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Vom Suchen und Finden der Liebe

Märchenhafte romantische Komödie von Helmut Dietl um zwei Liebende, die selbst der Tod nicht trennen kann.


Vom Suchen und Finden der Liebe

Leihvideo

Erhältlich seit:
28.07.2005

Drama/ Komödie

Deutschland 2004
Laufzeit: 105 Min.
FSK: ab 6

Moritz Bleibtreu
Alexandra Maria Lara
Uwe Ochsenknecht

Regie: Helmut Dietl
Highlight Communications (Deutschland)

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Endlich: Ein neuer Helmut Dietl! Der "Schtonk!"-Regisseur schickt die besten deutschen Schauspieler ins Liebes-Labyrinth - erwartet komisch, herzerwärmend romantisch.

Mimi arbeitet an seiner Schöpfung: der Sängerin Venus (Foto: Constantin) Großansicht

Mimi arbeitet an seiner Schöpfung: der Sängerin Venus (Foto: Constantin)

Wer hat sich nicht schon einmal unsterblich verliebt, ist aus ekstatischen Höhen in deprimierende Tiefen gestürzt und hat sich vorgenommen: nie wieder? Jeder, der das schon einmal durchlitten hat, wird sich in Helmut Dietls wahnwitzig komischem, zugleich mystisch-romantischem Liebes-Drama wiederfinden.

Diesmal geht der Meister der Gesellschaftssatire, der wie kein anderer unsere menschlich-allzumenschlichen Schwächen seziert, noch einen Schritt weiter: Er lässt seine Figuren - als hätten sie mit dem Diesseits nicht genug zu kämpfen - sogar in die Unterwelt hinabsteigen (wo es noch viel wilder zugeht als im richtigen Leben). Doch eins nach dem anderen ...

Hat den Blues: Vergebens versucht der Komponist Mimi, Venus zu vergessen (Foto: Constantin) Großansicht

Hat den Blues: Vergebens versucht der Komponist Mimi, Venus zu vergessen (Foto: Constantin)

Der Nachtigal und die Morgenstern

Am Anfang nämlich steht die Liebe, die ganz große von Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) und Venus "Sternchen" Morgenstern (Alexandra Maria Lara). Sieben Jahre dauert - wie bei vielen anderen Paaren auch - ihre turbulente Verbindung.

Dass der erfolgreiche Komponist versucht, aus der unerfahrenen Gesangsschülerin die gefeierte Sängerin seiner Lieder zu formen, trägt nicht gerade zur Harmonie in der Beziehung bei. Nach endlosen Streitereien trennt man sich schließlich, nur um zu merken, dass man ohneeinander nicht sein kann.

"Sternchen" vor einer schwierigen Entscheidung (Foto: Constantin) Großansicht

"Sternchen" vor einer schwierigen Entscheidung (Foto: Constantin)

Himmel und Hades

Ganz pragmatisch versucht Venus, durch einen neuen Freund, Entertainer Harry (Justus von Dohnanyi) den alten zu verdrängen, während Mimi, in tiefer Depression versunken, in Griechenland Vergessen sucht.

Dass er das ausgerechnet im Haus seiner Freunde Theo (Uwe Ochsenknecht) und Helena (Anke Engelke) tut, wo er einst mit Venus den Himmel erlebte, trägt nicht zur Aufheiterung seiner Stimmung bei. Mimi nimmt sich das Leben, steigt in den Hades hinab, wo er Unglaubliches erlebt, bis Venus, wie einst Orpheus, ihrem Geliebten folgt, um ihn zurückzuholen ...

Verzweiflung: Die trag ich nicht, die hat SIE mir gekauft (Foto: Constantin) Großansicht

Verzweiflung: Die trag ich nicht, die hat SIE mir gekauft (Foto: Constantin)

Die Sinne dürfen feiern

Wenn Helmut Dietl einen Film dreht, ist eins gewiss: Da stimmt alles. Angefangen von der durchkomponierten Geschichte über die grandiosen Schauspielerleistungen bis zu Kamera, Ausstattung und Musik: Ein Dietl-Film ist ein Fest für die Sinne.

Immer trifft er, mit viel lakonischer Selbstironie, genau den richtigen Ton. Dafür sorgte diesmal Bestseller-Autor Patrick Süskind ("Das Parfüm") als Co-Autor.

Ein Liebesreigen, der nicht nur zum Schreien komisch ist, wie vom Regisseur von "Rossini", "Schtonk!" und "Late Show" nicht anders zu erwarten, sondern auch zutiefst bewegend.

Ehepaar in Terminnöten (Foto: Constantin) Großansicht

Ehepaar in Terminnöten (Foto: Constantin)

Welch Aufgebot!

Für Humor-Highlights sorgen Anke Engelke und Uwe Ochsenknecht als gestresstes Großstadtpaar, dem ein Seelen-Doktor (Harald Schmidt) Linderung verschafft. Und im Zaubergarten der griechischen Mythologie darf Heino Ferch in einer unvergesslichen Rolle glänzen ...

Vom Suchen und Finden der Liebe

Was ist zu erwarten, wenn Helmut Dietl eine romantisch-märchenhafte Liebeskomödie ankündigt? Der Meister der Gesellschafts- und Mediensatire nimmt sich, nach seinen Erfolgen "Rossini" und "Schtonk!" und fünf Jahre nach "Late Show", den ganz großen Themen an, der Liebe und dem Tod. Das fertige Werk zeigt sich als überraschend anderer Dietl-Film, der dennoch ganz seine Handschrift trägt - von der Perfektion jeder einzelnen Einstellung, den grandiosen Darstellerleistungen einer Riege von Deutschlands besten Schauspielern, der visuellen Opulenz bis zur unverwechselbaren Komik, die die Tragik der Geschichte immer wieder aufbricht.

