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Von Menschen und Göttern

Kontemplative Betrachtung einer Gruppe von Zisterziensermönchen, die in Algerien in die Mühlen islamistischer Gewalt gerät.


Von Menschen und Göttern

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Erhältlich seit:
16.09.2011

Originaltitel: Des hommes et des dieux

Drama

Frankreich 2010
Laufzeit: 122 Min.
FSK: ab 12

Lambert Wilson
Michael Lonsdale
Olivier Rabourdin

Regie: Xavier Beauvois
Warner Home Video Germany

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Von Menschen und Göttern

Bis Mitte der Neunzigerjahre gelingt es einer Gruppe von französischen Mönchen in ihrem Kloster in den Bergen des algerischen Maghreb, mit der muslimischen Bevölkerung in friedlicher Koexistenz zu leben. Als kroatischen Arbeitern nicht weit vom Kloster entfernt die Kehle durchschnitten wird, werden die Männer vom Terror eingeholt. In der Weihnachtsnacht dringt der Bandenführer ins Kloster ein und fordert Medikamente und einen Arzt für seine verletzten Kämpfer, was der Abt ablehnt. Die Situation eskaliert.

Mit einer kontemplativen Betrachtung des Alltags einer Gruppe von Zisterziensermönchen kehrt Xavier Beauvois fünf Jahre nach "Eine fatale Entscheidung" auf die große Leinwand zurück. Ausgangspunkt war für den Regisseur ein seinerzeit in Europa fassungslos zur Kenntnis genommene Entführung und nie ganz aufgeklärte Ermordung von sieben Mönchen. Dabei verzichtet der filmende Schauspieler auf eine Rekapitulation der Ereignisse und liefert stattdessen eine verstörende Auseinandersetzung um menschliche Angst, Verantwortung und Courage.

Von Menschen und Göttern

Kontemplative Betrachtung einer Gruppe von Zisterziensermönchen, die in Algerien in die Mühlen islamistischer Gewalt gerät.

Im März 1996, der Periode des blutigen Konflikts zwischen der algerischen Regierung und islamistischen Terroristen, wurden sieben französische Mönche aus einem Kloster im Atlas entführt, ihre abgeschlagenen Köpfe lagen zwei Monate später am Rande der Straße, die Körper blieben verschollen. Eine genaue Aufklärung der verbrecherischen Tat fehlt bis heute. Xavier Beauvois nimmt dieses Faktum als Ausgangspunkt für die subtile Betrachtung einer kleinen Gemeinschaft, deren christliche Ideale mit der Wirklichkeit kollidieren. Dabei verzichtet er auf eine Rekapitulation der Ereignisse und liefert stattdessen eine verstörende Auseinandersetzung um menschliche Angst, Verantwortung und Courage. Nicht nur den Großen Preis der Jury, sondern eine Goldene Palme hätte er verdient.

Konzentriert fokussiert sich das Drama auf die Monate vor dem grausamen Geschehen - Arbeit im Garten, Versorgung von Kranken, Betreuung der Dorfbevölkerung, gemeinsame Gebete und Choräle, die Stille und Kontemplation unter den Ordensbrüdern. Aus ihrer persönlichen Perspektive erlebt der Zuschauer eine Normalität in unnormalen Zeiten. Die von der islamischen Bevölkerung geachteten Mönche leben ihre Spiritualität und sind dennoch im Alltag verwurzelt. Als kroatischen Arbeitern nicht weit vom Kloster entfernt die Kehle durchschnitten wird, holt der Terror die Männer ein, sogar in der Weihnachtsnacht dringt der Bandenführer ins Kloster ein und fordert Medikamente und einen Arzt für seine verletzten Kämpfer, was der Abt ablehnt. Die Mönche riskieren zwischen brutalen Rebellen und brutaler Regierung zerrieben zu werden. Die Situation eskaliert und es stellt sich die Frage, bleiben oder nach Frankreich zurückkehren. In einem kontroversen Prozess fällt in innerer Zerrissenheit die selbstlose Entscheidung, nicht aufzugeben trotz aller möglichen Konsequenzen. Die Kraft des Glaubens verleiht ihnen Stärke auf dem Weg zum Martyrium.

Mit seinem fünften Spielfilm in achtzehn Jahren gelingt Beauvois ein virtuos inszeniertes Meisterwerk, das durch sachte Langsamkeit und kühle Nüchternheit besticht, durch Gemeinschaftsrituale und Gemeinschaftsgefühl. Er gestaltet einen spiritueller Mikrokosmos eingebettet in einer berauschend schönen Landschaft. Die formale Strenge der Kamera zwingt zum Hinsehen. Wenn bei den Klängen von "Schwanensee" das letzte Abendmahl gefeiert wird und der Blick sich in gelassener Ruhe auf die Gesichter richtet, nimmt man teil an einem außergewöhnlichen und großen Kinomoment. mk.

Darsteller:  Lambert Wilson   als Christian
  Michael Lonsdale   als Luc
  Olivier Rabourdin   als Christophe
  Philippe Laudenbach   als Célestin
  Jacques Herlin   als Amédée
  Loïc Pichon   als Jean-Pierre
  Xavier Maly   als Michel
  Jean-Marie Frin   als Paul
  Abdelhafid Metalsi   als Nouredine
  Sabrina Ouazani   als Rabbia
  Abdallah Moundy   als Omar
  Olivier Perrier   als Bruno
  Farid Larbi   als Ali Fayattia
  Adel Bencherif   als Terrorist
 
Regie:  Xavier Beauvois  
Buch:  Xavier Beauvois  
  Etienne Comar  
Kamera:  Caroline Champetier  
Produzent:  Etienne Comar  
 

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