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V wie Vendetta

Verfilmung des Kultcomics, in der ein maskierter Freiheitskämpfer mit terroristischen Mitteln ein totalitäres Großbritannien zum Fall zu bringen versucht.


V wie Vendetta

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Erhältlich seit:
22.09.2006

Originaltitel: V for Vendetta

Science Fiction/ Action

Großbritannien/Deutschland 2006
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 16

Natalie Portman
Hugo Weaving
Stephen Rea

Regie: James McTeigue
Warner Home Video Germany

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Ein neuer Höhepunkt der Comicverfilmungen: Die Produktion der "Matrix"-Macher verbindet visionäres SF-Kino, politische Untertöne und spektakuläre Action.

Der mysteriöse V kämpft als Rächer für Freiheit und Gerechtigkeit (Foto: Warner) Großansicht

Der mysteriöse V kämpft als Rächer für Freiheit und Gerechtigkeit (Foto: Warner)

Das hatte Alan Moore nicht verdient. Immer wieder hatte sich Hollywood an den Werken des legendären Comic-Künstlers versucht, doch bislang waren die Resultate nur halbgar. Mit "V wie Vendetta" ist dieser Bann endlich gebrochen.

Hart, düster und temporeich setzt Regisseur James McTeigue das Szenario eines faschistischen Englands um, in dem ein maskierter Unbekannter mit dem Namenskürzel "V" eine Revolution anzustoßen versucht. Doch erst als der virtuose Einzelkämpfer die junge Evey (Natalie Portman) rettet und in ihr eine Verbündete findet, gibt es eine Chance, die grausame Diktatur zu stürzen.

Natalie Portman in einer ihrer kompromisslosesten Rollen (Foto: Warner) Großansicht

Natalie Portman in einer ihrer kompromisslosesten Rollen (Foto: Warner)

Rückkehr der Matrix-Brüder

"V wie Vendetta" bringt aber nicht nur den filmischen Durchbruch für Alan Moore, er bedeutet auch eine grandiose Rehabilitation für die Gebrüder Wachowski, die produzierten und das Drehbuch schrieben.

Beide beweisen den gleichen erzählerischen Einfallsreichtum und den Sinn für bedrückende Science-Fiction-Welten, der noch ihren ersten "Matrix"-Film ausgezeichnet hatte.

Dabei gelingt es ihnen, beklemmende Parallelen zu den faschistoiden Tendenzen in der Gegenwartspolitik zu zeichnen. So passt die fulminante Comic-Verfilmung auch in den aktuellen Trend kontroverser Kinostücke. Aber sie verpackt ihre Brisanz in lupenreine Action.

V wie Vendetta

Mit der Verfilmung des subversiven Comicromans von Alan Moore und David Lloyd wagen sich die Wachowski-Brüder und Produzent Joel Silver in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit nach Abschluss der "Matrix"-Trilogie an explosives Material. Angelegt als visuell überbordendes Blockbuster-Entertainment, ist die Geschichte eines geheimnisvollen Maskenmannes, der bei seinem Kampf gegen ein totalitäres System auch auf terroristische Gewalt nicht verzichtet, eine Parabel mit Zündstoff, ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam.

