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Wall Street - Geld schläft nicht

Fortsetzung des Klassikers von 1988, in dem Gordon Gekko nach Jahren im Knast wieder Fuß in der Welt der Hochfinanz zu fassen versucht.


Wall Street - Geld schläft nicht (inkl. Digital Copy)

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Erhältlich seit:
18.02.2011

Originaltitel: Wall Street 2: Money Never Sleeps

Drama/ Satire

USA 2010
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 12

Michael Douglas
Shia LaBeouf
Josh Brolin

Regie: Oliver Stone
Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany

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Wall Street - Geld schläft nicht (inkl. Digital Copy)

Gordon Gekko ist wieder auf freiem Fuß. Zunächst wirkt er reumütig in einer Welt, die sich massiv verändert hat in den vergangenen 20 Jahren und doch noch mehr dem schnöden Mammon huldigt denn je zuvor. Weil seine Tochter Winnie seit Jahren nicht mehr mit ihm spricht, versucht er sich ihr über ihren Verlobten, den ambitionierten, aber unverdorbenen Wall-Street-Broker Jacob anzunähern. Jacob ist fasziniert von dem ehemaligen Finanztitan und spricht auf dessen weltmännische Art an.

23 Jahre nach "Wall Street" wendet Oliver Stone seinen Blick wieder auf die Welt der Hochfinanz. Im Jahr zwei nach dem Börsencrash sind seine bissigen Spitzen zum Thema "Gier ist gut" aktueller denn je, und doch überrascht der bisweilen satirische Ton des perfekt geölten Films, als könne man sich dem Thema nur noch mit Galgenhumor nähern. Michael Douglas hat Spaß an einer Neuauflage seiner einstigen, Oscar-prämierten Paraderolle. Shia LaBeouf und Carey Mulligan geben ebenfalls eine gute Figur ab.

Wall Street - Geld schläft nicht (inkl. Digital Copy)

Gier ist nicht mehr nur gut, Gier ist das Ein und Alles: 23 Jahre nach "Wall Street", dem ultimativen Statement zur Ich-Mentalität der Achtzigerjahre, geht Oliver Stone dem Finanzcrash von 2008 auf die Spur, der den Gordon Gekko von damals wie einen Philanthropen wirken lässt.

Als bekannt wurde, dass Oliver Stone seinen lange gehegten Wunschtraum, seinem Oscar-Erfolg von 1987 (Bester Schauspieler: Michael Douglas) eine Fortsetzung folgen zu lassen, allen Ernstes in die Tat umsetzen würde, war Skepsis angebracht. Der alberne Untertitel "Geld schläft nicht" und ein erster ungelenker Trailer trugen nicht unbedingt dazu bei, das Vertrauen in ein neues Abenteuer von Gordon Gekko nach 23-jähriger Leinwandabsenz zu erhöhen. Der fertige Film, der am 14. Mai Weltpremiere außer Konkurrenz im Wettbewerb des Festival de Cannes feiert, spricht eine andere Sprache, ist mühelos der beste Film von Oliver Stone seit dessen Rückkehr zum Kino nach mehrjähriger Pause mit "Alexander" im Jahr 2004, ein konventioneller, eleganter Thriller über die Fallstricke der Gier, ein Windmühlenkampf, der, da ist der Film eindeutig, nicht zu gewinnen ist, auch wenn der jugendliche Held diese Schlacht gewinnen darf. Es macht Spaß, einem unbestrittenen Meister nach dem vor Pathos triefenden "World Trade Center" und dem unfokussierten "W." wieder in Hochform arbeiten zu sehen, an einem Film, der all das bietet, was das amerikanische Kino auszeichnete, bevor der Eventfilmvirus um sich zu greifen begann und Hollywood mehr und mehr infantilisierte. Die Geschichte ist spannend und emotional, das Thema brisant und erwachsen, die Schauspieler dürfen sich mit Figuren auseinandersetzen, die tatsächlich interessant und nicht gleich auf den ersten Blick zu durchschauen sind. Obwohl die Finanzkrise von 2008 genug Zündstoff liefert, liegt der Fokus nicht auf der Message, sondern den Figuren, die von Oliver Stone ausreichend Raum zum Atmen bekommen.