Dabei verlässt der Regisseur der "Münchner Geschichten" nicht nur sein angestammtes Terrain, um in Berlin, Griechenland und der Unterwelt neue Drehorte auszuloten - er begibt sich auch in die Schattenwelt der griechischen Mythologie. Sein "Suchen und Finden der Liebe", nach "Kir Royal", "Monaco Franze" und "Rossini" die vierte Zusammenarbeit mit "Parfüm"-Autor Patrick Süskind, besticht, wie nicht anders zu erwarten, auch durch die Prägnanz der Dialoge. Zwei Jahre dauerte die Arbeit am Drehbuch - da sitzt, anders als beim bisweilen improvisierten Geplapper anderer Produktionen, jedes Wort.

Ein Erzähler (Sprecher: Elmar Wepper) kommentiert lakonisch das durch die Emotionen ins Strudeln geratene Leben zweier Paare und schlägt eine Brücke über einen Zeitraum von sieben Jahren hinweg.

Am Anfang steht die überlebensgroße Liebe des erfolgreichen Komponisten Mimi Nachtigal (Moritz Bleibtreu) zu einer verunsicherten Gesangsschülerin (Alexandra Maria Lara, die beweist, dass sie auch betörend singen kann), der er den poetischen Namen Venus Morgenstern gibt und aus der er die erfolgreiche Interpretin seiner Lieder formt. Bei diesem Prozess des Biegens kommt irgendwann die Liebe abhanden. Nach einem letzten, öffentlich ausgetragenen Krach folgt die Trennung. Während Venus mit Hilfe eines neuen Mannes, dem Musikproduzenten Harry (Justus von Dohnányi) den alten zu vergessen sucht, verfällt Mimi in eine existenzielle Krise. Im Ferienhaus seiner Freunde Theo und Helena Stokowski (Uwe Ochsenknecht, Anke Engelke), einem Ort der Idylle in Griechenland, wo er einst mit seiner Liebsten glücklich war, setzt Mimi seinem Leben ein Ende. Doch im Jenseits geht der Liebeswahnsinn weiter, Mimi muss sich den immer dreister werdenden Nachstellungen des zweigeschlechtlichen Gottes Hermes Aphroditos (Heino Ferch) erwehren, der auch nicht davor zurückschreckt, in die Gestalt von Venus zu schlüpfen. Im Diesseits eilt Theo, ein Musikprofessor, auf die Insel. Untröstlich über den Verlust des Freundes gibt er sich der insgeheim seit langem begehrten Schäferin Kalypso hin. Seine erfolgreiche, sexuell vernachlässigte Frau Helena sucht unterdessen Kompensation im Bett eines Arztes für seelische Erkrankungen (Harald Schmidt), reist aber sofort nach Griechenland, als die Schreckensnachricht sie erreicht. Auf der Fähre trifft sie eine euphorische Venus, die sich entschlossen hat, zu Mimi zurückzukehren und nicht weiß, dass er nicht mehr am Leben ist. Beide Frauen kämpfen um ihre Liebe: die stolze Helena versucht, eine ménage à trois zu initiieren, während Venus durch einen Brunnen im Olivenhain in den Hades hinabsteigt, um ihren Geliebten zurückzuholen. Wie bei den mythologischen Vorbildern - nur begab sich dort Orpheus in die Unterwelt, um Eurydike zu befreien - überwindet ihre Liebe den Tod, wird ihnen eine zweite Chance auf Erden gewährt. Allerdings mit der bekannten Auflage: Zurückschauen verboten!

So herzergreifend romantisch das eine Paar, so pragmatisch diszipliniert das andere - alle streben sie, mit herrlich ironischer Distanziertheit, nach dem Unerreichbaren. Der Regisseur, dessen Diana Film gemeinsam mit Fanes Film produzierte, wird einmal mehr seinem Ruf als Perfektionist gerecht, auch beim Einsatz aufwändiger Bluescreen- und Computertechnik. Sein sehr persönlicher Film über die Schwierigkeit des Suchens, Findens und Erhaltens der Liebe vor dem Hintergrund deren genereller Unmöglichkeit balanciert auf dem feinen Draht zwischen sentimentaler Melancholie und brüllender Komik. Auch wenn der Film seinen Macher als Skeptiker ausweist, der um die geringe Halbwertszeit der Liebe weiß, ist er doch ein Plädoyer dafür, das Unmögliche immer wieder zu versuchen. boe.

Darsteller:  Moritz Bleibtreu   als Mimi Nachtigal
  Alexandra Maria Lara   als Venus Morgenstern
  Uwe Ochsenknecht   als Theo Stokowski
  Anke Engelke   als Helena Stokowski
  Heino Ferch   als Hermes
  Justus von Dohnányi   als Harry
  Marily Milia   als Kalypso
  Richard Beek   als Charon
  Christoph Maria Herbst   als Robby Gediner
  Harald Schmidt   als Herr
 
Regie:  Helmut Dietl  
Buch:  Helmut Dietl  
  Patrick Süskind  
Musik:  Dario Farina  
  Harold Faltermeyer  
Kamera:  Jürgen Jürges  
Produzent:  Helmut Dietl  
  Norbert Preuss  
 

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