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Up in the Air

Meisterhafte Komödie mit ernsten Untertönen über einen Flugprämienjunkie, der mit der Möglichkeit konfrontiert wird, dass sein Leben über den Wolken wegrationalisiert werden könnte.


Up in the Air

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.06.2010

Drama/ Komödie

USA 2009
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)

George Clooney
Vera Farmiga
Anna Kendrick

Regie: Jason Reitman
Paramount Home Entertainment

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Up in the Air

Ryan Bingham ist immer unterwegs: Wenn er sein Leben nicht gerade in Flugzeugen, Leihautos oder Airport-Hotels verbringt, macht er für Firmen die Drecksarbeit und feuert Mitarbeiter. Er steht kurz vor der Erfüllung seines großen Ziels, die Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Hürde zu nehmen. Als eine neue junge Mitarbeiterin Ryans Chef eine Möglichkeit eröffnet, wie man die Arbeit künftig ohne Reisen durchführen könnte, sieht sich Bingham mit einem Leben konfrontiert, in dem Begriffe wie Zuhause oder Liebe plötzlich eine Bedeutung bekommen.

Die dritte Regiearbeit von "Juno"-Filmemacher Jason Reitman ist sein bisheriges Meisterwerk. Basierend auf dem Roman "Der Vielflieger" von Walter Kirn, entwirft er das überzeugende Bild eines von George Clooney perfekt gespielten modernen Mannes, in dessen Leben Statussymbole den Platz traditioneller Werte eingenommen haben. Seine verblüffende Menschwerdung verpackt Reitman in einen zutiefst bewegenden, immer wieder rasend komischen und visuell exquisit gestalteten Film. Schon jetzt ein Klassiker des amerikanischen Kinos.

Up in the Air

Mit einem hervorragend aufgelegten George Clooney als Super-Frequent-Flyer ist Jason Reitman ein boshaft-bissiger Comedy-Überflieger gelungen.

Seine Figuren sind Kontrollfreaks, nicht im negativen Sinn, aber auf alle Fälle bleiben sie stets Herr der Lage. Siehe die schwangere "Juno", siehe die Vertreter der Waffen-, Alkohol- bzw. Zigarettenlobby in "Thank You for Smoking". Jason Reitman ist der Filmemacher der Stunde, beim TIFF 09 erst recht, wo er als (Co-)Produzent von "Jennifer's Body" bzw. Atom Egoyans "Chloe" und eben als Regisseur von "Up in the Air" vertreten ist. Der Titel ist hier Programm, denn Ryan Bingham - ein wunderbar entspannter und überaus charmanter George Clooney - verbringt mehr Zeit in der Luft als am Boden. Er ist ein Mann fürs Grobe, schreitet zur Tat, wenn Firmenchefs nicht den Mumm haben, ihre Angestellten selbst zu kündigen. Überaus freundlich übernimmt er das dann, nie ohne darauf hinzuweisen, dass so ein Rausschmiss einem doch immer auch neue Perspektiven eröffnet.

322 Tage, verkündet er stolz, hat er vergangenes Jahr im Hotel verbracht. Kein Wunder, dass sein eigenes Apartment in Omaha, Nebraska, aussieht wie ein Motelzimmer vielleicht nur dürftiger eingerichtet. Dafür versteht er sich unterwegs auf Luxus, Upgraden lautet sein Zauberwort, ob in Sachen Hotel, Mietauto oder Flugzeug. Eines Abends trifft er in einer Hotellobby eine Gleichgesinnte, Alex (Vera Farmiga), im Management tätig und auch mehr unterwegs als zu Hause. Launig beginnen sie ein Spiel mit ihren Mitgliedskarten, diskutieren darüber, ob Hertz Avis, Marriott Hilton oder Lufthansa American Airlines sticht. Überhaupt American Airlines: Da steht Ray knapp vor der 10-Millionen-Meilen-Schallmauer, als siebenter Mensch überhaupt. Das heißt, ein Flugzeug wird nach ihm benannt, Händeschütteln mit dem Chefpiloten der Airline ist garantiert. Kein Wunder, dass Alex verzückt in Binghams Arme sinkt.