Der Held ist der junge Wall-Street-Banker Jake Moore, der sich seinen Idealismus bewahrt ist: Als er mit ansehen muss, wie seine Bank durch Insidergeschäfte des dämonischen Milliardärs Bretton James ruiniert und sein Mentor in den Selbstmord getrieben wird, seine eigenen Pläne, einer Firma, die sich um neue, umweltbewusste Energieformen müht, unter die Arme zu greifen, in weite Ferne rücken, schwört er Rache. Dafür braucht er Unterstützung - ausgerechnet von dem einstigen Powerbroker Gordon Gekko, der acht Jahre zuvor aus dem Knast entlassen wurde und seither als reformierter Mahner vor den Auswüchsen der Hochfinanz Hörsäle füllt. Das ist ein Problem, denn Gekko ist der Vater von Jakes Verlobter Winnie, die nach dem Drogentod ihres Bruders mit dem Papa gebrochen hat. Jake verspricht, eine Annäherung zu ermöglichen, und sichert sich dafür Rat und Tat des einzigen Mannes, der es mit Bretton James aufnehmen kann. Dass schließlich nicht nur der Börsencrash, sondern auch eine Menge unerwarteter Enthüllungen folgen, macht "Wall Street 2" zu einem reizvollen und dank der Arbeit von Kameramann Rodrigo Prieto, seit "25 Stunden" der ungeschlagene Experte in Sachen New York, umwerfend anzusehenden Fegefeuer der Eitelkeiten über eine Welt am Rand des Abgrunds. Bewegend ist er vor allem in den Momenten, in denen die Schauspieler auftrumpfen dürfen: Vor allem die Szene, in der Gordon Gekko auf den Stufen des Metropolitan Museum of Art endlich Gelegenheit bekommt, vor seiner Tochter Abbitte zu leisten, zeigt, wie gut und profund amerikanisches Kino für Erwachsene heute noch sein kann.

Shia LaBeouf macht eine gute Figur als junger Held, der alsbald feststellt, dass er vom Regen in die Traufe kommt; Carey Mulligan bestätigt als Winnie, dass ihre Meisterleistung in "An Education" kein Strohfeuer war. Josh Brolin hat sichtbaren Spaß an seiner Rolle als dämonischer Bösewicht. Frank Langella, Susan Sarandon und der große Eli Wallach (wohl auch ihm zu Ehren hat Jakes Handy als Klingelton die Titelmelodie von "Zwei glorreiche Halunken") hinterlassen einen starken Eindruck in Kleinstrollen. Dass neben Vanity-Fair-Chef Graydon Carter und Milliardär Warren Buffett auch Charlie Sheen als Bud Fox auf einen kleinen Gastauftritt vorbeischaut und sich einen kurzen verbalen Schlagabtausch mit seiner Nemesis Gordon Gekko liefern darf, ist ein kleiner Höhepunkt. Aber vor allem bietet der Film mit seinen ewigen glänzenden Oberflächen und Hubschrauberflügen vorbei an der Skyline des Big Apple Michael Douglas die Gelegenheit, seiner Paraderolle noch einmal alle Ehre zu erweisen: Sein faltiges, müdes Gesicht ist Warnung genug, was der Preis der Gier ist. Nicht jeder Dialog sitzt, manchmal muss sich der Film arg viel Mühe geben, seinem Publikum die nötigen Informationen über die Komplexität des Finanzmarkts zu füttern, und gerade im letzten Akt hat man das Gefühl, er müsse die letzten Meter eines bereits gewonnenen Rennens noch einmal laufen. Aber die Schwächen nimmt man in Kauf, weil "Wall Street 2" einen doch eindringlich daran erinnert, was das amerikanische Mainstreamkino einst sein konnte und heute nur noch höchst selten ist: Unterhaltung mit Anspruch, Entertainment mit Message. Mehr davon. ts.

Wall Street - Geld schläft nicht (inkl. Digital Copy)

Der Tod von Gordon Gekkos Sohn während der Haftzeit des Geldhais hat die Beziehung zwischen Gekkos Tochter Winnie und ihm zerrüttet, da sie ihm die Schuld am Tod ihres Bruders gibt. Nach Gekkos Entlassung scheint er die Beziehung zu seiner Tochter wieder verbessern zu wollen und verbündet sich dazu mit Jake, ihrem Verlobten. Jake ist selbst an der Wall Street tätig, und so entwickelt sich ein professionelles Verhältnis zwischen den beiden Brokern, welches von der Tochter Winnie kritisch beobachtet wird.

Der Film spielt in New York City und ist 23 Jahre nach dem Original angelegt.

Quelle: Fox

Gordon Gekko ist zurück

Quelle: Fox

Darsteller:  Michael Douglas   als Gordon Gekko
  Shia LaBeouf   als Jake Moore
  Josh Brolin   als Bretton James
  Carey Mulligan   als Winnie Gekko
  Eli Wallach   als Julie Steinhardt
  Susan Sarandon   als Sylvia Moore
  Frank Langella   als Louis Zabel
  Austin Pendleton   als Dr. Masters
 
Regie:  Oliver Stone  
Buch:  Oliver Stone  
  Allan Loeb  
  Stephen Schiff  
Musik:  Craig Armstrong  
Kamera:  Rodrigo Prieto  
Produzent:  Eric Kopeloff  
  Edward R. Pressman  

"Vorteil aus Angst und Gier"

In "Wall Street 2" schluckt Josh Brolin als skrupelloser Bankchef Bretton James schwache Firmen. In der Realität musste der Star schon einmal seine Farm verkaufen - aller Börsenerfahrung zum Trotz.

