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Verlorene Liebesmüh'

Musikalisches Komödienexperiment von Kenneth Branagh nach William Shakespeare.


Verlorene Liebesmüh'

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Erhältlich seit:
01.01.2002

Originaltitel: Love's Labour's Lost

Komödie/ Drama

Großbritannien/USA 2000
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ab 6

Kenneth Branagh
Nathan Lane
Alicia Silverstone

Regie: Kenneth Branagh
Cine Plus Entertainment

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Verlorene Liebesmüh'

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs will der König von Navarra sein idyllisches Reich in ein ideales "Oxbridge" verwandeln. Drei Jahre lang wollen er und seine drei Freunde sich ganz auf ihre Studien konzentrieren, dabei einmal die Woche fasten, niemals länger als drei Stunden schlafen und - vor allem - nicht den Versuchungen des "schwachen" Geschlechts erliegen. Edle Vorsätze, aber leider erweist sich gerade der letztgenannte Beschluss als äußerst schwierig, haben sich doch die Prinzessin von Frankreich nebst Hofdamen zum Staatsbesuch angekündigt.

Die inzwischen vierte Shakespeare-Adaption von Kenneth Branagh ("Heinrich V."). Diesmal hat sich der Theater-besessene Brite eines eher unbekannten Stückes seines Landsmannes angenommen und es zu einer leicht konsumierbaren Liebes-Farce umgearbeitet. Dabei tritt der Originaltext in den Hintergrund und wird von Song-Klassikern wie "I've Got a Crush On You" aus Hollywoods glorreicher Musical-Vergangenheit ersetzt. Ist das Ergebnis des Experiments auch leidlich unterhaltsam, zeigt die Geschichte doch Längen. Ein Tipp für Bühnenfreunde.

Verlorene Liebesmüh'

Zum vierten Mal adaptiert Kenneth Branagh seinen Lieblingsautor fürs Kino und lässt Tragik und Vollständigkeitsanspruch von "Hamlet" Komik und Mut zur Lücke folgen. "Verlorene Liebesmüh" ist die erste Produktion von Branaghs "The Shakespeare Company", die den Stratford-Oldie einem breiten Publikum zugänglich und für die Gegenwart relevant machen will. Zumindest Hemmschwellen hat Branagh mit dieser musikalischen Komödie abgebaut, die luftig-leicht unterhält, sich aber schnell zu verflüchtigen droht.

Gerade noch 89 Minuten lang ist der Fünfakter, der im Werk des Meisters immer ein Schattenleben führte, bevor nun Branagh 75 Prozent des Textes beerdigte. Was am Grabe übrig blieb, ist ein schmales Handlungsgerüst und Shakespeares These, dass der Intellekt gegen den Instinkt machtlos ist. Hier festgemacht an vier jungen Männern, die einen Eid schwören, für drei Jahre ihren Geist zu schulen und dafür den Frauen zu entsagen. Schauplatz dieses Experiments ist wie im Stück das Königreich Navarra, zeitlicher Rahmen nun der Beginn des 2.Weltkriegs, der am Ende des Films auch die höfische Idylle erreicht. Branaghs Ouvertüre, in der Wochenschauclips vom merkwürdigen Schwur des Königs und seiner drei Freunde erzählen, ist rasant und gipfelt nach zehn Minuten in einer Musicalsequenz, in der der erste von insgesamt zehn Evergreens von George Gershwin, Irving Berlin oder Cole Porter von den Darstellern vorgetragen wird. Die Songs kommentieren die Gefühle der Figuren und sollen die Schrumpfung des Originaltextes kompensieren. Das gelingt mit wechselndem Erfolg, ohne aber dem mal euphorischen, mal melancholischen Charakter der Standards wirklich gerecht zu werden. Die ungewohnten Anforderungen bewältigen die Bühnenprofis Branagh, Adrian Lester und Nathan Lane am besten, während bei den Frauen wenigstens die an Cyd Charisse erinnernde Natascha McElhone den Glanz einer großen Tradition bewahren kann. Alicia Silverstone jedoch ist nur dem Namen nach Star der Besetzung und bleibt motorisch und mimisch einiges schuldig. Als Tochter des Königs von Frankreich bringt sie mit ihren Hofdamen das Gelübde der Männer schnell zum Einsturz, die sich fast widerstandslos der Liebe ergeben, dies aber voreinander zu verbergen suchen. Der Grundton dieser Farce ist naturgemäß versponnen, das Ende im Unterschied zur Vorlage nicht offen, sondern versöhnlich, wenn auch die Männer dafür sechs Jahre statt dem einen warten müssen. "Verlorene Liebesmüh' " ist diese Neuinterpretation nicht, auch wenn diese mit Studiokulisse und Filmzitaten der cineastischen Vergangenheit Hollywoods näher steht als der literarischen Englands. Aber die Cinemascope-Leinwand wirkt unausgefüllt, weil mit Ausnahme des wunderbar überspannten Timothy Spall (als Verbeugung vor Walter Slezak, Salvador Dali und dem Gouverneur aus "Pocahontas") Figuren und Story farblos, und die Gefühle postuliert, aber nicht ausreichend entwickelt wirken. kob.

Darsteller:  Kenneth Branagh   als Berowne
  Nathan Lane   als Costard
  Alicia Silverstone   als Prinzessin
  Adrian Lester   als Dumaine
  Matthew Lillard   als Longaville
  Alessandro Nivola   als König
  Natascha McElhone   als Rosaline
  Timothy Spall   als Don Armado
  Carmen Ejogo   als Maria
 
Regie:  Kenneth Branagh  
Buch:  Kenneth Branagh  
Musik:  Patrick Doyle  
Produzent:  David Barron  
 

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