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Vanilla Sky

Raffinierter Psychothriller mit Hitchock-Elementen, in dem einem Millionär nach einem entstellenden Autounfall merkwürdige Dinge widerfahren.


Vanilla Sky

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Erhältlich seit:
26.09.2002

Thriller/ Drama

USA 2001
Laufzeit: 131 Min.
FSK: ab 16

Tom Cruise
Penélope Cruz
Cameron Diaz

Regie: Cameron Crowe
Paramount Home Entertainment

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Vanilla Sky

Der New Yorker Geschäftsmann David Aames stand bislang auf der Sonnenseite des Lebens. Eines Abends jedoch verliebt er sich in die bezaubernde Sofia. Doch seine langjährige Affäre Julie hat etwas dagegen. Nach einem heftigen Streit kommt es zu einem Autounfall, bei dem Julie stirbt und Davids Gesicht aufs Grausamste entstellt wird. Etliche Operationen später scheint Aames genesen, da läuft ihm Sofia erneut über den Weg, nur um kurz darauf spurlos zu verschwinden. Stattdessen taucht Julie wieder auf und behauptet felsenfest, sie sei Sofia...

Cameron Crowe jongliert in seinem Remake von Alejandro Aménabars "Abre los ojos" geschickt mit unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen. Den Großteil der Hochspannung dieses verwirrenden Psycho-Trips machen die betörenden Bilder des Oscar-Preisträgers John Toll ("Braveheart") aus. Darüber hinaus kann sich Crowe auf die Chemie zwischen dem Liebespaar Tom Cruise und Penélope Cruz verlassen. In Nebenrollen brillieren Kurt Russell und Cameron Diaz ("Verrückt nach Mary") als unglückliche Rivalin.

Vanilla Sky

"Öffne deine Augen!" - so lautet nicht nur die Übersetzung des Titels von Alejandro Amenábars "Abre Los Ojos" aus dem Jahr 1997, dem Cameron Crowes erster Film nicht nach eigenem Drehbuch zu Grunde liegt, es ist auch ein gängiger Ausdruck, um das Ende einer Hypnose zu signalisieren. Mit just jenen ebenso aufschlussreichen wie anleitenden Worten beginnt das von Cameron Crowe ("Vanilla Sky" war ursprünglich einer der Arbeitstitel seiner Rock'n'Roll-Ode "Almost Famous") Popkultur-bewusst inszenierte Remake des vielschichtigen Psychothrillers. Die komplexe Story dreht sich um einen narzisstischen Playboy, für den nach einem Autounfall die Grenzen zwischen Realität und (Wach)Traum verschwimmen. In der Protagonistenrolle findet sich Mr. Moviestar Tom Cruise, der mit Penelope Cruz (wiederholt ihre Rolle aus dem Original) und Cameron Diaz ("3 Engel für Charlie") ein bizarres Beziehungsdreieck eingeht.

Cruise war von Amenábars surrealem Psychogramm dermaßen angetan, dass er nicht nur die Remakerechte erwarb, sondern auch gleich dessen erfolgreiches US-Debüt "The Others", mit seiner Exfrau Nicole Kidman in der Hauptrolle, koproduzierte. Die Regie der ehrfürchtigen Neuadaption wurde wiederum von Cameron Crowe übernommen, mit dem Cruise bereits bei "Jerry Maguire - Spiel des Lebens" zusammengearbeitet hatte. Crowe war von den Fragen fasziniert, inwieweit Popkultur das Bild, das man von sich selbst hat, beeinflusst haben könnte und welche Konsequenzen beiläufiger Sex (und sonstiges gedankenloses Handeln) nach sich ziehen kann. Ersteres ist für eine Vielzahl von Referenzen (z.B. Poster von "Außer Atem" und "Jules und Jim", die Hülle eines Bob-Dylan-Albums, ein Hologram von John Coltrane, ein Videoclip von Björk und selbst eine Ausgabe von "Erinnerungen, Träume, Gedanken" des Psychoanalytikers C.G. Jung) verantwortlich, während letzteres Dreh- und Angelpunkt der Gedanken anregenden Geschichte bildet.

David Aames (Cruise findet in seiner hervorragenden Darstellung das rechte Maß an Humanität und Humor) ist ein steinreicher und attraktiver Lebemann, der die bildhübsche Julie (Diaz) lediglich als eine lockere Bettgefährtin sieht. Sie ist ihm lästig, als er bei seiner Geburtstagsparty die charismatische Tänzerin Sofia (Cruz) kennenlernt, die er seinem besten Freund Brian (Jason Lee) ausspannt. Nach einer Nacht voller gewitzter verbaler Schlagabtausche sieht David, wie er sagt, "die Möglichkeit von wahrer Liebe gegeben". Doch am nächsten Morgen begegnet ihm Julie, die ihn überredet, in ihr Auto einzusteigen, das sie in ihrer Eifersucht und Wut über ihre verschmähte Liebe von einer Brücke fährt. Sie stirbt, David hingegen überlebt mit fürchterlich entstelltem Gesicht. Da die Erzählstruktur sich in Vor- und Rückblenden entfaltet, sieht man David mit einer Latexmaske immer wieder in einer Gefängniszelle mit dem Psychiater McCabe (Kurt Russell), der seine Zurechnungsfähigkeit für einen zunächst nicht weiter spezifizierten Mord feststellen soll. In Folge verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Realität komplett, so dass sich nicht mehr die Frage stellt, ob David einen Traum erlebt, sondern an welcher Stelle der Erzählung er beginnt.

