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Velvet Goldmine

Schillernde Hommage an den Glamrock, seine Stars, Szene, Ideale und natürlich Musik.


Velvet Goldmine

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Erhältlich seit:
22.10.2010

Drama/ Musikfilm

Großbritannien/USA 1998
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12

Ewan McGregor
Jonathan Rhys Meyers
Toni Collette

Regie: Todd Haynes
Universum Film

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Velvet Goldmine

Brian Slade ist ein gefeierter Glamrock-Star. Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs verschwindet er jedoch auf mysteriöse Weise. Zehn Jahre später versucht der britische Journalist Arthur Stuart Licht ins Dunkel des scheinbaren Mordfalls zu bringen. In einem heruntergekommenen Cabaret stöbert er Slades Ex-Frau und Muse Mandy auf. Es gelingt ihm, ihr nach und nach die Wahrheit vom Aufstieg und Fall ihres Geliebten zu entlocken - Slades Karriere entpuppt sich als symptomatisch für die Musikszene der wilden 70er Jahre...

Todd Haynes' fesselnde Spielerei um Biografien, Mythen und filmische Stilmittel erinnert strukturell an den Klassiker "Citizen Kane". Inspiriert von David Bowies Biographie, vermischt der Independent-Regisseur Love Story-, Thriller- und period piece- Elemente zu einem wilden Rock-Musical, das seine optische Entsprechung in einem betörenden Kostümdesign findet. In der Rolle des Slade läßt Jonathan Rhys Meyers den Glamrock mit Glitter, Glamour und dem Mut zur Bisexualität wieder lebendig werden, während Ewan McGregor dem selbstverliebten Hardrocker Wild scharfe Konturen verleiht.

Velvet Goldmine

In Cannes stach der dritte Spielfilm des New Yorker Filmemachers Todd Haynes ins Auge als einziger Wettbewerbsbeitrag, der sich originell um das Beschreiten neuer filmischer Wege bemühte. Die visuelle Grandezza und provokative Auseinandersetzung mit Begriffen wie Sexualität und Identität machen dieses Paradiesvogel-Rockmusical über die Tage des Glam Rock zu einem atemberaubenden Trip durch die frühen Siebziger, ohne angestaubt zu wirken oder gar in Melancholie zu verfallen. Die Opernhaftigkeit und Exaltiertheit dieses in alle Richtungen explodierenden Spacemärchens mag an die besten Konzeptalben dieser Ära, vornehmlich von David Bowie und Roxy Music, anknüpfen, aber die aufregende Aufbereitung bekannter Elemente hätte nicht moderner und dringlicher ausfallen können.

Von R.E.M.-Sänger Michael Stipe mitproduziert, mit Ewan McGregor als amerikanischer Kamikaze-Rocker Curt Wilde und der Entdeckung Jonathan Rhys-Myers als schillernd-androgyne Superstardiva Brian Slade blendend und publikumswirksam besetzt und einem prickelnden Soundtrack mit Größen wie Pulp oder Shudder to Think ausgestattet, steht "Velvet Goldmine" mit beiden Beinen fest in der Gegenwart. Nach einer Exposition im 19. Jahrhundert, in der ein Raumschiff (womöglich Bowies Spiders from Mars?) Oscar Wilde als Findelkind aussetzt und der Starman als direkter Vorfahre und Gottvater der Glambewegung ausgewiesen wird, setzt die eigentliche Handlung im Jahr 1984 ein - wie es sich Glitter-Musiker in den siebziger Jahren als ultimativen Orwell-Alptraum erdacht hatten: Es ist eine graue Zeit, in der der Große Bruder alle Aspekte des Lebens kontrolliert und jeglicher Spaß in der Musik gleichgeschaltetem Bombast-Muzak weichen mußte.

Es ist der zehnte Jahrestag des spurlosen Verschwindens des einstigen Jugendidols Brian Slade, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei einem Konzert seine eigene Ermordung gefeiert hatte und danach untergetaucht war. Der Journalist Stuart (Christian Bale) wird beauftragt, nach dem einstigen Superstar zu fahnden. Wie in einem "Citizen Kane" in Federboas und Glitzer-Makeup macht sich Stuart daran, mit der Befragung von Brians Wegbegleitern Licht ins Dunkel zu bringen. In immer wieder neuen Episoden taucht die samtene Goldmine ein in eine Vergangenheit, in der Rockmusik noch Gefahr symbolisierte und Geschlechterrollen kaltlächelnd auf den Kopf gestellt wurden.

Lose inspiriert von der Biografie David Bowies und dem Inhalt seines "Ziggy Stardust"-Konzeptalbums, erzählt Todd Haynes von Brian Slades Aufstieg, der Liebe von Brian zu seiner Frau Mandy (Toni Collette), seiner fatalen Obsession von dem Rockjunkie Curt und dem "Rock 'n' Roll Suicide" auf dem Höhepunkt des Erfolges. Obwohl der Filmemacher süffig-überschäumende visuelle Entsprechungen für die bewußte Artifizialität und Dekadenz der Glam-Ära findet, verfällt er selbst nie ihren Exzessen: Kühl und distanziert folgt er seinen Figuren, zu denen der Regisseur keinerlei emotionalen Zugang erlaubt. So entgeht er der Gefahr, einfach nur eine weitere Successtory zu erzählen, zum anderen gelingt ihm mit seinem remixartigen Neuarrangement bekannter Versatzstücke eine intellektuelle Annäherung an den Moment, in dem Rockmusik der Idee absoluter Freiheit zum Greifen nahe kam, bevor sie von der Industrie institutionalisiert wurde. "Velvet Goldmine" ist ein Werk der Liebe - und gerade wegen seiner Komplexität und des schwindelerregenden Ideenreichtums ein berechtigter Anwärter für den Titel "Kultfilm des Jahres". ts.

Velvet Goldmine

1970, die Glamrock-Szene tobt. An ihrer Spitze steht Brian Slade (Jonathan Rhys Meyers), der auf dem Gipfel seines Ruhms seine eigene Ermordung vortäuscht und danach spurlos verschwindet. Zehn Jahre später erhält der britische Journalist Arthur Stuart (Christian Bale) den Auftrag, zum Jahrestag des spektakulären Popskandals zu berichten. Hierfür lässt er mit Hilfe von Slades Ex-Frau Mandy (Toni Colette) und seinen alten Weggefährten und Geschäftspartnern ein Stück Zeitgeschichte voller Glamour und Dekadenz Revue passieren.

Quelle: Universum Film

Darsteller:  Ewan McGregor   als Curt Wild
  Jonathan Rhys Meyers   als Brian Slade
  Toni Collette   als Mandy Slate
  Christian Bale   als Arthur Stuart
  Eddie Izzard   als Jerry Devine
  Emily Woof   als Shannon
  Michael Feast   als Cecil
 
Regie:  Todd Haynes  
Buch:  Todd Haynes  
  James Lyons  
Musik:  Carter Burwell  
Kamera:  Maryse Alberti  
Produzent:  Christine Vachon  
 

Velvet Goldmine in der Fotoshow

 

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Features

 

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Ewan McGregor

Vom Junkie bis zum Dandy und Sternenkrieger reicht die Karriere des schottischen Shooting Stars der 90er-Jahre. Ewan McGregor fiel bereits...

 

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Toni Collette

Als Muriel Heslop, die sich in "Muriels Hochzeit" durch eine Scheinehe, eine flotte Freundin (Rachel Griffiths) und die Musik von ABBA von...