Gemeinsam mit Sheldon Turner hat Reitman Walter Kirns gleichnamigen Roman adaptiert, dabei jedoch die Vorlage um zahlreiche Nebenstränge erweitert. So macht die Geschichte zwischen Ryan und Alex nur das Herz des Films aus, während für die (schwarze) Komödie die Paarung Ryan-Natalie zuständig ist. Natalie Keener - schmallippig-effizient und im dezenten Business-Zweiteiler gewandet, gespielt von Anna Kendrick ("New Moon - Biss zur Mittagsstunde") - wird nämlich von Ryans Chef Craig Gregory (Jason Bateman) als neuer Besen eingestellt, hat sie doch einen Weg gefunden, wie man Leute via Internet-Konferenzschaltung freistellen kann. Eine kostengünstige Alternative und Katastrophe für den passionierten Meilenjäger. Und so verliert Luftikus Ryan tatsächlich den Boden unter den Füßen, beginnt zu rudern, verliebt sich obendrein auch noch in Alex und bittet sie, ihn zur Hochzeit seiner kleinen Schwester ins nördliche Wisconsin zu begleiten, in ein Hotel, für das beide keine Kundenkarte haben.

Mit unglaublichem Tempo und einem hervorragenden Gespür fürs richtige Timing spult Reitman seine Story ab. In Blitzmontagen werden Leute gefeuert, via Luftaufnahmen und Inserts atemlose Ortswechsel vorgenommen, nur um dann wieder das Geschehen mit spritzigen Dialogduellen zu bremsen. Das sieht nach routinierter Kinotrickkiste aus und ist es auch, aber wenn der Regisseur dann Hochzeit feiert, mit der Kamera (Eric Steelberg) ins Geschehen eintaucht und ganz beiläufig Stimmung einfängt, denn erkennt man, dass Reitman bereits ein Großer im Filmbusiness ist. Sein Tod bei einem Flugzeugabsturz würde ihn sogleich in Hollywoods Olymp einziehen lassen und posthume Oscars garantieren. Das hat Reitman zumindest im Interview so formuliert. Wer will da widersprechen? geh.

Darsteller:  George Clooney   als Ryan Bingham
  Vera Farmiga   als Alex Goran
  Anna Kendrick   als Natalie Keener
  Danny McBride   als Jim
  Jason Bateman   als Craig Gregory
  Melanie Lynskey   als Julie Bingham
  Amy Morton   als Kara Bingham
  Sam Elliott   als Maynard Finch
  J.K. Simmons   als Bob
  Zach Galifianakis   als Steve
  Chris Lowell   als Kevin
 
Regie:  Jason Reitman  
Buch:  Sheldon Turner  
  Jason Reitman  
Musik:  Rolfe Kent  
Kamera:  Eric Steelberg  
Produzent:  Ivan Reitman  
  Daniel Dubiecki  
  Jeff Clifford  

Neil Burger verfilmt "Bonnie und Clyde" neu

Angeblich arbeitete Bonnie als Prostituierte, bevor sie Clyde kennenlernte.

Warren Beatty und Faye Dunaway machten aus Bonnie & Clyde Kult (Foto: G+J) Großansicht

Warren Beatty und Faye Dunaway machten aus Bonnie & Clyde Kult (Foto: G+J)

Die Geschichte des berühmtesten Gangsterpaares Amerikas "Bonnie und Clyde" soll neu verfilmt werden. Neil Burger, Regisseur von "Ohne Limit" und aktueller Macher der Game-Verfilmung "Uncharted", will sich der Sache annehmen. Zugrunde liegen wird das Buch von Jeff Guinn "Go Down Together: The True, Untold Story of Bonnie and Clyde". Das Script kommt voraussichtlich von "Up in the Air"-Schreiberling Sheldon Turner.

Wie es heißt, soll die Story um das berühmte Killerpaar neu aufgezogen werden und sie weniger romantisieren. Der Film werde die dunkle Seite der Gangster näher betrachten und auf ihre Vergangenheit eingehen. So deutet Autor Jeff Guinn in seinem Buch zum Beispiel an, dass Bonnie früher als Prostituierte arbeitete, bevor sie mit Clyde auf Beutetour ging.

Die dunklen Seiten von Bonnie und Clyde

Zur absoluten Glamour-Legende wurden die zwei mit Arthur Penns Film "Bonnie und Clyde", in der Warren Beatty und Faye Dunaway in einer explosiven Mischung aus Gewalt und Erotik glänzten. Diese Produktion löste trotzt der romantischen Momente Diskussionen um Gewaltverherrlichung aus. Auf die Spitze trieb Oliver Stone 1994 das Thema mit einer freien Interpretation des Stoffes in seinem Blutbad "Natural Born Killers".

Bonnie Elizabeth Parker und Clyde Chestnut Barrow reisten in der Weltwirtschaftskrise mit einer Bande durch den Süden der USA. Sie raubten Tankstellen, Läden und Banken aus und killten in ihrer Laufbahn schätzungsweise dreizehn Menschen. Im Alter von 23 und 25 Jahren wurden sie in Louisiana selbst von mehr als fünfzig Kugeln durchlöchert.

 

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