
Auf "Kicking & Screaming" mit Will Ferrell folgt mit der Martin-Lawrence-Comedy "Rebound" eine weitere Sportskomödie, in der ein erwachsener Coach mit Charakterschwächen durch seine Zusammenarbeit mit einem zunächst konstant verlierenden Kinderteam zum besseren Menschen geläutert wird. Just die selbe Story wurde bereits 1975 in "Die Bären sind los!" (das Remake mit Billy Bob Thornton startet ebenfalls noch in diesem Sommer) aufgegriffen. Ob nun mit dem harmlos-vorhersehbaren Familienspaß die etwas ins Stottern geratene Karriere vom ehemaligen "Bad Boy" Lawrence wieder angekurbelt wird, ist fraglich. Dafür wird er wohl auf den Sommerstart von "Big Mamas Haus 2" warten müssen.
Regisseur Steven Carr, der mit den Eddie-Murphy-Filmen "Dr. Dolittle 2" und "Der Kindergarten-Daddy" solide Hits verbuchen konnte, inszeniert hier gewohnt geradlinig eine simpel gestrickte Feelgood-Story, für die immerhin fünf Autoren angegeben sind. Zunächst wird der erfolgreiche Basketball-Coach Ray McCormick als eitel, eingebildet und cholerisch eingeführt. Dies geht so weit, dass er sich mehr für seine eigenen Sponsorenverträge als sein College-Team interessiert. Schließlich wird er von der Liga suspendiert, woraufhin er als Mittel zum Zweck seiner Wiederaufnahme beginnt, an seiner alten Schule coachen. Die Mannschaft der Mount Vernon Smelters besteht aus einer Ansammlung der uncoolsten 13-jährigen Jungs der Schule. Das heißt, darunter befinden sich das obligatorische Dickerchen, eine Brillenschlange, ein Junge, der aus Nervosität ständig kotzt, und ein talentierter, aber egoistischer Spieler, der Teamarbeit lernen muss. Dessen attraktive Mutter fungiert als Love Interest für Coach Ray, die hilft, das Gute in Ray zum Vorschein zu bringen. Doch zunächst einmal zeigt Ray null Interesse am Verliererteam. Dies ändert sich erst, als die Medien sich über sein Karrieretief belustigen und er um sein Image fürchtet. Zuerst rekrutiert er zwei "Geheimwaffen": die schlagkräftige "Big Mac" und die ungelenke Bohnenstange Wes, dann werden strenge Trainingsmethoden angewendet. Tatsächlich beginnen die Loser nun zu gewinnen, was im Meisterschaftsspiel gipfelt. Am gleichen Tag wird Ray sein alter lukrativer Job wieder angeboten. Doch Ray hat seine wahre Berufung gefunden. Und so ist nach kurzer Sentimentaleinlage seine Entscheidung unschwer zu erraten.
Als der "alte" Ray mit seinen gesammelten Unarten kann Lawrence zunächst etliche Lacher verbuchen. Doch im Laufe seiner Läuterung gehen die Witze vorrangig auf das Konto der jugendlichen Nerds. Der romantische Subplot fällt kaum ins Gewicht, und auch die kleine Doppelrolle von Lawrence als Gospel-Prediger wirkt überflüssig. Insgesamt wird also leichtgewichtige Familienunterhaltung geboten, die einen Tick uninspiriert anmutet. ara.