
Charmante romantische Komödie über einen Vater, der seiner Tochter die bevorstehende Scheidung und sein vorausgehendes Liebesleben zu erklären versucht.
So zögerlich wie der Filmtitel muss kein Fan von Liebesgeschichten in seiner Entertainment-Entscheidung sein. Denn ihn erwartet hier ein süßes, aber nicht auf den Magen schlagendes Arrangement von väterlicher Bindung und romantischer Beziehung. Mitverantwortlich dafür ist Abigail Breslin, ehemals "Little Miss Sunshine" und aktuell Hollywoods favorisiertes Verkaufsmodell für die Kombination Kind, pflegeleicht, klug und liebenswert. Als elfjährige Maya ist sie auch Initiator einer Tour durch das Liebesleben ihres Vaters Will (Ryan Reynolds), der kurz vor seiner Scheidung der Tochter erklären soll, wie er und ihre Mutter zusammenfanden. Damit nicht nur Maya, sondern auch der Zuschauer bei Wills amourösen Ausführungen neugierig bleibt, verändert der Erzähler die Namen der drei Damen, die als Mayas Mutter in Frage kommen. Ein Liebesmysterium nennt es die Tochter - und aufgeklärt wird es in vielen Rückblenden, in denen Hauptfigur Will 15 Jahre seines Lebens Revue passieren lässt. Es beginnt 1992, als ein kleiner Provinzträumer in New York eintrifft, um an der Präsidentschaftskampagne für Bill Clinton mitzuarbeiten. Nur geographisch, nicht aber emotional zurückgelassen hat er seine Collegeliebe Emily, die er einmal heiraten möchte. Konkurrenz taucht auf in Gestalt einer selbstbewussten Journalistin, die noch mit ihrem Professor zusammenlebt, und in der frühlingsfrischen April aus dem Wahlbüro, die nicht Bill Clinton, sondern die Gitarrenrocker The Smiths verehrt und als Wirbelwind Wills Leben etwas entstaubt. Nur als beste Freundin allerdings, hinter deren Abgeklärtheit sich aber eine romantische Seele verbirgt, die nicht nur eine bestimmte Ausgabe eines Buchs (Charlotte Brontes "Jane Eyre"), sondern auch eines Mannes sucht. Auch wenn kein großer gedanklicher Kraftakt nötig ist, um die beste Kompatibilität unter den Figuren zu erkennen und die finale Mutterfrage durch Grundprinzipien der Vererbungslehre einzugrenzen, folgt man diesem sympathischen Hollywoodmärchen gerne, weil es weniger platt manipuliert als andere, prominente Titel aus der Herzblattfabrik von Working Title ("Tatsächlich Liebe", "Bridget Jones"). Die Bezüge zur Politik und zur Clinton-Mania bleiben letztlich nur Background-Deko, denn entscheidend für die Unterhaltungsqualität sind die gut harmonierenden Stars Abigail Breslin, Isla Fisher (als April) und Ryan Reynolds, die nie überdosierten Gefühle und nicht zuletzt die Magie von Manhattan. kob.