Die unerwartete Auflösung des Rätselspiels wagt sich in Science-Fiction-Gefilde, schneidet Themen wie fortgeschrittene Tieffriertechnik für Menschen an und taucht tief in trügerische Manipulationen des Unterbewusstseins ein. An dieser Stelle werden entfernte Parallelen zu "A.I. - Künstliche Intelligenz" von Steven Spielberg, der einen Cameoauftritt absolviert und zugleich Regisseur von Cruises nächstem Film, "Minority Report", ist, ebenso wie zu Kubricks "Eyes Wide Shut" mit Cruise in der Hauptrolle geweckt. Mehrfach werden zwei oder mehr Möglichkeiten als Realität angeboten, wie gleich zu Beginn, als David durch ein Menschen leeres Manhattan fährt und dies anschließend mit einer rekonstruierten realistischen Version ersetzt wird. Der Reiz für den Zuschauer besteht darin, die verschiedenen Hinweise aufzugreifen, um sich im vertrackten Psycholabyrinth zurechtzufinden. Ein hypnotisch-faszinierendes Rätselraten ist garantiert. ara.

Darsteller:  Tom Cruise   als David Aames
  Penélope Cruz   als Sofia Serrano
  Cameron Diaz   als Julie Gianni
  Kurt Russell   als Dr. Curtis McCabe
  Jason Lee   als Brian Shelby
  Noah Taylor   als Edmund Ventura
  Timothy Spall   als Thomas Tipp
  Tilda Swinton   als Rebecca Dearborn
  Alicia Witt   als Libby
  Johnny Galecki   als Peter Brown
  Michael Shannon   als Aaron
  Jennifer Aspen   als Nina
  Ivana Milicevic   als Emma
  Mark Pinter   als Carlton Kaller
  Stacey Sher   als Rayna
  Shalom Harlow   als Colleen
  Jennifer Gimenez   als Lola
  Conan O'Brien  
 
Regie:  Cameron Crowe  
Buch:  Cameron Crowe  
Musik:  Nancy Wilson  
Kamera:  John Toll  
Produzent:  Tom Cruise  
  Paula Wagner  
  Cameron Crowe  

Der Mann für alle Fälle

Von "Top Gun" zu "Minority Report" - Tom Cruise hat sich zum Superstar der Traumfabrik hochgearbeitet.

In "Cocktail" (1988) Großansicht

In "Cocktail" (1988)

Die Kindheit des Sunnyboys war wenig spaßig: Tom Cruise musste sich mit Nebenjobs sein Schulgeld verdienen. Die High School verließ er ohne Abschluss, dafür arbeitete er sich mit Ehrgeiz von Casting zu Casting und nahm nachts Schauspielunterricht. Die richtige Entscheidung: Mittlerweile ist er der Superstar Hollywoods.

Ausgerechnet Cruise, der mit dem Flieger-Trash "Top Gun" berühmt wurde und dessen belangloses Rennspektakel "Tage des Donners" nur deshalb im Gedächtnis bleibt, weil er dabei seine Ex-Frau Nicole Kidman kennenlernte. Er spiele gar nicht und verdanke seine Karriere lediglich seinem Zahntechniker, hatten ihm Kritiker in den 80ern vorgeworfen.

Dabei zeigte er schon 1989 in "Geboren am 4. Juli", dass er das Zeug zum großen Schauspieler hat. Im Kino hat er mit sämtlichen Größen gespielt: Als "Harvard-Bürschchen" klagte er Jack Nicholson in "Eine Frage der Ehre" an, zeigte in "Interview mit einem Vampir" Brad Pitt als Blutsauger Lestat den gewissenlosen Lustgewinn und bot dem autistischen "Rain Man" Dustin Hoffman den Gegenpart als cooler Bruder. Und dann war da ganz zu Beginn noch Paul Newman im Billard-Drama "Die Farbe des Geldes".

1999 erhielt Cruise dann den Ritterschlag. Großmeister Stanley Kubrick hatte ihn zu sich gebeten: Die Verfilmung von Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" stand an. "Eyes Wide Shut" taufte Kubrick sein Juwel. In "Magnolia" explodierte Cruise dann als vom Vater verstoßener Parademacho, der seinen Selbsthass auf die Frauen umleitet - bis er es endlich schafft, seinem Erzeuger den Satz zu sagen: "Don't go, you asshole!"

In "Eyes Wide Shut" mit Nicole Kidman Großansicht

In "Eyes Wide Shut" mit Nicole Kidman

Eine wahre Offenbarung ist "Minority Report". Unter der Führung von Steven Spielberg führt er in dem vielschichtigen Film Noir seine Qualitäten als Action-Held à la "Mission: Impossible" mit der Verzweiflung eines Mannes zusammen, dem alles geraubt wird, an das er glaubt.

Gerüchte gibt es zur Genüge über den Topstar. Allzu oft sind seine Filme dagegen in den Hintergrund getreten. Was stimmt: Er ist 1,70 m groß, litt als Kind aufgrund eines organischen Defekts an Legasthenie und wollte erst Mönch, später Wrestler werden.

Seit seiner Ehe mit Mimi Rogers ist er das Zugpferd der Scientologen. Von seiner zweiten Frau Nicole Kidman hat er sich getrennt, um mit seiner Partnerin aus "Vanilla Sky", Penelope Cruz, zu neuen Ufern aufzubrechen.

 

Vanilla Sky in der Fotoshow

 

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