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Leihvideo
Erhältlich seit:
07.10.2004
Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
USA 2004
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12
Jim Carrey
Kate Winslet
Kirsten Dunst
Regie: Michel Gondry
Highlight Communications (Deutschland)

Auf vertrackten und originellen Wegen führte Drehbuchgenie Charlie Kaufman mit "Being John Malkovich" ins Hirn eines Filmstars, in "Adaption" in sein eigenes, in "Human Nature" in das der gesamten Menschheit. Bei Letzterem sorgte erstmals der französische Clip-Profi Michel Gondry für die filmische Umsetzung (die Senator im Zuge von "Vergiss mein nicht!" nun endlich auch in Deutschland starten will), an der vereinzelt die fehlende Tiefe der Figuren und Kohärenz der Inszenierung bemängelt wurden. Dem wirkt bei der zweiten Arbeit von Kaufman und Gondry nun schon das Skript entgegen, das zweifellos Kaufmans bislang menschlichstes ist: Erzählt es doch von der Liebe und dem ganz normalen Beziehungsdrama und wagt sich trotz erneuter Umwege durch Gehirnwindungen und menschliche Fantasien erfreulicherweise ein Stück näher an die Realität.
"Character vs. Characterization", eine der goldenen Regeln, die Drehbuchguru Robert McKee in "Adaption" dem schreibblockierten Charlie Kaufman auf den Weg gibt, scheint der Autor zumindest bei den Protagonisten von "Vergiss mein nicht!" beherzigt zu haben. Joel (ein angenehm zurückhaltender Jim Carrey) und Clementine (Kate Winslet: so wechselhaft und furchtlos wie ihre Haarfarben) schlagen sich mit der quälenden Routine ihrer Beziehung herum, bis Clementine dem kurzerhand ein Ende setzt. Sie lässt alle Erinnerungen an Joel medizinisch ausradieren. Als Joel ausgerechnet am Valentinstag feststellen muss, dass seine Freundin ihn nicht mehr kennt, wendet er sich deprimiert an den Erfinder der sagenhaften "Heil-Methode", Dr. Mierzwiak (Tom Wilkinson), um seinerseits diese Demütigung und Clementine vergessen zu können. Während Dr. Mierzwiaks Team in Joels Tiefschlafphase dessen Träume an die Verflossene sukzessive von der Festplatte Gehirn löscht, flackern in chronologisch unsortierten Rückblenden die Höhen und Tiefen der Beziehung über die Leinwand. Gondry springt hemmungslos zwischen den Zeitebenen, und das Drehbuch schüttelt nach Lust und Laune Subplots aus dem Ärmel, die den Doktor und seine "Techniker" in den Mittelpunkt bringen: Den Liebe heuchelnden Patrick (Elijah Wood), der Joels Erinnerungsstücke an Clementine klaut, um selbst bei ihr zu landen, und dessen Kollegen Stan (Mark Ruffalo), der in Sprechstundenhilfe Mary (Kirsten Dunst) verknallt ist, die - wie sich herausstellt - die Erinnerungen an eine andere pikante Affäre ausradieren lassen hat. Als sich in Folge eines Computerfehlers in Joels Kopf plötzlich die Wahrnehmungsebenen vermischen, fällt dem Patienten auf, dass mit den schmerzhaftesten Erinnerungen auch die schönsten gemeinsam erlebten Momente verschwinden. Sein Unterbewusstsein rebelliert und startet den aussichtslosen Kampf gegen das Vergessen. Joel rast durch ein Labyrinth absurdester Gedankengänge, und die großartige Kamerafrau Ellen Kuras ("Blow") lässt die realistischen Bilder mit ihren ausgewaschenen freudlosen Farben auf dem Klangteppich von Jon Brion ("Punch-Drunk Love") surrealistisch verschmelzen: Da lösen sich Landschaften selbst auf, wehen Stranddünen durch Schlafzimmer, führen Freudsche Seitenwege direkt in die Kindheit von Joel, der vor dem Verlust seiner Identität flieht.
Während sich Kaufman mit seinem selbstreflexiven Drehbuch zu "Adaption" mit der Beschränkung von Kunst und Moral beschäftigte, geht es hier um eine positive Form von Kompromissen, die mit allem Schmerz zum Wesen von Beziehungen gehören. Wer will auf die quälenden Momente verzichten, wenn er damit die Liebe als Ganzes aufgeben muss? Wie schon bei "Human Nature" verirrt sich das Drehbuch auch hier auf halber Strecke auf der klinischen Seite, die wieder so verblüffend banal daherkommt wie alle Anspielungen auf Freud und Nietzsche, Alexander Pope (aus dessen Gedicht der Originaltitel stammt), das Kino von Ingmar Bergman oder Stanley Kubrick. Was wiederum daran liegen mag, dass der Autor in höchstem Maße intellektuell, seine Figuren jedoch höchstens Mittelmaß sind, und wiederum sämtliche Nebenfiguren lediglich Schachfiguren in dem von Michel Gondry ansonsten mit Begeisterung und großer handwerklicher Finesse erobertem gedanklichen Irrgarten bleiben. Jim Carrey und Kate Winslet als schlecht gelaunte, schlecht angezogene, unsympathische Nerds mit gebrochenen Herzen und befleckten Seelen wird das Publikum jedoch in nur zu guter Erinnerung behalten. cm.
| Darsteller: | Jim Carrey | als Joel Barish | |
|---|---|---|---|
| Kate Winslet | als Clementine Kruczynski | ||
| Kirsten Dunst | als Mary | ||
| Mark Ruffalo | als Stan | ||
| Elijah Wood | als Patrick | ||
| Tom Wilkinson | als Dr. Howard Mierzwiak | ||
| Thomas Jay Ryan | als Frank | ||
| Jane Adams | als Carrie | ||
| David Cross | als Rob | ||
| Ryan Whitney | als Joel, Kind | ||
| Lola Daehler | als Clementine, Kind | ||
| Debbon Ayer | als Joels Mutter | ||
| Deirdre O'Connell | als Hollis | ||
| Regie: | Michel Gondry | ||
| Buch: | Charlie Kaufman | ||
| Musik: | Jon Brion | ||
| Kamera: | Ellen Kuras | ||
| Produzent: | Steve Golin | ||
| Anthony Bregman | |||
Vergiss mein nicht! in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch dts, Deutsch DD 5.1, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1/dts
Bildformat: 1:1,85/16:9
Star
Jim Carrey
Mit der Gesichtsgymnastik eines gurgelnden Gummischlauchs und als anarchischer Körperverrenker mit garantierter Turbokomik übertrifft Jim Carrey...
Star
Kate Winslet
James Cameron schwärmte von dem Leuchten in ihrem Gesicht und ihren Augen und machte sie in dem Jahrhundertfilm "Titanic" in der Rolle der...
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