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Kaufvideo
Erhältlich seit:
29.09.1998
Originaltitel: Devil's Own
USA 1996
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12
Harrison Ford
Brad Pitt
Margaret Colin
Regie: Alan J. Pakula
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

Monate der Spekulation über überzogene Drehpläne und Budgets, Probleme mit dem Drehbuch und Animositäten zwischen den Stars eilten "Vertrauter Feind" voraus. Das Gerangel hinter den Kulissen wird von dem Ergebnis der Bemühungen zumindest halbwegs gerechtfertigt: Alan J. Pakulas besonnen inszeniertes Duell zwischen Harrison Ford als New Yorker Cop mit Prinzipien und Brad Pitt als IRA-Terrorist mit nervösem Finger am Abzug entpuppt sich als stiller Großstadtthriller, der seine Sprengkraft nicht, wie bei 90-Mio.-Dollar-Produktionen üblich, aus gigantischen Actionsets bezieht, sondern aus dem explosiven Zusammenspiel seiner beiden Superstars.
Dabei sucht man Indizien für das gigantische Budget bei dem handwerklich vorzüglich realisierten Politthriller auf der Leinwand ebenso vergeblich wie Hintergründe und Stellungnahmen zum IRA-Kampf: Die sich langsam hochschaukelnde Spannung in "Vertrauter Feind" wird durch den mit unveränderter Schärfe lodernden Konflikt zwischen Irland und Großbritannien bestenfalls verschärft. Er ist aber nicht Thema dieser unter ihrer ruhigen Oberfläche kräftig brodelnden Studie über Moral, Loyalität, Ehre, Stolz ,Verrat und die zerstörerische Kraft der Gewalt, die dankenswerter Weise auf die simple Schwarz-Weiß-Zeichnung eines "Stunde der Patrioten" verzichtet.
Pakula ist kein Anhänger des grellen Oberflächenreizes, des leicht konsumierbaren Effektekinos. Vielmehr setzt er auf genaue Charakterisierungen, die seinen Stars viel Raum lassen, ihre Figuren und ihre jeweiligen Standpunkte auszuarbeiten. Für ungeduldige Thrillerfans vielleicht zu viel Raum: Während Pitts in die nichts ahnende Familie von Cop O'Meara eingeschleuster IRA-Mann Frankie auf den Straßen New York Deals auf einen großen Waffendeal wartet und Fords rechtschaffener O'Meara bei seinen Streifeneinsätzen immer wieder demonstrieren darf, daß er für das Gesetz, aber gegen Gewalt ist, kommt der Handlungsfluß beinahe zum Erliegen. Die bis weit über die Hälfte der Spielzeit reichende Exposition zahlt sich jedoch aus, nachdem eine Verkettung von Ereignissen die beiden Männer auf einen fatalen Kollissionskurs schickt.
Von Pakula mit väterlicher Hand unterstützt, holen Pitt und Ford ein Maximum aus ihren Rollen, wobei dem Jungstar der schillerndere Part zufiel: Die inneren Scharmützel seines nihilistisch-widersprüchlichen Racheengels, in dessen Leben es zwischen Aufgabe und Gewalt keine Alternativen gibt, sind packender als die stoische Aufrichtigkeit des rechtschaffenen Polizisten. In den gemeinsamen Szenen sind sich die beiden jedoch ebenbürtig: Die Zärtlichkeit zwischen Frankie, dessen echter Vater vor seinen Augen getötet wurde, als er acht Jahre alt war, und O'Meara, der in Frankie den Sohn gefunden zu haben glaubt, den er nie hatte, ist der emotionale Kernpunkt von "Vertrauter Freind".
Obwohl vermeintlich mehr als zehn Autoren an dem Skript arbeiteten, funktioniert die clever eingefädelte Geschichte mit der Präzision eines Uhrwerks. Gleichzeitig ist der Kampf zwischen Cop und Terrorist ein sehenswertes Duell zweier blendend aufgelegter Superstars ein Clash der Weltanschauungen und der hochemotionale Zusammenprall zweier Todfeinde, der in einem Shootout auf einem kleinen Boot kulminiert. Sparsam geht "Vertrauter Feind" mit Action um, aber wenn Pakula Gewalt als geschickten Kontrapunkt zu langen, meditativen Passagen ausbrechen läßt, ist die Wirkung verheerend: Vor allem eine Attacke auf O'Mearas Familie in ihrem Zuhause wirkt schmerzhaft real. Und wenn der Film mit seinen New Yorker Locations doch stets näher an den moralischen Melodramen eines Sidney Lumet angesiedelt ist als in dem angestrebten, mythischen Heldenkino eines John Ford, so verfehlt er doch seine Wirkung nicht.
In einem entspannten Moment erklärt Frankie, Happy Ends gebe es nur in amerikanischen Geschichten, nicht aber in irischen. Den Filmemachern ist es hoch anzurechnen, daß sie sich in einem derart teuren Projekt dafür entschieden haben, eine irische Geschichte zu erzählen. ts.
| Darsteller: | Harrison Ford | als Tom O'Meara | |
|---|---|---|---|
| Brad Pitt | als Rory Devaney | ||
| Margaret Colin | als Sheila O'Meara | ||
| Rubén Blades | als Edwin Diaz | ||
| Treat Williams | als Billy Burke | ||
| George Hearn | als Peter Fitzsimmons | ||
| Mitchell Ryan | als Chief Jim Kelly | ||
| Natascha McElhone | |||
| Paul Ronan | |||
| Simon Jones | |||
| Julia Stiles | |||
| Ashley Carin | |||
| Kelly Singer | |||
| Regie: | Alan J. Pakula | ||
| Buch: | David Aaron Cohen | ||
| Vincent Patrick | |||
| Kevin Jarre | |||
| Musik: | James Horner | ||
| Kamera: | Gordon Willis | ||
| Produzent: | Lawrence Gordon | ||
| Robert F. Colesberry | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch
Bildformat: Widescreen
Star
Harrison Ford
Dass Harrison Ford 1996 zum erfolgreichsten Schauspieler des Jahrhunderts gewählt wurde und 2008 zum vierten Mal die Filmikone "Indiana Jones...
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