
Solider Suspensethriller mit Diane Liane, die als FBI-Agentin einen Serienkiller dingfest machen muss, der seine Morde live auf dem Internet überträgt.
Für die routinierte Inszenierung ist Gregory Hoblit zuständig, der mit Filmen wie "Zwielicht" und "Das perfekte Verbrechen" bestens im Genre bewandert ist. Weniger Erfahrung haben die Drehbuchnovizen Robert Fyvolent und Mark Brinker. Als Dritte im Bund arbeitete Allison Burnett am nicht immer plausiblen Skript. Den Auftakt der Story bildet eine Szene, die Vorbereitungen zur Folter eines kläglich miauenden Kätzchens (alle Serienkiller vergreifen sich schließlich bekanntlich zunächst an wehrlosen Vierbeinern) zeigt. Dies wird live auf der Website "KillWithMe?" übertragen, worauf die auf Internetkriminalität spezialisierte FBI-Frau Jennifer Marsh durch einen Tipp aufmerksam gemacht wird. Der Webmaster erweist sich als ausgefuchster Teckie, so dass er unauffindbar bleibt. Und wie Marsh zuvor richtig vermutet, geht der psychopathische Perversling alsbald dazu über, menschliche Opfer vor seiner Webcam zu Tode zu foltern. Der Twist dabei: Je mehr Besucher sich auf seiner Seite einloggen, umso schneller stirbt das Opfer. Dabei wird zwar nicht ganz so krass wie beim Torture Porn von "Saw" oder "Hostel" vorgegangen, doch das Ausbluten (durch Blutverdünner), Verbrennen (Sonnenlampen) und Verätzen (Säurebad) der Opfer ist allemal brutal genug, um eine Gänsehaut zu erzeugen. Wie schon für die Patin stehende Clarice Sterling aus "Schweigen der Lämmer" mündet das nervenaufreibende Finale in einer Konfrontation auf Leben und Tod zwischen der Agentin und dem Killer.
Lane beweist einmal mehr ihre Vielseitigkeit und kreiert trotz relativ wenig Substanz ihrer Figur eine sympathische Protagonistin. Jennifers Privatleben besteht daraus, als Witwe eine liebende Mutter für ihre kleine Tochter zu sein. Mit ihrem jüngeren Kollegen Griffith (Tom Hanks Sohn Colin) hat sie eine kumpelhafte Beziehung, mit Detective Eric Box (Billy Burke) entsteht eine dezente gegenseitige Attraktion. Gefilmt wurde im verregneten Portland und mit ausgewaschener Farboptik wird die passende atmosphärische Tristesse heraufbeschworen. Weniger geschickt mutet hingegen die Entscheidung an, die Identität des mörderischen Maniacs bereits relativ früh zu entlarven und ihm allerhand unglaubwürdige Vorteile beim Katz- und Mausspiel zuzuschanzen. Manche Zuschauer wird die Kritik des Thrillers an einer sich durch ihren Voyeurismus mitschuldig machenden Gesellschaft ein wenig scheinheilig anmuten, insgesamt wird jedoch kurzweilige Krimiunterhaltung geboten. ara.