DVD Leihvideo

Von Löwen und Lämmern

Robert Redfords verbal geschliffenes Drama über Amerikas Krieg gegen den Terror und die Rollen, die Soldaten, Politiker und Intellektuelle dabei spielen.


Von Löwen und Lämmern

Leihvideo

Erhältlich seit:
07.03.2008

Originaltitel: Lions for Lambs

Drama

USA 2007
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 12

Robert Redford
Meryl Streep
Tom Cruise

Regie: Robert Redford
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

Videoplayer wird geladen ...

Filmbewertung


(0 Bewertungen)
Die Ausstattung

Die Technik

Haben Sie den Film schon gesehen?

Jetzt bewerten!


 
In einem Gipfeltreffen der Megastars schmiedet Robert Redford ein heißes dramatisches Eisen zu Amerikas Krieg gegen den Terror.

Janine Roth konfrontiert Senator Irving mit intelligenten Fragen (Foto: Fox) Großansicht

Janine Roth konfrontiert Senator Irving mit intelligenten Fragen (Foto: Fox)

In Talkshows wird öffentlich gestritten, am Stammtisch feurig diskutiert, in Leitartikeln kenntnisreich analysiert, doch an der Front wird gestorben. Täglich und anonym. Um diese Kluft zwischen Schlagzeile und Sperrfeuer, zwischen Beobachten und Eingreifen, zwischen der Routinenachricht des Todes und der Tragödie des individuellen Sterbens geht es in der siebten Regiearbeit Robert Redfords.

Sieben Jahre nach "Die Legende von Bagger Vance" lockte das Drehbuch von Matthew Michael Carnahan ("Operation: Kingdom") den Hollywoodveteranen wieder hinter die Kamera. Redfords Herz schlägt dabei für die Löwen, die namenlosen US-Soldaten am Hindukusch, während er die Schreibtischgeneräle, die Durchhalteparolen ausgebenden Puppenspieler in den Mahagonibüros von Washington, verachtet.

Aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, entwirft Redfords packendes Politdrama ein komplexes Bild vom Krieg, in den die USA verstrickt sind, und von den unterschiedlichen Rollen, die Politik, Medien und Militär dabei spielen.

Im Zwigespräch kommen interessante Dinge ans Licht (Foto: Fox) Großansicht

Im Zwigespräch kommen interessante Dinge ans Licht (Foto: Fox)

Kampf an allen Fronten

Der Regisseur selbst spielt den idealistischen Uni-Professor Stephen Malley, der versucht, die provozierende Gleichgültigkeit seines im Wohlstand surfenden Studenten Todd zu knacken. Deutlich mehr Engagement als dieser zeigt Senator Jasper Irving (Tom Cruise), einer der Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten, der mit seinem Feuer auch den Krieg gegen den Terror anheizen will.

Was genau ihm dabei vorschwebt, erzählt er in einem Gespräch mit TV-Journalistin Janine Roth (Meryl Streep). Irving ist die Stimme des Zorns, der Attacke, Roth steht für die Skepsis und Malley ist der väterliche Intellektuelle. Seine Aufforderung, etwas Bedeutendes im Leben anzustreben, nehmen zwei Studenten zum Anlass, sich freiwillig als Soldaten zu melden.

Professor Malley nimmt die Hitze aus dem Gefecht (Foto: Fox) Großansicht

Professor Malley nimmt die Hitze aus dem Gefecht (Foto: Fox)

Endlich wieder vereint

Während zu Hause Worte Waffen ersetzen, kämpfen die GI's Ernest und Arian in Afghanistan ums Überleben. In der Parallelität dieser Ereignisse vermischen sich die Ebenen und Geschichten, beeinflusst das Geschehen in der Heimat die Schicksale in der Ferne.

Erstmals nach "Jenseits von Afrika" drehen Redford und Streep wieder gemeinsam, erstmals zeigt sich Tom Cruise in einem Film, den er als neuer Leiter des Studio-Oldies United Artists auf den Weg gebracht hat. United Artists steht auch programmatisch für diesen Thriller, der mit einer Allianz von Top-Künstlern Dramatik, Nachdenklichkeit und intelligent-kämpferische Unterhaltung bietet.

Von Löwen und Lämmern

Robert Redfords siebte Regiearbeit ist ein Plädoyer gegen amerikanische Militärpolitik und ein Aufruf zum individuellen Widerstand.

