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Verrückt in Alabama

Tragikomische Geschichte über eine Frau in den sechziger Jahren, die sich auf rigorose Weise emanzipiert.


Verrückt in Alabama

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Erhältlich seit:
24.10.2000

Originaltitel: Crazy in Alabama

Komödie/ Drama

USA 1999
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 12

Melanie Griffith
David Morse
Lucas Black

Regie: Antonio Banderas
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Verrückt in Alabama

Sommer 1969. Amerikas Frauen und schwarze Bürgerrechtler kämpfen allerorts um Gleichberechtigung. Nur in den Südstaaten gehen die Uhren anders. Hier gehören die "Nigger" nach landläufiger Meinung immer noch aufs Feld und Frauen an den Herd bzw. ins Bett. Diese Auffassung teilt die 34-jährige Lucille Vinson nicht. Nach 13 Jahren Ehehölle vergiftet sie kurzerhand den fremdgehenden Gatten, packt dessen Kopf in eine Tupperware-Box und nimmt Kurs auf Hollywood, die Leinwand-Karriere fest im Auge.

Antonio Banderas' Regie-Debüt basiert auf Mark Childress' gleichnamigem Südstaatenroman und ist im Ergebnis eine interessante Mischung aus schwarzer Komödie, Geschichtsspiegel und Burleske. Im Wechselstrom der Gefühle gelingt dem spanischen Superstar eine fesselnde Tragikomödie, die einerseits von der universellen Sehnsucht nach Freiheit, andererseits von der Wichtigkeit persönlicher Selbstverwirklichung berichtet. Mit Melanie Griffith als Southern Belle ideal besetzt.

Verrückt in Alabama

Nach 51 Filmen als Schauspieler will Antonio Banderas zeigen, daß er auch als Regisseur jederzeit bestehen kann. In einer tragikomischen Geschichte aus den 60er Jahren erzählt er von einer Frau, die sich auf sehr rigorose Weise emanzipiert. Sie befördert ihren miesen Gatten ins Jenseits und wagt mit seinem Kopf im Gepäck den Aufbruch ins glamouröse Hollywood.

Regieneuling Antonio Banderas verknüpft geschickt tragische und komische Aspekte, setzt den gleichnamigen Roman des Südstaatlers Mark Childress atmosphärisch gut um. Die Story kümmert sich nicht um Logik: Da ermordet die 34jährige Lucille Vinson kurzerhand ihren Mann, weil der sie an der freien Entfaltung hindert, nimmt seinen Kopf (der ständig vor sich hinbrabbelt) luftdicht in eine Tupperware-Box mit, gibt die Kinder bei Muttern ab und macht sich auf nach Hollywood, wo sie schnell in einer TV-Serie landet. Bis es zur Selbstverwirklichung kommt, klaut sie einem Macho in New Orleans das Auto, verführt einen tumben Cop und gibt ihm Saures statt Sauereien. Ganz nebenbei gewinnt sie noch in Las Vegas beim Roulette und feiert den neuen Reichtum mit einem Quickie, findet im Limousinenfahrer Norman eine verständnisvolle Seele und im Hollywood-Produzenten Harry einen rührigen Werbetrommler für ihre Qualitäten. Alles könnte paletti sein, wenn sie nicht plötzlich auf dem Cover des Life-Magazins ihren Lieblingsneffen Peejoe bei Rassenkrawallen entdecken würde. Der - und das ist der zweite Handlungsstrang - erlebt einen politischen Buschbrand, angezettelt von weißen Rednecks, die Farbigen nicht die gleichen Rechte zugestehen. In Alabama ist der Teufel los und der junge Peejoe im Zentrum der Auseinandersetzungen. Banderas versucht - nur bedingt gelungen - die beiden Handlungen parallel zu erzählen und läßt sie erst gegen Ende wieder zusammenkommen, wenn Lucille bei dem Versuch, den lästigen Kopf von San Franciscos Golden-Gate-Bridge in die Fluten zu werfen, geschnappt und an die heimische Justiz ausgeliefert wird. Das Roadmovie und die Coming-of-Age-Geschichte des Jungen sind unterhaltsam inszeniert, nur könnten die ständigen Handlungssprünge den an Mainstream gewöhnten Zuschauer überfordern, hemmen sie doch den Erzählfluß erheblich, dafür entschädigt der furiose Schluß. Die Besetzung ist bis in die Nebenrollen top: Der 15jährige Lucas Black ("Sling Blade") stiehlt als Heranwachsender mit Sinn für Gerechtigkeit allen die Schau. Er zeigt die Sixties aus dem Blickwinkel eines Kindes, das durch die politischen Ereignisse zum Erwachsenen wird. Ein Vergnügen: Rod Steiger als unkonventioneller Richter, der beim Urteil dem gesunden Menschenverstand Vorzug vor starren Paragraphen gibt. Für sein Debütwerk muß sich Banderas, der mit Melanie Griffith die Produktionsfirma Green Moon betreibt, nicht schämen. Die Namen der beiden Stars könnten Garant für solides Einspiel sein. mk.

Darsteller:  Melanie Griffith   als Lucille
  David Morse   als Dove
  Lucas Black   als Peejoe
  Cathy Moriarty   als Earlene
  Meat Loaf   als Sheriff John Doggett
  Rod Steiger   als Richter Mead
  Richard Schiff   als Norman
  John Beasley   als Nehemiah
  Robert Wagner   als Harry Hall
  Noah Emmerich   als Sheriff Raymond
  Sandra Seacat   als Meemaw
  Paul Ben-Victor   als Mackie
  Brad Beyer   als Jack
  Fannie Flagg   als Sally
  Elizabeth Perkins   als Joan Blake
  Linda Hart   als Madelyn
  Paul Mazursky   als Walter Schwegmann
  Holmes Osborne   als Larry Russell
  William Converse-Roberts   als Murphy
  David Speck   als Wiley
  Louis Miller   als Taylor Jackson
 
Regie:  Antonio Banderas  
Buch:  Mark Childress  
Musik:  Mark Snow  
Kamera:  Julio Macat  
Produzent:  Meir Teper  
  Linda Goldstein Knowlton  
  Debra Hill  
  Diane Sillan Isaacs  
 

Fassungen

 

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Features

 

Star

Melanie Griffith

Sie ist die sexy, naive und dumme Blondine in der Nachfolge von Judy Holliday und Marilyn Monroe und hat ein ähnliches Rollenrepertoire...

 

Star

David Morse

Ein Baum von einem Kerl: 1 Meter 93 groß, fleischig und etwas ungelenk, hat der Charakterschauspieler sympathische Typen und Vertrauenspersonen (...