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Voll Frontal

Steven Soderberghs vielschichtiger und starbesetzter Hollywood-Essay über Leben und Filmen in L.A.


Voll Frontal

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.11.2003

Originaltitel: Full Frontal

Komödie/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

David Duchovny
Nicky Katt
Catherine Keener

Regie: Steven Soderbergh
Walt Disney Studios Home Entertainment

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Voll Frontal

Albtraumfabrik Hollywood: Superstar Francesca muss sich in ihrem neuen Film, in dem sich alles nur um Film dreht, neben einem Jungstar behaupten; der neurotische Filmjournalist Carl wird gefeuert; seine Frau, eine hysterische Hollywood-Managerin, hat eine Affäre und will sich scheiden lassen; deren Schwester, eine Masseuse, sucht den richtigen Mann; ein diktatorischer Schauspieler verkörpert Hitler in dem Theaterstück "The Sound and the Führer"; und ein Produzent will seine ausgefallenen sexuellen Bedürfnisse befriedigen.

Nach Box-Office-Hits wie "Traffic" oder "Ocean's Eleven" überrascht Steven Soderbergh nun mit einer Zwei-Millionen-Dollar-Independent-Produktion. Mit Megastar Julia Roberts als Zugpferd und einer Digitalkamera bewaffnet realisierte Hollywoods derzeit intellektuellster Filmemacher einen "Film über Filme für Leute, die Filme lieben". In Erzählstil und visueller Umsetzung an sein Debüt "Sex, Lügen und Video" erinnernd, dürfte "Full Frontal" den aufgeklärten Zuschauer faszinieren.

Voll Frontal

Der am meisten schuftende Regisseur des Showbiz: Binnen nicht einmal 24 Monaten brachte Steven Soderbergh mit "Erin Brockovich", "Traffic" und zuletzt "Ocean's 11" gleich drei grundsätzlich verschiedene Boxoffice-Schwergewichte an den Start. Seinem Bedarf nach Entspannung (der zweideutige Originalslogan für "Full Frontal" lautet: "Everybody needs a release.") kam der Erfolgsregisseur jetzt mit dem Sequel zu seinem Debüt "Sex, Lügen und Video" aus dem Jahr 1989 nach. Mit einem Minibudget von zwei Mio. Dollar und Megastar Julia Roberts als Zugpferd vor der Digitalkamera realisierte er laut Eigenzitat einen "Film über Filme für Leute, die Filme lieben". Das Mainstreampublikum klammert der Regisseur bereitwillig aus: Die große Masse wird sein etwas manieriertes Experiment vermutlich als unzugänglich und prätentiös empfinden.