Als Schauspieler drehte er Filme wie "Bill McKay - Der Kandidat" oder "Die Unbestechlichen" und als Produzent unterstützte er Dokus wie "Zwischenfall in Oglala", aber als Regisseur blieb Robert Redford politisch passiv oder versteckte sein Engagement in rückwärts gerichteten Moralstudien ("Quiz Show"). In der Gegenwart und an den verschiedenen Fronten des amerikanischen Anti-Terror-Kriegs verankert, ist dagegen "Von Löwen und Lämmern" - Redfords zornigste und missionarischste Regiearbeit, die sich ganz der Politik verschreibt und dabei manchmal das Drama vernachlässigt. In Matthew Michael Carnahans Drehbuch ist alles munitioniert, was Redford und andere US-Liberale geladen macht: die Konzept- und Führungslosigkeit der Regierung, die Nachrichtenkosmetik der Medien, die Heldengesänge von Washingtons Bürostrategen, die mit gespitzten Stiften Todesurteile für Soldaten schreiben, Amerikas unangebrachte Rolle als Weltpolizist, die Gossip-Gehirnwäsche des Fernsehens, der sich die Jugend freiwillig unterzieht und ganz allgemein die um sich greifende Passivität, die Amerika, Mutterland der Demokratie, zur Heimat apathischer Zombies zu machen droht. Leidenschaftlich im Wort und smart im Sperrfeuer der Argumente ist Redfords Weckruf. Reduziert ist dagegen das aktive Handeln, als hätte Redford die Wertigkeiten in der Politik, die das Schönreden feiert, aber die Umsetzung durch Taten vernachlässigt, in seinem Film spiegeln wollen. Während bei einem nächtlichen Einsatz in der menschenfeindlichen Bergwelt Afghanistans die beiden Kriegsfreiwilligen Ernest und Arian schwer verwundet werden, von ihrer Einheit isoliert und den Taliban eingekreist, ums Überleben kämpfen, diskutiert man in der Heimat Themen, die auch ihr Schicksal mitbestimmten. Ihr ehemaliger Professor (Redford) versucht einen Studenten, in dem er großes Potenzial wittert, aus seiner Lethargie zu reißen, und reflektiert gleichzeitig die Nebenwirkungen seines Motivationsengagements, das ungewollt Ernest und Arian in den Krieg trieb. Gleichzeitig zu den Ereignissen an der Front und an der Uni versucht ein Senator (Tom Cruise), eine wichtige TV-Journalistin (Meryl Streep) als Sprachrohr für eine neue Strategie im Krieg am Hindukusch zu gewinnen, deren Auswirkungen die beiden GI's am eigenen Leib erfahren. Die besten Absichten und drei große Stars als Köder hat dieser Thesenfilm, der aufrütteln und sein Publikum unter denen finden will, die von der Politik enttäuscht oder überhaupt nicht erreicht wurden. Und davon, ob frustrierte Löwen oder schweigende Lämmer, soll es bekanntlich viele geben. kop.

Darsteller:  Robert Redford   als Prof. Stephen Malley
  Meryl Streep   als Janine Roth
  Tom Cruise   als Senator Jasper Irving
  Michael Peña   als Ernest Rodriguez
  Andrew Garfield   als Todd Hayes
  Derek Luke   als Arian Finch
  Peter Berg   als Lt. Col. Falco
  Kevin Dunn   als ANX-Redakteur
  John Brently Reynolds   als Skinny
  Babar Peerzada   als afghanischer Kämpfer
 
Regie:  Robert Redford  
Buch:  Matthew Michael Carnahan  
Musik:  Mark Isham  
Kamera:  Jean Rousselot  
Produzent:  Matthew Michael Carnahan  
  Andrew Hauptman  
  Tracy Falco  
  Robert Redford  

Zweite Oscar-Chance für Stewart

Bissig, spitzbübisch und hintergründig - so spottet sich Jon Stewart in seiner "Daily Show" in den USA durchs politische Tagesgeschehen.

Hoffentlich diesmal mit mehr Biss: Oscar-Moderator Jon Stewart (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Hoffentlich diesmal mit mehr Biss: Oscar-Moderator Jon Stewart (Foto: Kurt Krieger)

Doch genau das, was Stewart einen millionenstarke Fangemeinde einbrachte, ließ der Comedian bei seiner recht bieder ausgefallenen Premiere als Oscar-Moderator 2006 weitgehend vermissen. Dass er nun erneut ran darf, ist wohl nur mit den noch bedeutend schlechteren Kritiken zu erklären, die seine Nachfolgerin Ellen DeGeneres für ihre entspannte bis langweilige Moderation in diesem Jahr bekam.

Und wer weiß: Wenn Stewart Anfangsnervosität und Respekt vor dem Moloch Filmgeschäft ablegt, zeigt er diesmal ja vielleicht sogar vor der versammelten Hollywood-Prominenz seine gewohnte Scharfzüngigkeit.

Einen Vorgeschmack, wer dann die heißesten Kandidaten auf die Goldstatuetten sein könnten, gab es kürzlich in Venedig. Das dortige Filmfestival hat sich inzwischen als Auftakt zur so genannten "Award Season" etabliert, der Zeit der großen US-Preisverleihungen, die in der Oscar-Show am 24.2.2008 ihren Höhepunkt findet.

Oscar-Tipps

So werden einige der Preisträger vom Lido schon jetzt hoch auf Oscars gewettet - allen voran der Festival-Gewinner "Gefahr und Begierde" von Ang Lee, Darsteller Brad Pitt für seinen ungewöhnlichen Westen "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" sowie die mutige Huldigung an Bob Dylan "I'm Not There". Und da Hollywood politisch links steht, wird Kritik am Irak-Krieg wie in Brian De Palmas "Redacted" oder "In the Valley of Elah" von Paul Haggis ebenfalls Hochkonjunktur haben. Wer bis Februar in den deutschen Kinos noch mögliche Oscar-Kandidaten sehen will, der sollte sich zudem schon mal folgende Filme vormerken:

 

Von Löwen und Lämmern in der Fotoshow

 

Fassungen

 

facebook

 

Features

 

Star

Robert Redford

Robert Redford gilt als eines der Sexsymbole Hollywoods schlechthin. Dabei widmete er sich ursprünglich der Malerei, brach sein Studium...

 

Star

Meryl Streep

Sie hatte als Tania Blixen die bekannteste Farm in Afrika und spielte wie ihre norwegische Kollegin Liv Ullmann die differenziertesten...