek | ||
| Bhasker Patel | als Chatterjee | ||
| Regie: | Robert Glinski | ||
| Buch: | Klaus Richter | ||
| Cezary Harasimowicz | |||
| Pawel Huelle | |||
| Musik: | Richard G. Mitchell | ||
| Kamera: | Jacek Petrycki | ||
| Produzent: | Elke Ried | ||
| Prof. Regina Ziegler | |||
| Henryk Romanowski | |||
| Mike Downey | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Making of, Kinotrailer
Star
Matthias Habich
Vom Fernsehstar zum Charakterdarsteller, der als grüblerischer Pianist, eiskalter Soldat, zärtlicher Liebhaber, gleichgültiger Ehemann,...
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