
Herz reimt sich auf Schmerz und Lust auf Frust bei diesem ideal besetzten, flott gemachten und nach bewährtem Muster gestrickten Hochzeitsspaß.
Tom ist ein Meister in "Man's Favorite Sport", der Frauenjagd. Ein echter Champion, so gut, dass er sogar Regeln für den Umgang mit seinen Eroberungen aufgestellt hat. Keine back to backs beispielsweise, das heißt, es wird unter keinen Umständen zwei Nächte hintereinander mit derselben Frau geschlafen. Ausnahme: Sonntag und Montag, denn das sind verschiedene Wochen. Aber der Sonntag, der ist ihm ohnehin heilig, der gehört Hannah, seiner langjährigen platonischen Freundin. Ihr kann er sein Herz ausschütten, beim Essen, beim Spaziergang im Central Park und sich dabei von der Jagd erholen.
Das Setting verrät: eine klassische romantic comedy im Stile von "Die Hochzeit meines besten Freundes". Topf und Deckel sind bekannt - in der pre-title-Sequenz macht sich Tom in Bill-Clinton-Maske und Zigarre-bewehrt während einer Uni-Fete an seine "Monica" heran und landet irrtümlich in Hannahs Bett -, und dass Topf und Deckel zueinander gehören auch. Wie sie zueinander finden, ist letztlich von Interesse - ob die Chemie zwischen dem Paar in spe stimmt, deren Liebesfunke auch beim Publikum zündet.
Tut er. Denn Tom Weiland, komödienerfahren als Regisseur diverser "Mr. Bean"-Episoden, und Produzent Neal H. Moritz ("I Am Legend") sind in Sachen Besetzung auf Nummer sicher gegangen. Haben den Teen-Schwarm "Dr. Dreamy" aus "Grey's Anatomy", Patrick Dempsey, besetzt und als Herzensdame Michelle Monaghan auserkoren, jenes augenschmeichelnde Geschöpf, das jüngst dafür sorgte, dass Ben Stiller "Nach 7 Tagen - ausgeflittert" hatte. Und weil das Ganze "Verliebt in die Braut" heißt, fehlt noch der Bräutigam, ein waschechter Schotte namens Colin McMurray, der selbst im lächerlichen Kilt eine gute Figur macht. Kevin McKidd spielt ihn, kantig-präsent wie er auch den römischen Legionär Lucius Vorenus in der HBO-Serie "Rom" gibt. Als der um Hannahs Hand anhält, erkennt Tom endlich in ihr seine große Liebe. Es gilt zurückzuschlagen, Hannah von der Ehe mit dem stinkreichen Whisky-Baron abzubringen, sie zu überzeugen, doch ihn zu heiraten, nicht minder reich als Erfinder jener Papiermanschetten, die über Plastikkaffeebecher gestülpt werden und so vor Verbrennungen schützen.
Also dient sich Tom erfolgreich als Brautjungfer bei Hannah an, kämpft unterstützt von seinen Basketball-Kumpels um deren Herz. Amerikanischer Pragmatismus trifft dabei auf europäische Tradition. Die Dudelsack-Musik schmerzt in amerikanischen Ohren, der schottische Eintopf, der Haggis, schmeckt höchst suspekt und auch das Baumstammweitwerfen - demolierte Luxuskarosse inklusive - ist im Vergleich zum guten alten Football eine primitive Sache. Der Braut kommen langsam Zweifel ob ihrer Partnerwahl und der Zuschauer darf sich an zeitgemäßen, Genre-typischen Witzen erfreuen: eine Brautjungfer Kleidergröße 50+, die sich partout noch in Größe 42 hungern möchte, fluoreszierende Liebeskugeln, die von der schottischen Oma als Halsschmuck getragen werden, und eine eifersüchtige Ex-Flamme als Ko-Brautjungfrau, die Tom immer wieder ganz schlecht aussehen lässt. Zwischen New York und den schottischen Highlands pendelt die Handlung, Tony Pierce-Roberts fängt sie in eleganten Bildern ein, derweil Rupert Gregson-Williams flotter Score das eingeschlagene Tempo hoch hält. geh.