Jeder Zoll ein Mistkerl: Josh Brolin als Bankchef Bretton James in "Wall Street 2" (Foto: Fox) Großansicht

Jeder Zoll ein Mistkerl: Josh Brolin als Bankchef Bretton James in "Wall Street 2" (Foto: Fox)

Mr. Brolin, Sie haben selbst an der Börse gehandelt. Haben Sie diesen Adrenalinrausch genossen?

Josh Brolin: Nein. Die Leute sagen immer, dass Traden wie Zocken ist - aber so habe ich es nie gesehen. Da gibt es Muster, die du lernen kannst, Kurven, die du studieren kannst. Was ich darin sehe sind vor allem bestimmte Verhaltensmuster: Angst, Gier, Angst und dann wieder Gier. Und ich konnte meinen Vorteil aus Angst und Gier anderer Leute ziehen.

Wie lange haben Sie als Börsenhändler gearbeitet?

Ungefähr dreieinhalb Jahre - gelegentlich handle ich sogar immer noch. Allerdings nicht mehr so viel wie früher. Erstens bin ich beschäftigt und zweitens traue ich dem nicht, was sich wirtschaftlich gerade so abspielt. Für eine ganze Weile war es meine Haupteinnahmequelle. Aber das hat sich geändert.

Kennen Sie Menschen, die im Crash alles verloren haben?

Ja, Familienmitglieder. Das ist schrecklich, absolut grauenhaft. Allerdings kann ich hier nicht wirklich mitreden. Ich habe ja kein Geld verloren - ich habe verdient.

Mit Shia LaBeouf und Michael Douglas jongliert Brolin Milliarden (Foto: Fox) Großansicht

Mit Shia LaBeouf und Michael Douglas jongliert Brolin Milliarden (Foto: Fox)

Haben Sie aufgrund der Börsenerfahrung ihre Rolle in "Wall Street - Geld schläft nicht" leichter in den Griff bekommen?

Nein, das ist eine völlig andere Welt. Das ist Hochfinanz, richtig großes Geld. Und das ist noch einmal etwas komplett anderes. Hier reden wir davon, mit Milliarden Dollar zu handeln. Solche Leute zu treffen war für mich aber sehr aufschlussreich. Hochinteressant zu sehen, was für kleine Ticks diese Jungs haben und was ihnen etwas bedeutet. Wir sind mit ihnen essen gegangen, haben ein paar Flaschen Wein bestellt um sie betrunken zu machen - am Anfang ist da immer noch viel Fassade. Aber dann findet du raus was wirklich läuft und ich habe sie gefragt: "Macht ihr das eigentlich wirklich gerne?" Sie haben geantwortet: "Ich hasse es, verd… noch mal. Ich würde liebend gerne raus aus dem Business. Es bringt mich um - und mein Familie zerbricht auch daran." Und du denkst dir: "Wow - alles klar…"

Mit Oliver Stone haben Sie zwei Mal gearbeitet: Bei "W. - Ein missverstandenes Leben " und "Wall Street - Geld schläft nicht". Was gefällt ihnen daran?

Wir arbeiten einfach gut zusammen. Ich liebe alles an der Zusammenarbeit mit ihm. Er ist eine feste Instanz und tut alles dafür, dass die Leistung eines Schauspielers sich so organisch wie möglich entwickelt. Er kümmert sich um die Leute. Dazu macht er diese Filme, die auf eine Art auch gesellschaftliche Kommentare sind und sich auch mit Menschen und Außenseitern beschäftigen. "Wall Street" handelt von Menschen, die am "Big Money" oder an den Investment-Banken zerschellt sind, die auf dieses sehr zerbrechliche, sehr offensichtliche Gebilde aus waren, dem wir eigentlich alle nacheifern: nach mehr auszusehen, als wir tatsächlich sind.

Ein Leben auf der Überholspur - aber die Welt der Hochfinanz hat auch ihre Ölspuren (Foto: Fox) Großansicht

Ein Leben auf der Überholspur - aber die Welt der Hochfinanz hat auch ihre Ölspuren (Foto: Fox)

Der Wechsel von der Arbeit mit Oliver Stone zu Woody Allen und seinem "Ich sehe den Mann deiner Träume" muss ein ziemlicher Stilbruch gewesen sein.

Da gibt es aber auch Gemeinsamkeiten. Beide sind besessen vom Filmemachen und Geschichtenerzählen. Ich war schon lange ein Fan von Woody Allen. Aber anfangs waren mir seine Bücher vertrauter als seine Filme. Sein Buch "Nebenwirkungen" habe ich mir am Drehende von signieren lassen. Das war für mich eine Riesensache.

Vor ein paar Jahren haben Sie gesagt, dass Sie ihre Farm verkaufen mussten - aber hofften, sie irgendwann wieder zu bekommen. Haben Sie es schon geschafft?

Das war vor fünf Jahren. Und nein, noch nicht. Aber vielleicht in der Zukunft...

Mussten Sie diese aus finanziellen Gründen verkaufen?

Ich war nicht in dem Sinn pleite. Aber ich konnte die Farm nicht länger betreiben - sonst hätte Geld mit Filmen verdienen müssen, die ich einfach nicht mehr machen will.

 

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