Der Selbstmordattentäter als Superheld: Wann hätte man aus dem Studiosystem jemals einen Film gesehen, dessen triumphaler Höhepunkt die Sprengung eines altehrwürdigen Regierungssitzes - in diesem Fall die Houses of Parliament inklusive Big Ben - gewesen wäre - zu den Klängen von Tschaikowskis "1812" und begleitet von einem Funken sprühenden Feuerwerk noch dazu? "V wie Vendetta" liebt es, sich weit aus dem Fenster zu lehnen, und gefällt sich in seiner anarchistischen Pose: Der in Babelsberg gedrehte Film hat alle Zutaten eines lupenreinen Hollywood-Blockbusters, ist aber nur visuell glattgebügelt, denn er gibt sich alle erdenkliche Mühe, seine süffigen Bilder gleich selbst zu sabotieren und en passant den aufrührerischen Geist subversiver Filme wie "If..." oder "Die Schlacht von Algier" zu beschwören. Das Ergebnis ist Actionfilm, Science-Fiction, Satire und Systemkritik in einem und der Film quasi sein eigener Terrorist. Der zu Grunde liegende Comicroman entstammt einer Serie, die von Alan Moore und seinem Zeichner David Lloyd 1986 begonnen wurde, und verstand sich als Reaktion auf die Daumenschrauben des repressiven Thatcherismus. Den Wachowskis, die eine erste Drehbuchfassung Mitte der 90er Jahre schrieben, die Drehfassung aber erst nach Fertigstellung von "Matrix Revolutions" vorlegten, dient die Vorlage als Blaupause, die sie einerseits entschlackten, andererseits aber auch um eindeutige Verweise auf das Amerika von George W. Bush nach dem 11. September anreicherten. Die allgemeine Stoßrichtung wurde beibehalten, die heiligen Kühe werden weiter geschlachtet, die Abneigung gegen jede Form von institutionalisierter Kontrolle ist nicht nur immer spürbar, sondern raison d'être des Unterfangens: Die Welt des Jahres 2020 versinkt in Chaos, Amerika ist gefallen, Großbritannien hat als faschistischer Staat überlebt, in dem mit unliebigen Minderheiten - explizit werden im Film Querulanten, Homosexuelle und Moslems genannt - kurzer Prozess gemacht wird. Im Mittelpunkt steht die junge TV-Assistentin Evey, deren Eltern ebenfalls vom System beseitigt wurden. In einer dunklen Gasse wird sie von vier Polizisten bedrängt und von einer Gestalt mit ewig grinsender Maske vor der Vergewaltigung gerettet. Der Fremde mit dem Plastikantlitz stellt sich einfach nur als V vor. Er will es seinem Vorbild, dem katholischen Revolutionär Guy Fawkes, gleichtun, der es sich in den Sinn gesetzt hatte, am 5. November 1605 das Parlament in die Luft zu sprengen - und Evey soll ihm dabei helfen, den Plan in einem Jahr umzusetzen. Dreigeteilt läuft die Handlung weiter: V beginnt einen Rachefeldzug gegen die, die ihn zu der scheinbar allwissenden und allmächtigen Figur werden ließen, die Angst und Schrecken in höchste Regierungsetagen trägt und der die Polizei in Gestalt von Stephen Rea auf den Fersen ist. Gleichzeitig durchläuft Evey eine vergleichbare Entwicklung wie ihr geheimnisvoller Mentor: Auch sie wird eingekerkert und zuerst ihres Kopfhaars, dann aller Hoffnung und schließlich ihrer Angst beraubt - Geburt einer Freiheitskämpferin. Trotz hitziger Umsetzung des brisanten Stoffs durch den einstigen Regieassistenten James McTeigue, offenkundig in enger Zusammenarbeit mit den Wachowskis, kann eine gewisse Kälte nicht verleugnet werden. Dass das ausgeklügelte Schachspiel mit revolutionärem Anspruch aber als Entertainment und nicht zuletzt herausragende Comic-Adaption funktioniert, ist Natalie Portman in der Rolle der Evey zu verdanken: Sie ist der emotionale Anker, gerade wenn sie alleine mit einem Superhelden mit grotesker Maske - V wird von Hugo Weaving gespielt, aber vor allem intensiv gesprochen - zu agieren hat. Wenn ihr und damit dem Zuschauer die Augen geöffnet werden, dann erfüllt "V wie Vendetta" seinen Anspruch, purer Pop mit Widerstand im Sinn zu sein, lauter als eine Bombe. ts.

Darsteller:  Natalie Portman   als Evey Hammond
  Hugo Weaving   als V
  Stephen Rea   als Finch
  Stephen Fry   als Gordon Deitrich
  John Hurt   als Sutler
  Tim Pigott-Smith   als Creedy
  Rupert Graves   als Dominic
  Roger Allam   als Prothero
  Ben Miles   als Dascomb
  Sinéad Cusack   als Dr. Delia Surridge
  Natasha Wightman   als Valerie
  John Standing   als Lilliman
  Eddie Marsan   als Etheridge
  Clive Ashborn   als Guy Fawkes
  Nicolas de Pruyssenaere   als Marshal
  Christopher Fosh   als V-Anhänger 1
  Selina Giles   als Eveys Mutter
  Gerard Gilroy   als Überwacher
  Gordon Gram   als V-Anhänger V110
  Keith How   als V-Anhänger 2
  Richard Laing   als Leutnant
  Jack Schouten   als Junge
  Cosima Shaw   als Patricia
  William Tapley   als Radiomann
 