Soderbergh selbst liebt die Filme der Nouvelle-Vague-Vertreter Jean-Luc Godard und Francois Truffaut, deren Erzählstil und visueller Umsetzung er sich hier verbunden zeigt. So beginnt der intellektuellste unter Hollywoods Erfolgsregisseuren seine Versuchsanordnung mit dem Film-im-Film "Rendezvous", in dem Julia Roberts eine Journalistin spielt, die einen schwarzen Filmstar (Blair Underwood darf sich einen rapartigen Diskurs über Rassendiskriminierung im Filmbusiness von der Seele reden) für ein Magazinporträt begleitet. Einzig diese sich durch den gesamten Film ziehenden Filmszenen wurden im regulären 35mm-Format aufgenommen. Der Rest dieses vielschichtigen Hollywood-Essays über Leben und Filmen in L.A. nahm Soderbergh mit einer Digitalkamera auf. Das Gros der Bilder fällt somit bewusst hässlich aus: grobkörnig, unterbelichtet, verwackelt und unscharf. Der starke Kontrast fungiert als Fingerzeig für die Trennung zwischen filmischer Illusion und scheinbarer Realität. Neben Roberts und Underwood, die Doppelrollen innehaben als "Rendezvous"-Figuren sowie als Schauspieler dieser Rollen, umfasst das Ensemble David Pierce Hyde als neurotischer Journalist Carl, der seinen Job verliert; Catherine Keener als seine am Rande der Hysterie existierende (Karriere-)Frau Lee, die eine Affäre hat und sich scheiden lassen will; Mary McCormack als ihre als Masseuse tätige Schwester Linda auf der Suche nach dem richtigen Mann; Nicky Katt als diktatorischer Schauspieler, der in dem Theaterstück "The Sound and the Führer" Hitler verkörpert und David Duchovny als Produzent mit ausgefallenen sexuellen Bedürfnissen. Am emotional interessantesten sind die Probleme zwischen dem Ehepaar, die vor der Hollywoodkulisse der exzessiven Eitelkeiten als voyeuristischer Seelenstriptease ausgerollt werden. Das Drehbuch von Schriftsteller/Poet Coleman Hough webt ein interessantes Beziehungsnetz, das die Figuren bei der Geburtstagsparty von Produzent Gus schließlich zusammenbringt. Die Story um Zugpferd Roberts, die bereits in Robert Altmans Hollywood-Satire "The Player" auftrat, reflektiert in einem "Art imitates Life"-Moment ihr Privatleben, ohne dass dies eine besonders große Wirkung zeitigen würde. Als sie selbst treten Brad Pitt und David Fincher auf, während Terrence Stamp zweimal kurz als seine Filmfigur aus "The Limey" ins Bild kommt. ara.

Darsteller:  David Duchovny   als Bill/Gus
  Nicky Katt   als Hitler
  Catherine Keener   als Lee
  Mary McCormack   als Linda
  David Hyde Pierce   als Carl
  Julia Roberts   als Catherine/Francesca
  Blair Underwood   als Nicholas/Calvin
  Enrico Colantoni   als Arty/Ed
  Erika Alexander   als Lucy
  Tracy Vilar   als Heather
  Brandon Keener   als Francescas Assistent
  Jeff Garlin   als Harvey, Probably
  David Alan Basche   als Nicholas' Agent
  Nancy Lenehan   als Frau im Flugzeug
  Brad Rowe   als Sam Osbourne
  David Fincher   als Regisseur
  Jerry Weintraub   als Jerry
  Eddie McClintock   als David
  Meagen Fay   als Diane
  January Jones   als Tracy
 
Regie:  Steven Soderbergh  
Buch:  Coleman Hough  
Musik:  Jacques Davidovici  
Kamera:  Steven Soderbergh  
Produzent:  Gregory Jacobs  
  Scott Kramer  

Moulders Bestes Stück

Freizügig: Frauenschwarm <br />David Duchovny

Freizügig: Frauenschwarm <br />David Duchovny

Für viele ist er das männliche Sex-Symbol der Neunziger: David Duchovny. In seinem neuen Film "Full Frontal" zeigt der ehemalige Akte-X-Star fast alles: Eine umstrittene Aufnahme in Steven Soderberghs Drama präsentiert David im Zustand höchster Erregung - im Wortsinne, wohlgemerkt.

Die Szene spielt sich allerdings unter einer Decke ab, und Duchovnys exponiertes Körperteil ist nur ein Filmrequisit. Trotzdem sollte die Sequenz in den USA zensiert werden. Steven Soderbergh wehrte sich jedoch heftig dagegen und setzte seinen Willen schließlich durch.

Duchovny spielt in der inoffiziellen Fortsetzung von Soderberghs Klassiker "Sex, Lügen und Video" einen Schauspieler, der von Julia Roberts interviewt wird. Ein Kamerteam zeichnet das Ganze für einen Kinofilm auf.

Ebnenfalls mit dabei: Blair Underwood ("Rules") und Catherine Keener, die in "Being John Malkovich" als sexy Kollegin von John Cusack bestach. Brad Pitt und Regie-Ass David Fincher sind in kurzen Cameo-Auftritten zu sehen.

 

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