DVD Leihvideo

Vera Drake

Emotionales Drama um eine Hausfrau und Mutter, die als Engelmacherin im London des Jahres 1950 illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der Justiz gerät.


Vera Drake

Leihvideo

Erhältlich seit:
04.08.2005

Drama

Großbritannien/Frankreich 2004
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 12

Imelda Staunton
Philip Davis
Daniel Mays

Regie: Mike Leigh
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Emotionales Drama um eine Hausfrau und Mutter, die als Engelmacherin im London des Jahres 1950 illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der Justiz gerät.

Bei einem Tässchen Tee bespricht Vera die Vorgehensweise (Foto: Concorde) Großansicht

Bei einem Tässchen Tee bespricht Vera die Vorgehensweise (Foto: Concorde)

Vera Drake (Imelda Staunton), eine unscheinbare Hausfrau Mitte 40, kümmert sich liebevoll um ihren Mann, die Kinder und die kranke Mutter. Außerdem arbeitet sie in der Fabrik und verdient sich noch nebenbei ein wenig Geld mit Putzen. Dennoch führt die eingespannte Frau eine erfüllte Ehe und strahlt trotz des stressigen, grauen Alltags immer gute Laune aus.

Was jedoch niemand weiß: Sie nimmt illegale Abtreibungen vor, ohne einen Penny zu verlangen. Als ein Mädchen nach einer dieser "Operationen" fast stirbt, dauert es nicht mehr lange bis zur Verhaftung.

Das illegale Abtreiben bleibt nicht lange unentdeckt (Foto: Concorde) Großansicht

Das illegale Abtreiben bleibt nicht lange unentdeckt (Foto: Concorde)

Ergreifende Milieustudie

Emotionales Drama vom Repräsentanten des britischen Sozialrealismus Mike Leigh. Er besticht durch Genauigkeit der Milieuschilderung und akribische Detailversessenheit und schweißt die Darsteller zu einem ausgezeichneten Ensemble zusammen. Kameramann Dick Pope unterstreicht mit atmosphärischer Lichtsetzung den Kammerspielcharakter des konventionellen, aber überzeugenden Werkes.

Vera Drake

Die Jury unter Regisseur John Boorman und Kritik waren sich einig: Der Goldene Löwe konnte nur an einen gehen, an den Engländer Mike Leigh für sein emotionales Drama "Vera Drake". Der Konstruktivist erzählt von einer einfachen Hausfrau und Mutter, die als Engelmacherin im London des Jahres 1950 illegale Abtreibungen vornimmt und in die Mühlen der Justiz gerät. Pikant: Die Prämierung gilt auch als Ohrfeige für die Konkurrenz in Cannes, die den Film als Wettbewerbsbeitrag abgelehnt hatte.

"All or nothing" hieß Mike Leighs letzter Film. Und wie immer geht es auch in seinem neuen Werk um alles oder Nichts. Vera Drake, eine unscheinbare Hausfrau um die 45, kümmert sich liebevoll um Mann, Kinder und die kranke Mutter, arbeitet in der Fabrik und putzt noch nebenbei, führt eine erfüllte Ehe und strahlt trotz des grauen Alltags gute Laune aus. Was niemand weiß: Sie nimmt illegale Abtreibungen vor. Im Gegensatz zu Chabrols geldgieriger Isabelle Huppert in "Eine Frauensache" ist Vera Drake (Coppa Volpi für Imelda Staunton) eine naive Altruistin, die Mädchen in Not hilft, ohne einen Penny zu verlangen (sie weiß nicht, dass ihre Freundin, die ihr Schwangere schickt, bei denen abkassiert). Als ein Mädchen nach einer dieser "Operationen" fast stirbt, dauert es nicht mehr lange bis zur Verhaftung.

Die Figuren sind - wie immer beim Repräsentanten des britischen Sozialrealismus - lebensechte Menschen voller Widersprüche. Sechs Monate probte und improvisierte Leigh mit seinen wunderbaren Schauspielern, schweißte sie zu einem starken Ensemble zusammen. Der Brite besticht durch Genauigkeit der Milieuschilderung und akribische Detailversessenheit. Da stimmt alles, von der Kleidung über Farbgebung, Einrichtung und Tapeten bis hin zur atmosphärischen Lichtsetzung, mit der Kameramann Dick Pope das Kammerspielartige unterstreicht.

"Vera Drake" ist weniger innovativ als konventionell in der Machart, aber dafür überzeugend im Gefühl. Leigh wertet nicht moralisch oder trieft vor Mitleid, sondern prangert die Zweiteilung einer scheinheiligen Gesellschaft an. Diejenigen mit Geld dürfen nach einer pro-forma-Prüfung durch den Psychiater in einer Klinik legal und unter hygienischen Verhältnissen abtreiben, die ohne auf dem Handtuch Seifenlauge in sich reinpumpen lassen. Leigh erspart uns das Prozedere nicht. Und auch nicht die schmerzend langen Einstellungen auf die Frau, die sich nicht verteidigen kann und an der ein Exempel statuiert wird - Klassen- und Männerjustiz. Gegenpol zu diesen Härten bilden immer wieder Szenen des Familienlebens, die intakte Ehe-Beziehung, kleine Alltagsfreuden. "Vera Drake" kommt ohne Betroffenheitsgetue aus, ist in seiner stillen Radikalität einfach nur zutiefst menschlich. Eine rare und kostbare Qualität, die ein Arthouse-Publikum schätzen sollte. mk.

Darsteller:  Imelda Staunton   als Vera Drake
  Philip Davis   als Stan Drake
  Daniel Mays   als Sid Drake
  Alex Kelly   als Ethel Drake
  Peter Wight   als Inspektor Webster
  Adrian Scarborough   als Frank Drake
  Heather Craney   als Joyce Drake
  Sally Hawkins   als Susan
  Eddie Marsan   als Reg
  Ruth Sheen   als Lily
  Helen Coker   als Polizistin
  Martin Savage   als Sergeant Vickers
  Sinead Matthews   als junge Frau
  Fenella Woolgar   als Susans Vertraute
  Jim Broadbent   als Richter
  Lesley Sharp   als alte Bekannte
 
Regie:  Mike Leigh  
Buch:  Mike Leigh  
Musik:  Andrew Dickson  
Kamera:  Dick Pope  
Produzent:  Simon Channing Williams  
  Alain Sarde  
 

Vera Drake in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Imelda Staunton

Britische Charakterdarstellerin, bekannt von Bühne, Film und Fernsehen. Mit ihren 1,52 Meter Körpergröße ein Energie- und...

 

Star

Sally Hawkins

Britische Schauspielerin. Sie eroberte 2008 die Berlinale im Sturm: Sally Hawkins gewann mit ihrer unerschütterlich lebenslustigen und...