Regie:  James McTeigue  
Buch:  Andy Wachowski  
  Lana Wachowski  
Musik:  Dario Marianelli  
Kamera:  Adrian Biddle  
Produzent:  Joel Silver  
  Grant Hill  
  Andy Wachowski  
  Lana Wachowski  

Kein Bett für Portman

Schon in Cannes hatte die Filmwelt über ihre Stoppelfrisur gestaunt. Auf der Grünen Insel warf man Natalie Portman nun gar ein brüskes "No, Ma'am!" an den rasierten Kopf.

Schrecken aller Türsteher: Natalie Portman mit Folterfrisur in "V for Vendetta" (Foto: Warner) Großansicht

Schrecken aller Türsteher: Natalie Portman mit Folterfrisur in "V for Vendetta" (Foto: Warner)

Eine von Carrie Fisher inspirierte Haarpracht umspielt das zarte Antlitz einer Loreley-gleichen Schönheit auf der Terrasse hoch über Coruscant. So erleben Fans ihre Natalie Portman derzeit in "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" im Kino. Doch für ihr aktuelles Projekt "V for Vendetta" wurde kurzer Prozess gemacht: Während einer Gefängnis- und Folterszene ließ sich Portman eine Glatze scheren.

"Wir haben das Ganze zur Sicherheit mit fünf Kameras gedreht, denn so etwas geht natürlich nur einmal und da muss alles beim ersten Take sitzen", berichtet Portman am Set der Comic-Verfilmung in London. "Danach fühlte ich mich irgendwie befreit und habe mich schnell mit dem neuen Look angefreundet."

Hugo Weaving als geheimnisvoller Rächer "V" (Foto: Warner) Großansicht

Hugo Weaving als geheimnisvoller Rächer "V" (Foto: Warner)

Gefährlicher Kampfzwerg?

Doch nicht alle zeigten sich derart begeistert von Natalies Meister-Proper-Frisur: "Ich kann es zwar immer noch nicht fassen, aber es gibt tatsächlich Menschen, die sich jetzt vor mir fürchten - wo ich doch gerade mal 1,60 groß bin. Als ich während einer Drehpause privat in Irland unterwegs war, wollte ich in einer Jugendherberge übernachten. Aber da haben sie mich nicht hereingelassen, weil ich nicht vertrauenswürdig aussah."

Portman trägt es allerdings mit Fassung, denn sie zeigt immer vollen Einsatz, wenn es um ihre Figuren geht. In "V for Vendetta" (ab 10.11. im Kino) spielt sie die junge Journalistin Evey Hammond, die in einem totalitären Überwachungsstaat im England des Jahres 2026 in die Fänge der Staatspolizei gerät und dem sicheren Tod entgegensieht. Doch ein maskierter Guerilla-Kämpfer (Hugo Weaving) rettet sie. Der Mann, der sich nur "V" nennt, hat dem faschistischen System den Kampf angesagt und liebt verbotene klassische Literatur wie Shakespeares Macbeth, Goethes Faust oder Dantes Göttliche Komödie.

Portman, die in Harvard Germanistik studiert hat, griff sich alle Klassiker und las sie extra noch einmal durch:

"Ich finde es toll, wenn in einem so actiongeladenen Film auch die Kunst zu Wort kommt. In 'V for Vendetta' bedeuten verbotene Musik und Literatur einen Angriff auf die totalitäre Verdummungspolitik. Das ist gerade in der heutigen weltpolitischen Situation ein wichtiger Gedanke - und ein guter Grund, Filme wie den unseren zu machen."

 

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Natalie Portman

Mit gerade mal 14 Jahren und ihrer ersten Filmrolle fand Natalie Portman 1995 in Luc Bessons Thriller "Léon - Der Profi" internationale...

 

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