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Unsichtbare Augen

"Big Brother" trifft "Blair Witch Project" - in einem Horrorfilm über fünf junge Menschen, die sich sechs Monate lang unter demselben Dach beobachten lassen.


Unsichtbare Augen

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Erhältlich seit:
04.12.2003

Originaltitel: My Little Eye

Thriller

Großbritannien/USA/Frankreich 2001
Laufzeit: 92 Min.
FSK: nicht unter 18

Sean Cw Johnson
Kris Lemche
Stephen O'Reilly

Regie: Marc Evans
Universal Pictures Germany

Bild 1 von 27

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Unsichtbare Augen

Fünf junge Leute, unterschiedlichster Herkunft und einander völlig unbekannt, versammeln sich in einem abgelegenen Haus in den Wäldern, um dort, rund um die Uhr beobachtet von ein paar Dutzend Webcams, gemeinsam die folgenden sechs Monate zu verbringen. Halten sie durch bis zum Schluss, winken eine Million Dollar, verlässt auch nur einer die Hütte, bekommt keiner etwas. Angesichts diverser Heimsuchungen und seltsamer Vorgänge fragt sich die Gruppe schon bald (und nicht zu Unrecht), ob ihre Veranstalter seriöser Herkunft sind.

"Halloween: Resurrection" in der Britenvariante, mit einem heimtückischen Teilnehmer als Michael-Myers-Ersatz. Grobkörnige Video-Optik in wackeliger Protagonistenhand suggeriert bedingt glaubwürdig Reality-TV und weckt Erinnerungen an die Mutter aller Dokusoap-Schocker, das "Blair Witch Project". Ein paar originelle Einfälle, sauber ausgearbeitete Charaktere und eine solide Inszenierung versprechen diesbezüglich interessierter Gruselklientel 90 unterhaltsame Minuten.

Unsichtbare Augen

Ein kleiner, preiswert produzierter Thriller aus dem Hause WT2, einem Ableger der erfolgreichen Produktionsfirma Working Title ("About a Boy", "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück"), sorgte letztes Jahr bei seiner Uraufführung auf der Piazza Grande des Filmfestivals von Locarno für das große Gruseln. Die einfache Geschichte um fünf Jugendliche, die in einem alleinstehenden Haus plötzlich mit ihren Urängsten konfrontiert werden, entpuppt sich als Lehrstück in Sachen Spannung. Da es "Unsichtbare Augen" aber an Stars fehlt und kleine "schmutzige" Genrefilme es hierzulande generell schwer haben ein breites Publikum zu finden, wird die Höhe der Besucherzahlen wohl stark von der Marketingstrategie des Verleihs abhängen.

Als gekonnte, wahrlich erschreckende Mischung aus "Big Brother" und "Blair Witch Project" hat Marc Evans ("Resurrection Man") seinen erst dritten Spielfilm angelegt, in dem er sich bereits als versierter Geschichtenerzähler und noch besserer Genrekenner erweist. Mit seinem durchdachten, bescheiden budgetierten Horrorfilm rückt er dem Zuschauer auf den Leib, Furcht und Schrecken werden wieder zur existenziellen Erfahrung, genauso wie dies Aristoteles einst als Ziel der griechischen Tragödie formuliert hat. Dem Regisseur gelingt es scheinbar, die Grenzen des Mediums aufzuheben, eine distanzierte Zuseherhaltung wird geradezu unmöglich. Das Kino verliert hier seinen voyeuristischen Grundzug, es gibt nur noch Beteiligte.

Die Story der beiden Drehbuchautoren David Hilton ("Young Americans") und James Watkins ist simpel - aber höchst effektiv: Die scheue Emma, die schlagfertige Charlie (Jennifer Sky aus "Xena - Die Kriegerprinzessin"), der zynische Kiffer Rex, Matt (Sean CW Johnson), der energische blonde Traum aller Schwiegermütter, und der reichlich schräge Danny haben im Zuge einer ominösen Reality Show die Chance, eine Million Dollar zu gewinnen. Dazu muss es das Quintett lediglich sechs Monate lang gemeinsam unter einem Dach aushalten, Tag und Nacht beobachtet von zahllosen Web-Kameras. Einziger Haken: Gibt irgend jemand auf, sprich verlässt er oder sie das fernab jeder Zivilisation stehende Farmhaus, haben alle verloren.

Verwackelte, körnige Bilder, gedreht auf DV, ein beunruhigender Soundtrack, minimale Dialoge und ein omnipräsentes Gefühl der Bedrohung. Nichts ist so wie es scheint. Da findet sich plötzlich ein blutiger Hammer im Bett eines der Mädchen, im ersten Stock sind merkwürdige Geräusche zu hören und auf dem gefrorenen Fensterbrett die Worte "Sick Bitch" zu lesen. Wer treibt mit den Anwesenden sein böses Spiel? Die Ausrichter der Show, die im Web gar nicht zu finden ist, einer der Mitspieler oder gar der merkwürdige Fremde Travis, der plötzlich vor der Tür steht und um Unterschlupf bittet? Langsam materialisiert sich die nackte Todesangst einer Handvoll Menschen, die sich auf ein Spiel eingelassen haben, dem sie schlicht nicht gewachsen sind. Und mit ihnen zittert das Publikum, weiß es doch auch nicht, wo das Böse wirklich lauert. Schnell vergessen sind die kleineren Ungereimtheiten des Drehbuchs, die etwas hölzernen Dialoge ohnehin nicht von Belang. Atmosphäre und Versatzstücke stimmen, Alfred Hitchcocks "Psycho" und Tobe Hoopers "Kettensägen-Massaker" lassen grüßen, Robert Wises "Bis das Blut gefriert" kommt einem in den Sinn, während die Kids nacheinander ihr Leben lassen und das Happy Ending in immer weitere Ferne rückt. Ein fieses, wahrlich eiskaltes Schauerstück, das ein überaus solides Nervenkostüm voraussetzt und trotz des Fehlens großer Namen beispielsweise bei den zahlreichen "Ring"-Fans bestens ankommen sollte. geh.

Darsteller:  Sean Cw Johnson   als Matt
  Kris Lemche   als Rex
  Stephen O'Reilly   als Danny
  Laura Regan   als Emma
  Jennifer Sky   als Charlie
  Bradley Cooper   als Travis Patterson
  Nick Mennell   als der Polizist
 
Regie:  Marc Evans  
Buch:  David Hilton  
  James Watkins  
Musik:  Bias  
Kamera:  Hubert Taczanowski  
Produzent:  Jonathan Finn  
  Alan Greenspan  
  David Hilton  
  Jane Villiers  
 

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Features

 

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