
Jeanne und Paul haben ihren kleinen Sohn in der Tsunamikatastrophe von 2005 verloren. Jetzt entdecken sie auf dem Video einer Hilfsorganisation in Burma einen Knaben, der nach Ansicht von Jeanne dem Verschwundenen zum Verwechseln ähnelt. Ohne lang zu zögern eilt das Paar nach Thailand, nimmt Kontakt mit Schleppern auf, und lässt sich über die Grenze ins von einer kriminellen Junta regierte Land schleusen. Im dortigen Notstandsgebiet herrschen bizarre Zustände, und das junge Paar wird mit Eindrücken konfrontiert, auf die es nicht gefasst war.
Elemente aus Horror- und Abenteuerkino, psychologisch dichtem Familiendrama und existenzieller Sinnsuche, "Apocalypse Now" und "Wenn die Gondeln Trauer tragen" verbinden sich zu einem intensiven Fiebertraum, wenn der belgische Stimmungszauberer Fabrice Du Welz ("Calvaire") in erneuter Kollaboration mit dem "Irreversible"-Kameramann Benoit Debie über Joseph Conrads "Herz der Finsternis" und den Zusammenprall der Kulturen reflektiert. Kraftvoller, bildgewaltiger Horror ohne Kompromisse und Klischees, mit Rufus Sewell und Emmanuelle Béart hervorragend besetzt.